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Dahme-Spreewald Kuriose Diskussion über Wald-Definition
Lokales Dahme-Spreewald Kuriose Diskussion über Wald-Definition
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06:25 04.11.2014
Wilfried Kolb ist mit dem Flächennutzungsplan zufrieden. Quelle: Mohr
Wildau

Bei der Fortschreibung des 138 Seiten starken Flächennutzungsplanes der Stadt Wildau aus den Jahren 1999/2000 ist vor allem eines umstritten – der Begriff Wald. „Ich kann nicht erkennen, warum Schilf oder landwirtschaftlich genutzte Flächen wie die Dahmewiesen plötzlich als Wald ausgewiesen werden“, stellte der CDU-Abgeordnete Mark Scheiner auf der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments erbost fest. „Die Forst als Fachbehörde hat sie aber so definiert, auch wenn dort noch keine Bäume stehen“, entgegnete der Wildauer Bauamtschef Wilfried Kolb. Die Stadt Wildau werde das Juwel der Dahmewiesen und das Areal rund um den Küchensee ohnehin nie als Bauland ausweisen. „Für mich ist es daher ein Streit um des Kaisers Bart“, sagte Kolb. Bürgermeister Uwe Malich (Linke) setzte der Diskussion ein jähes Ende und zog die Beschlussfassung kurzerhand erst einmal zurück. Nun soll am 9. Dezember erneut beraten werden.

Neue Wohnflächen werden ausgewiesen

Bis 2030 sieht der Plan ein Bevölkerungswachstum von den derzeit knapp 10.000 Einwohnern auf dann 12.500 vor. Das allerdings setzt voraus, dass der seit 2004 durchschnittliche Zuwachs von jährlich nur 37 neuen Wohnungen im Ort deutlich überschritten wird. Daher werden neue Wohnbauflächen vor allem für mehrgeschossige Gebäude unter anderem hinter dem Rewe-Markt an der Freiheit- und der Kochstraße, am Dahme-Nordufer, Am Rosenanger sowie rund um die Röntgenstraße ausgewiesen.

Auch bei den sogenannten Gemeinbedarfsflächen stellen sich die Abgeordneten den Anforderungen der wachsenden Stadt. Die Kita „Am Markt“ in der Schwartzkopff-Siedlung wird um 50 Plätze erweitert. Außerdem könnte mit dem aktualisierten Flächennutzungsplan eine neue Kita hinter dem Hückelhovener Ring entstehen. Für moderne Sportanlagen wird eine Fläche westlich des Waldfriedhofs in Verlängerung der dortigen Straße reserviert. Das eröffnet die Chance, dort die von den Sportlern der Stadt seit Jahren dringend gewünschte Trainingshalle zu bauen.

Über Verkehrslärm wird viel diskutiert

Außerdem sieht der Plan vor, dass das Gebäude der ehemaligen Großhandelsgesellschaft Am Pirschgang zwischen der Birkenallee und den Bahnanlagen zu einem modernen Studentenwohnheim umgebaut wird. Beachtung findet im Flächennutzungsplan auch der im Ort heiß diskutierte Verkehrslärm. Beidseitig des Berliner Rings ist der Bau einer Lärmschutzanlage vorgesehen. „Ob dieser Lärmschutz an der Autobahn allerdings jemals gebaut wird, ist derzeit völlig offen“, dämpft Kolb die Erwartungen der Bürger. Als neue Gewerbeflächen ist der Bereich des Heideweges hinter dem alten Kino sowie das ehemalige LPG-Gelände unweit der Dorfaue im Gespräch.

Von Franziska Mohr

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