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Dahme-Spreewald Fußgängertreppe am S-Bahnhof geht in Betrieb
Lokales Dahme-Spreewald Fußgängertreppe am S-Bahnhof geht in Betrieb
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00:32 13.05.2018
Voraussichtlich bis zum Frühsommer 2019 müssen Bahnreisende in Eichwalde nun die Treppe nutzen, um auf den Bahnsteig zu gelangen.
Voraussichtlich bis zum Frühsommer 2019 müssen Bahnreisende in Eichwalde nun die Treppe nutzen, um auf den Bahnsteig zu gelangen. Quelle: Nadine Pensold
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Eichwalde

Für Rollstuhlfahrer, Radler, Eltern mit Kinderwagen und Reisende mit schweren Koffern beginnt in Eichwalde eine anstrengende Zeit. Voraussichtlich bis Juni 2019 ist der Zugang zum Bahnsteig von der August-Bebel-Allee nur noch über eine Fußgängerbrücke möglich. Ende des Jahres gilt das auch für den Zugang von der Heinrich-Heine-Allee. Bahnreisende müssen dann durch den neuen Tunnel zur August-Bebel-Allee und von dort über die Treppe zum Gleis.

Wegen der Bauarbeiten, die den Bahnhof mit Rampen und einem Aufzug barrierefrei machen werden, muss der alte Tunnel nach und nach gesperrt werden. Auch in Zeuthen, wo zeitgleich die Modernisierung voranschreitet, wird es in wenigen Wochen eine solche Treppe geben. Im Gegensatz zu Eichwalde gibt es über den Bahnübergang Forstweg aber trotzdem einen ebenerdigen Zugang. In Eichwalde herrscht daher schon vor der Inbetriebnahme der Treppe Unmut.

Erinnerung an die „Asthma-Treppe“ von Königs Wusterhausen

Auch, weil sich viele beim Anblick des Metallgerüsts an die „Asthma-Treppe“ erinnern, die 2014 mehrere Monate am Bahnhof in Königs Wusterhausen genutzt werden musste. „Wir haben aus KW gelernt. so ein Wackelding wird nicht noch einmal aufgebaut“, versichert Gerald Springer, Projektleiter der DB Netz AG. Die Anlagen in Eichwalde und Zeuthen sind mit einer Höhe von fünf Metern deutlich niedriger, als in Königs Wusterhausen, ebenso sind die Stufen tiefer.

Einen Vorteil gab es damals aber: Bei Bedarf leiteten Bahn-Mitarbeiter Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Fahrrädern und Kinderwagen über einen Sonderweg zum Ausgang. Das wird es in Eichwalde nicht geben. „Da muss man sich selbst helfen“, sagt Gerald Springer.

Die Gemeinde selbst kann in diesem Fall nicht unterstützen. „Ein solcher Service ist nicht geplant und würde unsere Möglichkeiten auch völlig überfordern“, sagte Bürgermeister Jörg Jenoch (WIE) auf MAZ-Nachfrage.

Elke Voigt drängt bei der Deutschen Bahn auf andere Lösung

Für die Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte des Landkreises, Elke Voigt, ist diese Planung nicht haltbar. „So werden Menschen vom öffentlichen Personennahverkehr abgeschnitten.“ Sie ärgert sich über das Vorgehen der Deutschen Bahn. Bei der Planung der allgemeinen Bauvorhaben an beiden Bahnhöfen sei sie involviert gewesen.

Von den Fußgängertreppen hatte sie aber bis vor wenigen Tagen keine Kenntnis. Elke Voigt hat bereits eine schriftliche Anfrage gestellt und will auf eine andere Lösung drängen. „Ich werde die Deutsche Bahn dazu auffordern, dass es zumindest auf telefonische Anmeldung Hilfe geben wird.“

Rat: Kontakt zum Bundesbeauftragten aufnehmen

Betroffenen rät sie, sich mit Beschwerden an die Bahn zu wenden. Zudem ermuntert sie dazu, Kontakt mit dem Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung der Bundesregierung aufzunehmen. Vor kurzem hat dieses Amt Jürgen Dusel, bisher Beauftragter des Landes Brandenburg, übernommen. „Der kennt sich in unseren Gefilden gut aus“, sagt Elke Voigt.

Von Nadine Pensold