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Dahme-Spreewald Fünf Teilnehmer bei Weihnachtstauchen
Lokales Dahme-Spreewald Fünf Teilnehmer bei Weihnachtstauchen
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05:12 27.12.2016
Nachdem alle Vorbereitungen für einen sicheren Tauchgang getroffen wurden, verschwinden Sabine Ebermann (l.) und Peter Kretzschmann im See. Quelle: Fotos: Gerlinde Irmscher (2)
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Groß Köris

Kurz nach halb zehn am zweiten Weihnachtsfeiertag: Herbert Krenz hängt die letzte Kugel an den Weihnachtsbaum, der auf dem Steg der Pension „Schwalbennest“ in Groß Köris steht. „So, das muss reichen“, sagt er und betrachtet sein Werk. Bunte Kugeln und Papierglocken schmücken den Weihnachtbaum und davor steht ein Holzweihnachtsmann. Zuvor hatte Krenz einen zweiten, mit Geschenken behangenen Baum im Karbuschsee versenkt – zehn Meter unter der Wasseroberfläche, zwei Meter über dem Grund und ein ganzes Stück vom Ufer entfernt. Ein blauer Ballon kennzeichnete die Stelle von oben.

Herbert Krenz organisiert Weihnachtstauchen zum 22. Mal

Dann kamen schon die ersten, die es wagten, bei vier Grad Wassertemperatur und zehn Grad Lufttemperatur in den See zu steigen. Die TauchsportgemeinschaftDubrow Wels 68“ mit Sitz in Wildau hatte zum traditionellen Weihnachttauchen eingeladen. Inzwischen zum 22. Mal hatte Herbert Krenz, einst selbst aktiver Taucher, die Organisation übernommen. Das besondere am Weihnachtstauchen ist, dass zwar nicht alle Vereinsmitglieder an dem Tag tauchen, aber man trifft sich, tauscht sich aus und kann für das nächste Jahr planen. „Den Karbuschsee haben wir damals ausgesucht, weil es eine interessante Unterwasserwelt gibt und das Hinterland stimmt“, so Krenz. Mit dem Hinterland ist die Pension „Schwalbennest“ gemeint. Dort konnten die Teilnehmer im Anschluss an das Tauchen auch mal warm duschen. Das war anfangs, als überwiegend in Nassanzügen getaucht wurde, eine angenehme Sache. Im Anschluss an den Tauchgang treffen sich alle, ob sie nun im Wasser waren oder nur zum Zuschauen kamen, im Restaurant bei Hühnersuppe, Gänsekeule oder Rieseneisbein zum Plausch. Dass sich alle auch so richtig wohlfühlen, dafür sorgt Familie Schötz, die Inhaber der Pension. „Da gibt es dann Unterstützung von der ganzen Familie und Freunden“, verrät Brunhilde Schötz.

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Ritual am zweiten Weihnachtstag

Während die Zuschauer am Ufer gemütlich einen Glühwein trinken, treffen die Taucher ihre Vorbereitungen. Sportunterwäsche, darüber der Unterzieher, dann der Trockenanzug, so sieht die perfekte Kleidung für das Weihnachtstauchen aus.

Für Lutz Dittert aus Bestensee ist es ein Ritual, am zweiten Weihnachtsfeiertag in den Karbuschsee zu tauchen. „Nur einmal musste ich aus gesundheitlichen Gründen aussetzen“, erzählt er. Durch die Trockenanzüge könnten auch Kälteempfindliche diesem Hobby frönen. „Das Stressigste ist eigentlich das Anziehen, und die Vorbereitung muss stimmen“, erklärt Frank Werner, der Vereinsvorsitzende, und prüft auch noch einmal schnell, ob die Pressluftflasche bei Sabine Ebermann richtig sitzt. Sie tauchte mit Peter Kretzschmann als erstes Pärchen ab. „Es war wieder einmal gut, schöne Sicht und ich hab ’ne reiche Beute vom Weihnachtsbaum abgepflückt“, so Thomas Wegener, als er nach 20 Minuten von seinem Tauchgang zurückkam.

Von Gerlinde Irmscher