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Dahme-Spreewald Immer weniger Menschen sind auf Hartz IV angewiesen
Lokales Dahme-Spreewald Immer weniger Menschen sind auf Hartz IV angewiesen
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02:19 26.05.2018
Gute Nachricht aus dem Jobcenter: In den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sind immer weniger Menschen auf Hartz IV angewiesen. Quelle: dpa
Dahmeland-Fläming

Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zurück gegangen. Das belegen Daten aus den statistischen Landes- und Bundesämtern.

Seit Jahren geht die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in der Region zurück. Quelle: MAZ

Demnach lebten im Jahr 2017 im Landkreis Teltow-Fläming zum Stichtag, dem 31. Dezember, 10 085 Menschen mit Leistungen aus dem Arbeitslosengeld II, dem sogenannten Hartz IV. Ein Jahr zuvor waren es noch 10 914 Menschen. Das entspricht einer Abnahme von über acht Prozent. Im Landkreis Dahme-Spreewald sank die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im gleichen Zeitraum sogar noch deutlicher: Von 9923 im Jahr 2016 auf 8943 ein Jahr später. Das macht einen Unterschied von fast elf Prozent aus.

Trend seit 2014

Im Vergleich der vergangenen vier Jahre wird der Trend noch deutlicher: Seit 2014 ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in beiden Landkreisen jedes Jahr stetig gesunken: In Teltow-Fläming insgesamt um 14,5 Prozent und in Dahme-Spreewald sogar um rund 18 Prozent.

Die positive Entwicklung lasse sich durch mehrere Faktoren erklären, sagt Volker Basche, Geschäftsführer des Jobcenters Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen. Der demografische Wandel sei ebenso ausschlaggebend wie auch die sehr gute Arbeitsmarktlage in der Region. Gleichzeitig gebe es aber nach wie vor auch einen großen Fachkräftemangel, so Basche weiter.

Regionale Wirtschaft braucht Arbeitskräfte

Annett Sonnenburg, Geschäftsführerin des Jobcenters Teltow-Fläming erklärt: „Der Arbeitskräftebedarf unserer regionalen Wirtschaft ist ungebrochen groß. Insbesondere in die Bereiche Lager, Logistik, Sicherheit und auch Verkehr konnten wir zunehmend Menschen vermitteln, die zuvor auf Arbeitslosengeld II angewiesen waren.“ Sonnenburg stellte zudem fest, dass vielen Arbeitnehmern auch dauerhaft der Weg zurück in die Beschäftigung gelungen sei.

Die Einführung des Mindestlohns hat laut Sonneburg dazu beigetragen, dass die Zahl der Menschen, die trotz eines Jobs auf aufstockende Grundsicherung angewiesen sind, zurückgegangen ist. „In manchen Gebieten spitzt sich der Arbeitskräftebedarf so zu, dass Unternehmen nunmehr gezielt Lohnsteigerungen einsetzen, um im Vergleich zu anderen Arbeitgebern Wettbewerbsvorteile zu erreichen“, sagt Sonnenburg.

Auffällige Zahl der ausländischen Hartz-IV-Empfänger

Allerdings gibt es auch negative Entwicklungen im Arbeitsmarkt: Besonders auffällig ist die Zahl der ausländischen Hartz-IV-Empfänger, die im Jahr 2016 sprunghaft angestiegen war und zumindest im Landkreis Teltow-Fläming nicht wieder abnahm. Im Jahr 2017 gab es in Teltow-Fläming 1761 ausländische Empfänger von Sozialleistungen und damit sogar rund 5,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. In Dahme-Spreewald waren es im Jahr 2017 insgesamt 1332 Nichtdeutsche im Vergleich zu 1363 aus dem Jahr zuvor.

Volker Basche erklärt dies mit der Bearbeitung der Asylverfahren in Folge der sogenannten Flüchtlingskrise. Die Verfahren würden eine gewisse Zeit brauchen, deshalb tauchten die Flüchtlinge in der Statistik erst später auf. Erst wenn ein Flüchtling einen geklärten Status besitzt, könne er auch Sozialleistungen nach Hartz IV empfangen. Die Jobvermittlung für Flüchtlinge in Dahme-Spreewald funktioniere allerdings gut: „Ich erwarte, dass die Zahl in den nächsten Jahren weiter sinkt“, sagt Basche. Auch Sonnenburg zeigt sich optimistisch: „Immer häufiger gelingt es uns, Menschen mit Migrationshintergrund erfolgreich in den regionalen Arbeitsmarkt zu vermitteln.“

Hartz-IV-Empfänger meist männlich

In beiden Landkreisen überwiegt die Zahl der männlichen Hartz-IV-Empfänger knapp der der weiblichen. Außerdem handelt es sich bei rund 25 Prozent der in der Statistik genannten Menschen um Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre, die ebenfalls auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Die meisten Hartz-IV-Empfänger in Teltow-Fläming wie auch in Dahme-Spreewald sind jedoch erwerbsfähig und im Alter von 25 bis 50 Jahren.

Das umgangssprachlich als Hartz IV bezeichnete Arbeitslosengeld II beträgt seit Jahresanfang 416 Euro pro Monat zuzüglich der Kosten für Miete und Heizung. Auch wenn ein Arbeitnehmer ein monatliches Einkommen hat, kann er Hartz-IV-Leistungen beziehen, solange sein Nettoverdienst unterhalb der 416 Euro liegt. Der Staat zahlt dann die Differenz.

Blütezeit am Arbeitsmarkt

Insgesamt erlebt die Region derzeit eine wahre Blütezeit: „Der Arbeitsmarkt in Landkreis Teltow-Fläming hat sich in den letzten Jahren überaus positiv entwickelt: 2017 lag die Arbeitslosenquote durchschnittlich bei 5,6 Prozent, vier Jahre zuvor betrug sie noch 7,6 Prozent. Da liegen Welten dazwischen“, sagt Annett Sonneburg. Die Arbeitslosenquote für den Bereich Teltow-Fläming lag laut Agentur für Arbeit im April 2018 bei 4,9 Prozent, für Dahme-Spreewald lag sie bei 4,3 Prozent. Im Vergleich mit dem Nachbarlandkreis Elbe-Elter stehen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sehr gut da. Im Elbe-Elster-Kreis lag die Arbeitslosenquote im April 2018 bei 7,2 Prozent und damit deutlich höher. Bundesweit suchten im April 5,3 Prozent aller Erwerbsfähigen Menschen nach einer Arbeitsstelle. Das ist der niedrigste Wert in einem April seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

Von Jonas Nayda

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