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Dahme-Spreewald Holzbildhauer: Brücke zwischen Kunst und Handwerk
Lokales Dahme-Spreewald Holzbildhauer: Brücke zwischen Kunst und Handwerk
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18:38 28.02.2014
Sandra Kock bemalt einen Papageitaucher aus Holz. Quelle: A. Fuhr
Langenlipsdorf

Der Duft frisch gefällter Bäume liegt in der Luft. Sehr intensiv, fast scharf. „Das ist die Gerbsäure, daran muss man sich gewöhnen, wenn man hier den ganzen Tag arbeitet“, sagt Sandra Kock und blickt kurz von einem Holz-Papageitaucher auf, dem sie gerade einen bunten Anstrich gibt. Sie steht in einer geräumigen Werkstatt der Sik-Holzgestaltungs GmbH in Langenlipsdorf. 

Die Firma ist bekannt für ihre bunten Spielplatzgeräte und der einzige Ausbildungsbetrieb für Holzbildhauer in Brandenburg. Wie man so etwas aus krumm gewachsenen Robinienstämmen hinbekommt, lernt Sandra Koch. Sie ist eine von sechs Azubis. „Das ist ein Stück, das ich im ersten Lehrjahr mit Klüpfel und Eisen gefertigt habe“, sagt die 23-jährige Magdeburgerin über ihren Papagei, „es wird Zeit, dass der mal ein bisschen Farbe bekommt.“ 

Die junge Frau wollte nach dem Fachabitur etwas Kreatives machen. Dass sie ihren Wohnsitz dafür 200 Kilometer weit weg in den Fläming legen würde, war zunächst nicht geplant. „Ich wollte mich ausprobieren. Weil ich gern zeichne und einen handwerklichen Beruf erlernen wollte, habe ich die gute Mitte gewählt und mich für die duale Ausbildung zur Holzbildhauerin entschieden“, sagt sie. Schnitzen, schleifen und sägen gehören seit knapp drei Jahren zu ihrem Alltag. 
Alle ein bis zwei Monate stehen zwei Wochen Berufsschule auf dem Programm. Dafür fährt sie bis nach Thüringen. „Ich bin froh, dass ich den Beruf nicht nur in der Schule lerne. Im Betrieb lernen wir mehr praktische Sachen und es macht Spaß, Projekte in Teamarbeit zu verwirklichen“, sagt Sandra Kock. Sie ist die einzige Frau in ihrem Lehrjahr. „Man muss anpacken können“, erzählt sie, „aber ich denke nicht, dass Holzbildhauer ein typischer Männerberuf ist. Ich habe in der Großküche, im Garten und als Kellnerin gearbeitet. Das war anstrengender.“ 

Auf ihrem Arbeitstisch hat Sandra Kock eine große Mappe mit Skizzen ausgebreitet. Zahlreiche dieser Ideen hat Sandra unter anderem in Robinien-, Eichen- oder Lindenholz verwirklicht. In der Werkstatt stehen eine hölzerne Büste, ein Vogel und ein Schmuckkästchen mit Ornamenten. An der Wand hängt ein Spiegel im selbst geschnitzten Holzrahmen. „Wir haben viele Möglichkeiten uns zu verwirklichen und werden individuell gefördert. Deswegen arbeite ich gern hier“, sagt die junge Frau. 

Sandra Kock schlägt mit Klüpfel und Eisen einen Schädel aus dem Holzblock. Quelle: A. Fuhr

Für ihren Ausbildungsbetrieb hat sie schon diverse Pfostenfiguren für Spielplätze erstellt und angemalt, die nun auf der ganzen Welt Kinderherzen glücklich machen. Auch sie selbst scheint glücklich, als sie erzählt: „Vor kurzem hat mir eine Freundin ein Bild von einem Spielplatz geschickt und mich gefragt, ob ich Figuren dafür mit erschaffen habe. Das macht schon stolz“. 

Der Beruf des Holzbildhauers erscheint als Brücke zwischen Kunst und Handwerk. „Ich scheue mich davor, mich als Künstlerin zu bezeichnen, aber ich möchte mit meinen Werken schon etwas ausdrücken“, sagt Sandra Kock. Kreativität, räumliches Denken und das Gespür für Formen sind nur einige Eigenschaften, die Auszubildende als Grundlage für den Beruf des Holzbildhauers mitbringen sollen. 
Für Sandra Kock ist der Arbeitstag inzwischen fast vorbei. „Jetzt habe ich zwar Feierabend, aber zu Hause wird weiter gezeichnet“, sagt sie. In ihrer Wohnung wartet eine weitere künstlerische Herausforderung auf sie: die Bewerbungsmappe. Ab Oktober wird die junge Frau die Region verlassen und wahrscheinlich ein Studium in Spielzeugdesign angehen.

Von Adrienne Fuhr
 

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