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Dahme-Spreewald Grünes Licht für neue Bestattungsformen
Lokales Dahme-Spreewald Grünes Licht für neue Bestattungsformen
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00:26 26.05.2018
Die Planungen waren bereits so weit vorangeschritten, dass die Arbeiten im Teilbereich 6, dort wo sich die Urnengräber befinden, längst hätten beginnen können.
Die Planungen waren bereits so weit vorangeschritten, dass die Arbeiten im Teilbereich 6, dort wo sich die Urnengräber befinden, längst hätten beginnen können. Quelle: Andrea Müller
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Schulzendorf

In Sachen Friedhofsumgestaltung hat die Fraktion aus SPD, pur und Grüne Stehvermögen bewiesen. Seit 2015 wird in der Gemeinde Schulzendorf über die Schaffung neuer und pflegeleichterer Bestattungsformen diskutiert. Die Planungen waren so weit vorangeschritten, dass bereits in diesem Jahr mit dem ersten Bauabschnitt hätte begonnen werden können. Doch daraus wurde nichts.

Die Verwaltung hatte die Friedhofsumgestaltung Anfang des Jahres aus dem Haushaltsplan gestrichen (die MAZ berichtete). Einen entsprechenden Antrag von SPD/pur/Grüne, die notwendigen Mittel doch noch bereitzustellen, wollten die Gemeindevertreter nicht mittragen. Fraktionsvorsitzender Andreas Körner (Grüne) und seine Mitstreiter blieben dran – mit Erfolg. Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeindevertreter nun beschlossen, die Friedhofskonzeption doch fortzusetzen.

Schimmelbefall im Keller: Viele Räume in der Friedhofskapelle sind derzeit nicht benutzbar. Quelle: Josefine Sack

Per Beschluss beauftragten die Abgeordneten die Verwaltung „spätestens bis zu den Haushaltsberatungen für das Jahr 2019 eine Umsetzungsplanung – inklusive Sanierung der Friedhofskapelle – vorzulegen“. Gemäß der aktuellen Konzeption wird damit allein für die Neugestaltung des Teilgebiets 6, also dort, wo sich die Urnengräber befinden, eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 50 000 Euro fällig.

Überzeugungsarbeit in den Ausschüssen

„Als wir im März schon wieder mit dem Thema kamen, empfanden das einige schon als Zumutung“, erinnert sich Körner. Seine Fraktion habe daher auf eine Sofortabstimmung verzichtet und versucht, zunächst in den Ausschüssen „von der Dringlichkeit sowie haushalterischen und baulichen Machbarkeit“ zu überzeugen. „Das ist uns gelungen“, freut sich der Fraktionsvorsitzende und ergänzt: „Die Neugestaltung des Friedhofs ist wichtig und dringend. Wichtig, weil wir heute andere Bestattungsformen brauchen und dringend, weil uns in Schulzendorf die Urnengrabstätten ausgehen.“

Tatsächlich hat sich die Bestattungskultur in den vergangenen Jahren auch in Schulzendorf erheblich verändert. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Bauamt im April dem Ortsentwicklungsausschuss vorgelegt hatte. Häufig werde die Grabpflege nicht mehr von den Hinterbliebenen selbst geleistet. Dienstleister sind zudem rar. „Durch die vermehrte Nachfrage nach Urnenwahlgräbern entstand ein Missverhältnis in der Nutzung der einzelnen Friedhofsflächen“, heißt es in dem Papier. Freie Urnenwahlgrabstätten sind demnach kaum noch vorhanden, jedoch ist ein großer Teil der Flächen für Doppelwahlgrabstätten ungenutzt.

Nur neun freie Urnenwahlgrabstätten

Zurzeit gibt es auf dem Friedhof an der Miersdorfer Straße gerade einmal neun freie Urnenwahlgrabstätten. Benötigt werden laut Plan allein in diesem Jahr mindestens 15 solcher Stellen. Durch die Umgestaltung könnten 44 neue Urnengrabstätten entstehen, ohne dass dafür belegte Flächen beräumt werden müssten.

Auch die Kapelle soll nächstes Jahr in Angriff genommen werden: Wegen Schimmelbefalls im Keller können der Lager-, der Aufenthalts- und der Umkleideraum schon seit Längerem nicht genutzt werden.

Von Josefine Sack