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Dahme-Spreewald Kinder, seid ihr groß geworden!
Lokales Dahme-Spreewald Kinder, seid ihr groß geworden!
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19:57 05.04.2013
Die Drillings-Familie mit Jonathan (l.), Theresa und Constantin am 6. Juli 1996 in der MAZ.
Die Drillings-Familie mit Jonathan (l.), Theresa und Constantin am 6. Juli 1996 in der MAZ. Quelle: Archiv
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FRIEDERSDORF

Sie gratulierten mit Plüschtieren, Gutscheinen und Stramplern. Seit Menschengedenken waren dies die ersten Drillinge in Friedersdorf. Seither wurden sie zu einem „Markenzeichen“ für den Ort. Vom Großvater bis zum Steppke kennt sie in Friedersdorfer jeder.

„Und nun – Kinder wie die Zeit vergeht – werden sie schon 18! Man mag es kaum glauben“, sagt Vater Mirko Wodrich schmunzelnd, als er die Fotografin sowie die MAZ-Redakteurin nun schon zum dritten Mal in dem gemütlichen Haus in der Bahnhofstraße begrüßt. Die Vorbereitungen für die große Geburtstagsparty im Bürgertreff in Wolzig mit rund 80 Gästen laufen seit Wochen auf Hochtouren. Schließlich wollen Getränke besorgt, das Essen mit Hilfe von Oma Wodrich vorbereitet und natürlich auch die Musik ausgewählt werden. In Bezug auf Letzteres drängelt Theresa ihre Brüder seit Tagen, dass sie endlich in die Puschen kommen. Jonathan und Constantin nehmen es gelassen, gefeiert wird erst am nächsten Sonnabend. Da ist doch noch Zeit.

Die gewünschten Geschenke aber sind längst ausgewählt. Auf der Hitliste ganz oben steht bei allen Dreien Geld, das sie allerdings für höchst unterschiedliche Dinge ausgeben wollen. Theresa fotografiert gern und spart für ein Objektiv sowie für Reisen. Constantin möchte gern eine neue Uhr. Außerdem kann er ein paar Euro gut gebrauchen, wenn er nach dem Abitur im Sommer in Dresden bei der Telekom ein duales Studium als Wirtschaftsinformatiker beginnt. Jonathan, der mit Constantin dieselbe Abi-Klasse im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium besucht, würde sich vor allem über Gutscheine freuen. Er beginnt im August in Berlin eine Lehre als Industriekaufmann und will danach Betriebswirtschaft studieren. Da käme ihm ein bisschen Benzingeld ganz recht. Zumal die drei ihren Führerschein schon in der Tasche haben und sich jetzt das alte Auto ihrer Mutter teilen.

Theresa legt im nächsten Jahr an der Dessau-Schule in Zeuthen ihr Abitur ab. „Die Drei sind höchst unterschiedlich, gehen aber jeder ihren Weg und darauf sind wir stolz“, sagen Cornelia und Mirko Wodrich übereinstimmend, obwohl sie seit knapp sechs Jahren kein Paar mehr sind. Im Unterschied zu Theresa und Jonathan bekennt Constantin freimütig, dass er an der Trennung ganz schön zu knabbern hatte. Für ihn sei eine heile Welt zusammengebrochen. Theresa und Jonathan nahmen es gelassener. Zumal der Vater als Gemeindearbeiter nach wie vor im Ort wohnt und arbeitet und sie jeden Mittwoch sowie jedes zweite Wochenende bei ihm verbringen. Mit den neuen Partnern der Eltern kommen alle Drei ihren Angaben zufolge glücklicherweise sehr gut klar.

Mit gemeinsamen Unternehmungen ist es bei den Geschwistern jetzt allerdings so eine Sache. Theresa findet es total toll, mit ihren Brüdern zu shoppen oder ins Kino zu gehen. Jonathan betrachtet dies eher als langweilig. Und Constantin hat eine Freundin, die er natürlich lieber in den Arm nimmt.

Mit dem Teilen aber haben alle Drei kein Problem. Höchstens jetzt ein wenig mit dem Auto. „Auch wenn sie manchmal ein bisschen nerven, möchte ich meine Geschwister nicht missen“, sagt Jonathan. „Sie haben in jedem Fall mehr Vor- als Nachteile“, ergänzt Constantin. Und Theresa, die den Eltern zufolge den goldrichtigen Namen trägt, „könnte ohne ihre Brüder überhaupt nicht leben.“ Als sie ab der siebten Klasse verschiedene Schulen besuchen, fiel ihr dies anfangs unheimlich schwer.

Abgesehen von den unzähligen schlaflosen Nächten sowie dem Hausbau, als die Drillinge knapp sechs Monate alt waren, wovon die MAZ schon im Juli 1996 berichtete, sagt Mutter Wodrich rückblickend, dass das erste Schuljahr die schwierigste Zeit gewesen sei. Nach der Arbeit als Fachangestellte einer Krankenkasse und einem Arbeitsweg von täglich etwa drei Stunden noch Lesen üben und alle Mappen kontrollieren, sei wahrlich nicht einfach gewesen. Theresa als Linkshänder fiel es damals besonders schwer. Aber sie war auch am fleißigsten. Anfangs dachten die Eltern schon, dass sich Theresa die Buchstaben überhaupt nicht merken könne. Daher kamen sie auf die pfiffige Idee, wie die MAZ im Juli 2002 schrieb, die Buchstaben im ganzen Haus aufzuhängen. Und siehe da: Es klappte, einer der Drillinge kam immer auf sie zurück. Jonathan kam prima mit den Zahlen zurecht. Aber Schön-Schreiben lag ihm überhaupt nicht. Bei ihm musste alles fix gehen, während Constantin schon fast ein bisschen penibel und langsam war. Auf dem Fußballplatz bei Fortuna Friedersdorf aber verstehen sich beide bis heute (meist) prächtig. Richtig Krach gab es aber, als Jonathan Constantins Gameboy zerlegte. „Da hat es gerappelt in der Kiste – aber wie“ , erinnern sich die Brüder. Heute gibt es höchstens noch Streit, weil der „Liebesbrief“ der Mutter für die anstehende Hausarbeit von den Brüdern wieder einmal „übersehen“ wurde oder Constantin „rein zufällig“ die Klamotten seines Bruders trägt.

Als schmerzlich empfanden die Drillinge, als ihre Oma Traudchen im vergangenen Jahr starb. Während sich Theresa und Constantin umarmten und weinten, ging Jonathan an diesem Tag zum Fußballtraining. Erst bei der Beerdigung ließ er alles raus und schrie. Geradezu liebevoll erinnert er sich daran, dass sie jeden früh darauf bestand, dass sich die Drillinge gemeinsam an den Tisch setzten: Frühstück im Stehen gab es bei Oma Traudchen nicht. (Von Franziska Mohr)

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