Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Kaufrausch nach den Feiertagen
Lokales Dahme-Spreewald Kaufrausch nach den Feiertagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:34 27.12.2013
Die Kassiererinnen Jeanine Seeger und Uta Nitzsche hatten am Freitag gut zu tun im A10-Center.
Die Kassiererinnen Jeanine Seeger und Uta Nitzsche hatten am Freitag gut zu tun im A10-Center. Quelle: Nadine Pensold
Anzeige
Rangsdorf/Wildau

Vorbei ist es mit der himmlischen Ruh’. Die Weihnachtsfeiertage sind vorüber, statt an den festlich gedeckten Tisch zieht es die Menschen nun in die Einkaufzentren der Region. Denn was bei der Bescherung nicht für Entzücken bei den Beschenkten sorgte, das kann seit Freitag wieder umgetauscht werden. Und was der Weihnachtsmann nicht persönlich unter die Tanne gelegt hat, das kann man sich auch selbst erstehen.

Tatsächlich war einiges los im A10-Center in Wildau. Bereits zur Mittagszeit musste man am Freitag lange nach einem freien Parkplatz Ausschau halten, in der Ladenstraße herrschte ebenfalls reger Publikumsverkehr. „Wir wollen heute ein bisschen Weihnachtsgeld um die Ecke bringen“, verriet Connie Klaus, die bereits die ersten Einkaufstüten beisammen hatte. Sie bescherte sich selbst noch ein paar nachweihnachtliche Geschenke. Aber auch mit den Präsenten unterm Weihnachtsbaum war die Frau aus Bad Saarow in diesem Jahr sehr zufrieden. „Es wurden alle Wünsche erfüllt. Selbst über die Socken habe ich mich gefreut“, erzählte sie gut gelaunt. „Aber es gab eindeutig viel zu viel Schokolade. Die hält bestimmt bis nächstes Weihnachten.“

Claudia Dreke und ihre Tochter Jenny shoppten am Freitag in Wildau und tauschten bei der Gelegenheit ein zu kleines Armband um. Quelle: Nadine Pensold

Während die Kunden ihre Runden durchs Einkaufscenter drehten, hatten die Mitarbeiter in den Geschäften gut zu tun. An Pause war an den Kassen nicht zu denken. Beim Buchhandel Thalia wurden eifrig Romane, Bildbände, Mitbringsel und DVDs über den Scanner gezogen und in Tüten verpackt. „Der Umtausch hält sich aber in Grenzen. Das hatten wir schon schlimmer“, sagte eine Mitarbeiterin, die bereits seit 10 Uhr die Kunden an der Kasse bediente. Viele hätten Gutscheine gekauft und diese zu Weihnachten verschenkt – die wurden gestern auch schon massenhaft eingelöst. Wer dennoch seine Lektüre zurück zum Laden brachte, der hatte bereits ein selbiges Exemplar im Bücherschrank stehen, konnte die Verkäuferin aus Erfahrung berichten.

Selbstverständlich ist es allerdings nicht, dass Geschenke einfach umgetauscht werden können. Dennoch tauschen die Händler die Ware im Regelfall um. „Der deutsche Einzelhandel ist da sehr kulant“, sagte Hagen Wichmann, technischer Leiter des A10-Centers auf MAZ-Nachfrage. Auch in den Geschäften in der Region werden in der Regel die Geschenke umgetauscht – meist gegen einen anderen Artikel, eine Gutschrift oder einen Gutschein. So verfährt auch der Kinderfachhandel „Babyone“ in Wildau. „Wir hatten vier, fünf Leute, die etwas umgetauscht haben“, sagte Kassiererin Jeanine Seeger. „Da hatte ich mit mehr gerechnet.“ Zu tun gab es trotzdem reichlich. Plastikwannen, Kinderwagen, Spielzeug und Schlitten wurden gekauft. „Das ist aber normal, freitags und samstags ist bei uns immer am meisten los“, sagte Mitarbeiterin Uta Nitzsche.

