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Dahme-Spreewald Gemeinsam durch die Katastrophe
Lokales Dahme-Spreewald Gemeinsam durch die Katastrophe
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11:25 20.12.2013
Königs Wusterhausen

Die Ungewissheit muss quälend sein: Im Fall einer Katastrophe nicht zu wissen, was mit vermissten Angehörigen geschehen ist. Eine neue Informationsstelle bei der Polizei in Königs Wusterhausen soll künftig bei schweren Verkehrsunfällen, Flugzeugunglücken oder Terrorattacken so schnell wie möglich Auskunft geben. Am Donnerstag wurde der Vertrag über das brandenburgische Pilot-Projekt unterzeichnet.

„Der Landkreis Dahme-Spreewald ist als Standort für die Vermissten-Informationsstelle prädestiniert“, sagte Landrat Stephan Loge bei der Pressekonferenz in Königs Wusterhausen. Der Flughafen und das Autobahndreieck Schönefeld, ein Bahndreieck und der größte Binnenhafen Brandenburgs: „Wir müssen einfach stets mit einem Großunfall rechnen.“

Die sogenannte Personenauskunftsstelle (PASt) ist ein gemeinsames Projekt des Landkreises, der brandenburgischen Landespolizei und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Angesiedelt ist die Stelle bei der Polizei-Inspektion Dahme-Spreewald und besteht im Wesentlichen aus einer Telefonzentrale. 60 Polizisten und 24 Helfer des DRK sollen im Ernstfall Hinweise zu Vermissten aufnehmen und Angehörige informieren.

„So etwas wie bei dem schweren Busunglück am Schönefelder Kreuz vor drei Jahren soll sich nicht wiederholen“, erklärte Polizeipräsident Arne Feuring. Bei dem Unfall im September 2010 waren 13 Menschen getötet und 38 verletzt worden. Rotes Kreuz und Polizei sammelten damals parallel Informationen über Vermisste. Die Aufklärung habe sich dadurch verzögert. „Außerdem ist es den Angehörigen in so einer Situation nicht zuzumuten, mit zwei verschiedenen Telefonnummern zu hantieren“, sagte Polizeipräsident Feuring weiter.

In Zukunft wird es nur noch eine Nummer geben. „Die machen wir aber erst im Ernstfall bekannt“, sagt der Projektleiter, Polizeioberrat Jörg Humboldt. Ob ein Unglück tatsächlich ein Fall für die PASt wird, entscheiden die Einsatzleiter von Polizei und DRK vor Ort. „Dann sind wir innerhalb von zwei Stunden einsatzbereit.“

In dieser Zeit wird ein Großraumbüro der Kriminalpolizei mit zehn Arbeitsplätzen zur Telefonzentrale umfunktioniert. „Die Kollegen, die in dem Moment im Dienst sind, übernehmen die erste Schicht“, sagt Jörg Humboldt. Die Helfer vom DRK werden alarmiert und stoßen dazu. Die meisten von ihnen müssen allerdings noch geschult werden an dem Computer-Programm der Polizei, mit dem Hinweise und Vermissten-Anzeigen aufgenommen werden.

Der Polizei geht es freilich nicht nur um die Aufklärung von Vermissten-Schicksalen, sondern auch um die Strafverfolgung. „Der Feuerwehrmann will wissen: Wo brennt es, wie heftig brennt es und wie viele Menschen sind im Haus“, erklärt Projektleiter Jörg Humboldt. „Der Polizist fragt: Warum brennt es, gibt es Zeugen und was haben die beobachtet?“

Der Anlass für die Einrichtung einer gemeinsamen Informationsstelle waren schließlich die Terroranschläge von Madrid 2004 und London 2005. „Gerade in London hat die zentrale Informationsstelle dazu beigetragen, die Täter extrem schnell zu ermitteln“, sagt Polizeipräsident Arne Feuring. Die Arbeit der britischen Kollegen habe man sich genau erklären lassen. „Die PASt dient eben nicht nur der Auskunft für Angehörige, sondern auch der Sammlung von Informationen“, erklärt der Polizeipräsident. So stehen auf der Liste möglicher Einsätze nicht nur schwere Unfälle und Naturkatastrophen, sondern auch Terrorakte oder Amokläufe. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Großereignisse wie die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im kommenden Jahr. Die Kosten für das Pilot-Projekt trägt das brandenburgische Innenministerium unter Beteiligung des DRK.

Von Martin Küper

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