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Dahme-Spreewald Grüner warnt vor Wiesenhof-Plänen
Lokales Dahme-Spreewald Grüner warnt vor Wiesenhof-Plänen
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11:48 06.12.2016
Benjamin Raschke Quelle: Nestor Bachmann
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Königs Wusterhausen

Der umwelt- und agrarpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Benjamin Raschke, hat eine Einwendung gegen die Kapazitätserweiterung der Wiesenhof-Geflügelschlachtanlage in Niederlehme eingelegt. „Ich sorge mich insbesondere um die Gesundheit der Anwohner und den Wasserhaushalt in der Nachbarschaft der Anlage“, sagte er. Gegen die Erweiterung sprächen auch grundsätzliche Erwägungen des Tierschutzes und einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Wie berichtet, will die Märkische Geflügelhof-Spezialitäten GmbH in Niederlehme die Schlachtkapazität von 120 000 Tieren täglich auf 160 000 Tiere erhöhen, maximal sollen 240 000 Tiere täglich geschlachtet werden können. Bis zum 2. Dezember konnten Einweindungen im Genehmigungsverfahren vorgebracht werden. „Mit dem Volksbegehren gegen Massentierhaltung haben unlängst über 100 000 Brandenburger der industriellen Tierhaltung und Fleischproduktion eine klare Absage erteilt und die Landesregierung zur Schaffung von mehr Tierwohl in der Landwirtschaft verpflichtet. Diese Ziele würden durch die Kapazitätserweiterung konterkariert“, sagte Raschke. Er fürchtet, dass die Luft in unmittelbarer Umgebung der Anlage mit multiresistenten Keimen belastet würde. Die nächsten Wohnhäuser liegen nur 150 Meter entfernt, eine Grundschule nur 300 Meter. Ebenfalls zu befürchten seien die Verunreinigung von Regenwasser und von Abwasser durch solche Keime. Raschke gab zu bedenken, dass in 30 Metern Entfernung vom Schlachthofgelände ein großes Wasserschutzgebiet beginnt. Gegen die Erweiterung der Schlachtanlage hat sich Ende November die Bürgerinitiative „KW stinkt’s“ gegründet.

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Das Unternehmen gab zuletzt an, mit der Erweiterung der Schlachtkapazität den Standort Niederlehme sichern zu wollen. 680 Menschen arbeiten in dem Werk. Bauliche und technische Erweiterungen seien nicht geplant. Wiesenhof spricht von einer Modernisierungsinvestition. Mögliche Geruchsbelästigungen sollen durch neuen Lüftungssysteme verhindert werden.

Von Frank Pawlowski

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