Gesetzliche Regelungen zum Umtausch

Ein Recht auf Umtausch gibt es im deutschen Einzelhandel nicht. Viele Händler sind aber kulant und tauschen die Ware auf Wunsch um. Die Fristen legt der Händler fest, ebenso kann er bestimmen, ob er die Ware gegen eine andere Ware, eine Gutschrift oder einen Gutschein eintauscht. Wichtig für den Umtausch ist, dass die Ware in einem verkaufsfähigen Zustand ist und der Kassenzettel oder ein anderer Kaufbeleg vorhanden ist.
 Wer bei einem Internethändler einkauft, kann die Ware binnen 14Tagen umtauschen – das regelt das sogenannte Widerspruchsrecht. Dies gilt nicht für Privatkäufe im Netz.

In Sachen Schmuck scheint es nach dem Geschenke auspacken mehr Grund für Frust zu geben. Einige Stücke wurden Freitag schon bis zur Mittagszeit im „Schmuckrausch“ umgetauscht. „Meist sind es Ringe, die die Männer ihren Frauen gekauft haben und die dann nicht passen“, berichtete eine Angestellte des Ladens im A10-Center. Auch Ketten seien oft zu kurz. „Nach Weihnachten kommen die Männer dann mit ihren Frauen, um etwas Passendes zu finden.“

Auch Claudia Dreke musste ihr nagelneues Armband zurück in den Laden bringen. „Es war schon das Richtige, da hat mein Mann mir gut zugehört. Aber er hat die falsche Größe gekauft“, erzählte sie. Da zierte aber bereits das Silberkettchen in der richtigen Größe das Handgelenk der Glienickerin.

Ronni Hauffe brachte in Rangsdorf einen Pyjama zurück. Quelle: Nadine Pensold

Über den großen Kundenandrang freute man sich am Freitag im Management des A10-Centers. „Wir sind sehr zufrieden“, fasste es Hagen Wichmann zusammen. „Es war wie ein guter Tag im Weihnachtsgeschäft.“ Auch er bestätigte, dass die meisten Kunden zum Shoppen nach Wildau gekommen sind. „Die Leute haben Geld von Oma oder Gutscheine geschenkt bekommen und wollen jetzt einkaufen“, sagte Wichmann.

Etwas gemütlicher als in Wildau ging es nach den Weihnachtsfeiertagen im Südringcenter in Rangsdorf zu. Dort wurde vor allem der Wocheneinkauf erledigt, manche nutzten das schöne Wetter außerdem für einen kleinen Bummel durch die Einkaufspassage. „Wir haben einen Ausflug mit dem Fahrrad hierher gemacht“, erzählt Jürgen Bollwinkelmann, der mit seinen Töchtern an den Schaufenstern vorbeischlenderte. Auch Ronni Hauffe war dort unterwegs. Im Gepäck einen Schlafanzug, den er seiner Ehefrau unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte. „Aber die Größe stimmt nicht“, musste sich der Dabendorfer eingestehen. Also wurde das Geschenk umgetauscht. Seine Frau war mit von der Partie, damit dieses Mal beim Aussuchen nichts schief gehen konnte.

Von Nadine Pensold

Mehr zum Thema
Familie Das ist beim Umtausch von Weihnachtsgeschenken zu beachten - Alle Jahre wieder: Ungeliebte Geschenke

Jedes Jahr landen unter dem Weihnachtsbaum auch ungeliebte Geschenke. Über kratzige Socken oder defekte MP3-Spieler freut sich kaum jemand. Nach den Feiertagen beginnt daher oft der zweite Ansturm auf die Geschäfte. Doch ein Umtausch ist nicht immer möglich.

25.12.2013

Lange Gesichter unterm Weihnachtsbaum: Gefällt ein Geschenk nicht, nehmen es viele Geschäfte zurück. Bei allen Präsenten geht das aber nicht. Außerdem muss der Kunde auf die Bedingungen im Laden achten.

27.11.2013

Jedes Jahr landen unter dem Weihnachtsbaum ungeliebte Geschenke. Über kratzige Socken oder defekte MP3-Player freut sich kaum jemand. Nach den Feiertagen beginnt daher der zweite Ansturm auf die Geschäfte.

15.01.2014
Dahme-Spreewald Kommune könnte kostenlos Ziest- und Gutsee bekommen - Heidesee will zwei Seen übernehmen
27.12.2013
Dahme-Spreewald Jahresrückblick für den Landkreis Dahme-Spreewald - 25 Eiskugeln und ein reizender Bube
27.12.2013
Polizei Dahme-Spreewald: Polizeibericht vom 27. Dezember - 24-Jähriger mit Drogen unterwegs
27.12.2013