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Dahme-Spreewald Fünf Menschen erzählen: Diesen Job bringt uns der BER
Lokales Dahme-Spreewald Fünf Menschen erzählen: Diesen Job bringt uns der BER
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17:49 06.05.2019
Juliane Meissner ist Auszubildende bei der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg Quelle: FBB
Schönefeld

Der BER gilt als der Jobmotor schlechthin. Eine jüngst von der IHK Cottbus vorgelegte Studie geht davon aus, dass in der Flughafenregion in den nächsten Jahren bis zu 135 000 neue Jobs geschaffen werden. Die meisten von ihnen werden direkt oder indirekt mit dem Flughafen zu tun haben.

Die MAZ hat fünf Menschen besucht, die schon jetzt am Flughafen arbeiten. Hier erzählen sie, was sie tun und weshalb sie sich für den Arbeitsplatz am BER entschieden haben.

Der Taxifahrer

Michael Firyn fährt Taxi am Flughafen. Quelle: Nadine Pensold

Michael Firyn (57) lernt viele Menschen kennen – Geschäftsleute und Touristen, Junge und Alte aus unterschiedlichsten Ländern. Er ist Taxifahrer – und fährt eines der rund 340 Taxis, die am Flughafen ein sogenanntes Laderecht haben.

Seit mehr als 25 Jahren ist er bereits im Geschäft. Zur Wendezeit arbeitete er noch als Fliesenleger, 1993 machte er den Taxischein und begann in Zossen seine Touren zu fahren. 1995 machte er sich dann selbstständig und bedient seither den Flughafen. „An einem guten Tag kommen vier bis fünf Fahrten rein“, sagt Michael Firyn. „Die meisten Leute wollen nach Berlin.“

Seine Lieblingsstrecke: Schönefeld nach Tegel. „Ich fahre außerdem lieber in den Westteil der Stadt als in den Osten, da fährt es sich einfach besser.“ Wer bei ihm einsteigt, fragt dann auch schon mal nach Berliner Sehenswürdigkeiten oder historischen Daten. Und der 57-Jährige kann da einiges erzählen. „Wenn da bei all den Jahren als Taxifahrer nichts hängen geblieben wäre, hätte ich auch was falsch gemacht.“

Seit 2004 ist der Schönefelder Vorsitzender der Gewerbevertretung „Taxi Union KW“, in der 35 Taxiunternehmer aus dem Landkreis Dahme-Spreewald organisiert sind. „Wir konnten ein paar Dinge anstoßen“, sagt er. Darunter beispielsweise, dass nur Fahrer mit Firmensitz in Schönefeld das Laderecht am Flughafen und später auch am BER haben werden.

Insgesamt sei das Taxigeschäft zuletzt aber schwieriger geworden. Unter anderem, weil die Konkurrenz in Form von Mietwagen, Uber und anderen Anbietern stetig wächst. „Und wenn der neue Flughafen öffnet, wird es für uns Taxifahrer nicht besser, da er sehr gut angebunden sein wird“, sagt Michael Firyn mit Verweis auf die Zug- und S-Bahn-Verbindungen zwischen BER und Berlin.

Die Hotelbetreiberin

Renate Zitzmann betreibt das Hotel El Condor in Schönefeld. Quelle: Nadine Pensold

Renate Zitzmann (64), eine ehemalige Lehrerin, ließ sich von der Aufbruchstimmung nach dem Mauerfall mitreißen und stieg ins Hotelgewerbe ein. „Ich bin gern Gastgeberin und neugierig auf Menschen“, sagt sie.

Erste Erfahrungen sammelte sie in einer kleinen Pension, die sie als Pächterin in Rudow übernahm. 1994 eröffnete sie dann ihr eigenes Garni-Hotel. Mit Blick auf die mögliche Entwicklung des Flughafens entschied sie sich damals bewusst für den Standort Schönefeld. Und noch heute befindet sich ihre Pension „El Condor“ am Seeweg.

18 Zimmer mit insgesamt 25 Betten bietet Renate Zitzmann in ihrem Hotel, zwei Angestellte zählt ihr Team. Rund 80 Prozent ihrer Gäste sind Vertreter, Monteure, Außendienstler und Techniker, viele von ihnen arbeiten am BER. „Ich profitiere sehr von der Bauphase am Flughafen“, sagt Renate Zitzmann. Dennoch gab es in ihren nun 25 Jahren als Hotelbetreiberin manche Durststrecke. Denn mit der Entwicklung in Schönefeld und dem Flughafenumfeld stieg auch die Konkurrenz durch neue Hotels und Unterkünfte. Für sie war das aber nur Ansporn, weiterzumachen. „Umso mehr habe ich mich aber um meine Gäste bemüht.“

Da viele von ihnen durch ihren Beruf lange von ihren Familien getrennt sind, bietet Renate Zitzmann ihren Gästen stets ein offenes Ohr, einen gemütlichen Treffpunkt im Frühstückraum, veranstaltet Grillabende oder kocht auch mal eine Tasse Tee, wenn sie merkt, dass sich bei einem Gast eine Erkältung anbahnt. „Mein Ziel ist es, ein kleines Ersatz-Zuhause für meine Gäste zu schaffen.“

Die Auszubildende

Juliane Meissner ist Auszubildende bei der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg Quelle: FBB

Juliane Meissner (20) war schon als Kind ein Fan von Flugzeugen. Sie wuchs in Blankenfelde-Mahlow mit Blick auf die startenden und landenden Maschinen auf. Samstags fuhr sie mit ihrem Vater nach Schönefeld und stieg auf die Besucherterrasse, um die Flieger aus noch größerer Nähe sehen zu können. „Der Flughafen war schon immer ein Teil meines Lebens. Und er war für mich auch schon immer ein Ziel“, sagt sie.

