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Dahme-Spreewald Immer mehr Müll wird illegal abgeladen
Lokales Dahme-Spreewald Immer mehr Müll wird illegal abgeladen
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00:30 09.04.2018
Auch beim Südbrandenburgischen Abfallzweckverband in Luckenwalde müssen immer mehr Grünabfälle verarbeitet werden. Quelle: Foto: Margrit Hahn
Dahmeland-Fläming

Die Angestellten beim Südbrandenburgischen Abfallzweckverband (SBAZV) hatten im vergangenen Jahr gut zu tun. In fast allen Kategorien nahmen die Müllmengen zu, die bei wachsender Einwohnerzahl in der Region produziert wurden – und die vom Verband entsorgt werden mussten. Besonders der Anteil an Grünabfällen stieg rasant. Insgesamt 13 000 Tonnen Laub, Rasenschnitt und andere Gartenabfälle mussten 2017 vom SBAZV verarbeitet werden – das sind 53 Prozent mehr als im Vorjahr.

Kompostierungsanlagen geschlossen

Laut Verbandsvorsteher Lutz-Rainer Pätzold liegt das daran, dass zwei private Kompostierungsanlagen im Raum Königs Wusterhausen im vergangenen Jahr geschlossen haben. Außerdem sei die Gebühr an den Annahmestellen des SBAZV außergewöhnlich günstig gewesen: „Wir haben für einen Kubikmeter Grünschnitt sechs Euro genommen“, sagt Pätzold. „Bei privaten Stellen zahlt man häufig 12 bis 15 Euro.“

Außergewöhnlich viel Grünschnitt musste so vom SBAZV verarbeitet werden – der dadurch teilweise an Kapazitätsgrenzen stieß. „Der Recyclinghof in Niederlehme wird so gut angenommen, dass wir an die Grenzen des Machbaren stießen“, sagt Pätzold. „Wenn das so weitergegangen wäre, hätten wir den Hof zeitweise schließen müssen, um den Verkehr auf dem Hof zu bewältigen“.

Auch dieser in Altes Lager entsorgte Oleander ist schädlich für das Ökosystem Wald. Quelle: Peter Degener

In der Folge wurde die Gebühr für Grünschnitt nun deutlich teurer. Statt sechs kostet der Kubikmeter nun 12 Euro. „Wir sind damit immer noch nicht teurer als private Stellen“, sagt Pätzold. Außerdem habe man im Gegensatz zum Vorjahr wieder eine Staffelung eingeführt. Kunden können nun auch Viertel-Kubikmeter angeben und müssen nicht immer aufrunden.

Menge hat sich verdoppelt

Befürchtet wird, dass sich die Preissteigerung negativ auf das Umweltbewusstsein auswirkt. Denn bereits im vergangenen Jahr stieg auch bei den illegal entsorgten Abfällen speziell der Grünmüll-Anteil stark an. Wurden im Jahr 2014 noch vier Tonnen Bio-Abfall in der Region in die Natur gekippt, waren es im vergangenen Jahr bereits 123 Tonnen. Alleine im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Menge schon mehr als verdoppelt.

Seinen Grünmüll im Wald abzuladen, ist dabei alles andere als harmlos. „Alle Stoffe die von Haus aus nicht in den Wald gehören, sind schädlich für das Ökosystem Wald“, sagt Heiko Fritzsche von der Oberförsterei Baruth. Wo Grünabfälle entsorgt werden, sähe man nach kurzer Zeit oft nur noch Brennnesseln.

Lutz Rainer Pätzold Vorsteher des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbandes (SBAZV) für die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Quelle: Nadine Pensold

„Der Gedanke, dass man dem Wald mit seinem Gartenmüll etwas Gutes tue, ist völlig abwegig“, sagt Fritzsche. „Stattdessen stört man die ganz eigene Chemie des Waldes.“ Durch Gartenabfälle gelange Nitrat in den Waldboden, das sich schließlich im Grundwasser wiederfinde. Besonders schädlich sei es, Rasenschnitt abzuladen. Denn dann seien die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen nicht mehr in der Lage, die zusätzliche Biomasse in Humus umzusetzen. Der dabei entstehende Schimmel führe dann unter anderem zum Absterben der Organismen und unterbreche den natürlichen Nährstoffkreislauf des Waldes.

Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte deshalb besser im eigenen Garten kompostieren. Rund ein Drittel des Hausmülls besteht laut SBAZV aus Abfällen, die auf dem eigenen Komposthaufen entsorgt werden könnten. So könnte Geld für die Entsorgung gespart und wertvoller, nährstoffreicher Boden für den Garten geschaffen werden, in dem sich Pflanzen und Regenwürmer besonders gut entwickeln.

Für den Abfallzweckverband sinkt so außerdem die Menge des zu verarbeitenden Abfalls. Denn im vergangenen Jahr musste der SBAZV deutlich mehr Müll bewältigen. Grund dafür ist vor allem die positive Bevölkerungsentwicklung in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming: „Wir sind insgesamt inzwischen bei locker 288 000 Einwohnern und können uns langsam auf 300 000 Menschen orientieren, deren Müll zu entsorgen ist“, sagt Verbandsvorsteher Pätzold. Außerdem steige die Menge des Mülls, der produziert werde, mit der steigenden Konjunktur: „Das ist immer so“, sagt Pätzold, „wenn es der Wirtschaft gut geht, produzieren die Menschen auch mehr Müll“.

Von Ansgar Nehls

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