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Dahme-Spreewald Investor plant Amazon mal vier
Lokales Dahme-Spreewald Investor plant Amazon mal vier
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06:39 30.08.2019
Logistikpark Kiekebusch: Auf einem Bauschild lässt sich erstmals erkennen, was die Investoren konkret planen. Quelle: Josefine Sack
Kiekebusch

Das Gewerbegebiet in Kiekebusch hält für die Schönefelder immer neue Überraschungen parat. Erst erfuhr die Gemeinde vom Eigentümer der Fläche quasi im Vorbeigehen, dass sich dort der Online-Gigant Amazon ansiedeln wird. Und jetzt, wo die Amazon-Halle fast fertig ist, haben die Bauherren – zwei westdeutsche Immobilienentwickler – ein Bauschild aufgestellt, das es in sich hat.

Auf dem Bauschild ist abgebildet, wie der Logistikpark künftig aussehen soll. Gezeigt werden vier Hallen. Eine davon – die Amazon-Halle – steht bereits. Sie ist 34 000 Quadratmeter groß, größer also als drei Fußballfelder. Eine zweite Halle daneben ist bereits im Bau. Sie wird 16 000 Quadratmeter messen. Die Abbildung zeigt aber daneben noch zwei weitere Hallen – und beide werden noch einmal deutlich größer sein als Amazon. Sie messen beide 41 600 Quadratmeter, also jeweils mehr als vier Hektar.

Alles wird Logistik

Konkrete Mieter scheint für die drei Hallen noch nicht zugeben. Einzig die Amazon-Halle ist auf dem Schild als „vermietet“ ausgewiesen. Allerdings ist unzweifelhaft, welchen Unternehmenszweig die Entwickler Pflugfelder und May & Co. in den restlichen Hallen unterbringen wollen: Es wird alles Logistik.

Der Bebauungsplan für das mehr als 30 Hektar große Gewerbegebiet stammt aus den 90er Jahren, die damals noch eigenständige Gemeinde Kiekebusch hat ihn in dieser Größe entworfen und gegen den Widerstand des Landes sogar gerichtlich eingeklagt. Vor zwei Jahren wurde der Plan dann von der Gemeinde Schönefeld noch einmal überarbeitet. Allerdings, wie der damalige Vorsitzende des Gemeindeentwicklungsausschusses, Olaf Damm (CDU), betont, ohne die späteren Nutzer zu kennen.

Zeitrahmen für Bau und Vermietung noch unklar

Auch wie die Bebauung aussehen wird, war bis jetzt offen. „Wir haben natürlich keine Bilder gesehen“, sagt Bürgermeister Udo Haase (parteilos). „Aber jeder wusste: Es sind 36 Hektar, da kommt schon ordentlich etwas hin.“

Von der schieren Größe der abgebildeten Hallen zeigt sich nun aber auch Kiekebuschs Ortsvorsteher Detlef Bertram überrascht. Er werde sich Anfang September in einem Vor-Ort-Gespräch mit den Investoren treffen und sich über die Vorhaben informieren, sagt er. Bei May & Co. wollte man sich zu dem Bauschild öffentlich nicht äußern. Offen ist deshalb auch, in welchem Zeitrahmen Bau und Vermietung eingeplant sind.

Haase drängt auf schnelleren Bau der Auffahrt

Wenn die Hallen in absehbarer Zeit realisiert und an Logistikunternehmen vermietet werden, bedeutet das freilich zusätzlichen Pkw- und Lkw-Verkehr auf den Straßen rund um Kiekebusch, vor allem auf der L 400 durch Waltersdorf. Allerdings – und das ist die gute Nachricht – seien diese Flächen in die bisherigen Verkehrsprognosen bereits einberechnet worden, sagt der zuständige Verkehrsplaner Torsten Schulz vom Büro PST, das seit Jahren in Schönefeld tätig ist. Insgesamt gehe man von 1000 Lkw und 2500 Pkw aus, die bei voller Ausbaustufe täglich ins Gewerbegebiet rollen werden.

Problematisch daran ist, dass die Autobahnauffahrt Kiekebusch, mit der das Gewerbegebiet an die A113 angebunden werden soll, wahrscheinlich noch rund neun Jahre auf sich warten lässt. Die längste Zeit davon verschlingen Antrags- und Planverfahren. „Das geht natürlich nicht, das muss schneller gehen“, sagt Udo Haase. Er habe im Bundesverkehrsministerium bereits ein erstes Gespräch geführt und eine Übergangslösung vorgeschlagen. Eine Art Behelfsausfahrt, die so lange genutzt werden kann, bis die richtige Anschlussstelle fertig ist.

Ob so etwas aber überhaupt möglich ist, ist unklar. In Expertenkreisen reagiert man in dieser Frage eher verhalten.

Von Oliver Fischer

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