Heute arbeitet die 20-Jährige auf eine Karriere am BER hin. Sie ist im zweiten Lehrjahr in der Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau. Aktuell schnuppert sie in der Abteilung für Unternehmenskommunikation hinein. „Das ist nicht nur Büroarbeit, man ist nah am Fluggeschehen“, sagt die junge Frau. Sie konnte sie den Airport-Nightrun mitorganisieren und kümmert sich unter anderem um die Genehmigung von Besucheranträgen.

Neben typisch kaufmännischem Wissen lernt die 20-Jährige während ihrer dreijährigen Ausbildung auch vieles über den operativen Teil des Flughafengeschäfts. Dazu zählen die Fluggastinformation und der Check-in sowie die Flugzeugabfertigung. Später will sie am liebsten im Terminalmanagement arbeiten. „Ich gehe darin auf, wenn ich etwas organisieren und Menschen helfen kann“, sagt sie.

Einer der spannendsten Tage ihrer Ausbildung war bisher eine durch Nebel verursachte Flugverspätung. Beim Check-in wandten sich viele verunsicherte Passagiere an sie, und Juliane Meissner bot ihnen Rat und Hilfe an. Dass das Ende ihrer Lehre fast mit dem geplanten Eröffnungstermin des BER zusammenfällt, ist sieht sie als Chance: „Ich bin gespannt, wie die Prozesse dann anlaufen und freue mich das miterleben zu können.“

Der Feuerwehrmann

Andy Luzius arbeitet bei der Werkfeuerwehr in Schönefeld. Quelle: Nadine Pensold

Andy Luzius (35) kennt im Job keine Ruhe. „Wir sind immer auf Standby. In der Luftfahrt wird nicht gewartet, sondern sofort alarmiert“, sagt Andy Luzius. Der 35-Jährige arbeitet als Feuerwehrmann bei der Werkfeuerwehr in Schönefeld. Seit 2013 ist er Mitglied der Flughafenfeuerwehr und schätzt den Teamgeist und die große Bandbreite an Aufgaben. „Der Reiz an diesem Beruf? Man lernt nie aus. Kein Einsatz ist wie der andere“, sagt er.

Zu den täglichen Abläufen der 242 Feuerwehrleute gehören Gerätetest, Trainings mit Kollegen, dem Tower oder anderen Flughafenabteilungen. Jeder Winkel des riesigen Areals einschließlich BER muss stets präsent sein. „Das ist sehr umfangreich. Man muss sich auf dem Gelände auskennen.“

Seine Leidenschaft für die Feuerwehr entdeckte der in Wittstock aufgewachsene Märker schon als Jugendlicher. Er ging zur Freiwilligen Feuerwehr, später wurde er Berufsfeuerwehrmann. Nach einigen Jahren in Niedersachsen zog es ihn zurück in die Heimat. Der neue Arbeitsort lag nahe: „Der Flughafen ist mit einer der größten Arbeitgeber für Feuerwehrleute in der Region“, sagt der 35-Jährige.

Der Logistiker

Marcel Gessler ist Geschäftsführer des Logistikunternehmens Roadline Berlin in Blankenfelde Mahlow. Quelle: Nadine Pensold

Marcel Gessler (39) betritt die 3000-Quadratmeter-Halle und begrüßt jeden seiner Mitarbeiter mit Handschlag. Gessler ist Geschäftsführer der Firma Roadline Berlin, eine der vielen Logistikfirmen im Flughafenumfeld. Die Groß Kienitzer haben sich auf Stückgut spezialisiert. Am frühen Morgen kommen Lkw aus ganz Europa zu ihnen, um Waren bei ihnen anzuliefern. Die Roadline-Berlin-Fahrer bringen die Waren dann zu ihren Bestimmungsorten in Berlin und Brandenburg.

Marcel Gessler hat 2015 die Geschicke des Unternehmens übernommen. An der TH Wildau hatte er zuvor Betriebswirtschaft auf Diplom studiert. „Über die Familie bin ich dann zur Logistik gekommen“, sagt er. „Mich fasziniert daran, dass es eine ehrliche und anspruchsvolle Dienstleistung ist. Eine Palette von A nach B zu transportieren klingt einfach, das ist es aber nicht.“

Der Grundstein für die Firma mit heute rund 60 Angestellten wurde 1991 als Transportunternehmen in Berlin gelegt. Im Laufe der Jahre wurde aus dem Familienunternehmen eine Spedition mit eigenen Fahrern und eigenen Kunden.

2015 zog das Firma ins Gewerbegebiet in Blankenfelde-Mahlow. Hauptgrund war die Nähe zur Autobahn, doch auch der Flughafen spielte eine Rolle. Denn kleine und mittlere Unternehmen werden sich dort ansiedeln, darunter Einzelhandel, Caterer und auch Kommissionierer. „Und da kommen wir ins Spiel. Wir werden definitiv vom BER profitieren“, sagt Gessler. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel stehen schon jetzt oft im Tagesplan der Fahrer von Roadline Berlin: „Wir beliefern dort vor allem ansässige Unternehmer.“

Von Nadine Pensold

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