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Dahme-Spreewald Kita-Koch über herumliegendes Obst verägert
Lokales Dahme-Spreewald Kita-Koch über herumliegendes Obst verägert
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03:42 25.09.2014
Erhard Domke, 65, würde das Obst gern in Kitas verarbeiten.
Erhard Domke, 65, würde das Obst gern in Kitas verarbeiten. Quelle: Michaela Grimm
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Mittenwalde

Wenn Erhard Domke die reifen Äpfel und Birnen an den Bäumen zwischen dem Sportplatz und der Mehrzweckhalle in Mittenwalde sieht, fallen ihm auf Anhieb Rezepte ein. „Birnen schälen, vierteln, entkernen, dünsten, karamellisieren – und schon hat man ein feines Kompott“, schwärmt der pensionierte Koch aus Motzen, der zuletzt in einer Berliner Kita zehn Jahre lang das Essen zubereitete. Vor vier Wochen kam dem 65-Jährigen die Idee, das Obst in Mittenwalde zu ernten und daraus Nachtisch und Kuchen in den Kitas der Ortsteile zu kochen und backen. 300 Kilogramm Früchte, schätzt Domke, hingen an den Ästen, inzwischen fault viel davon auf der Wiese.

Vorschlag stößt auf offene Ohren, wird aber abgelehnt

Beim Fest des Ortsbeirates Ende August hat der Koch seine Idee der Gemeinde vorgeschlagen. Auch für die Pflaumen und Walnüsse auf dem Gelände wären ihm allerhand Kindergerichte eingefallen. Nun ärgert Erhard Domke sich: „Was hier vergammelt, hätte man schon vor Wochen verteilen können. Da fehlen mir die Worte.“

Domkes Vorschlag stieß bei der Verwaltung zwar auf offene Ohren. Aber: „Wir haben ein hygienisches Problem, wenn er das Obst in der Kita verarbeiten will“, sagt Mittenwaldes Vizebürgermeisterin Hedda Dommisch. Es fehle schlichtweg die dazu notwendige Ausstattung. „Wir haben auch keine Küchenkräfte, das Essen wird in alle Kitas geliefert. Die Küchen dort sind reine Ausgabestellen.“ Zudem könne die Stadt trotz eines vorliegenden Gesundheitspasses im Fall des Falles nicht die Verantwortung übernehmen.

Viele Mittenwalder ernten nach Bedarf

Was die Obstbäume betrifft, so Dommisch, handele es sich laut Bebauungsplan um eine stadteigene Streuobstwiese. Viele Mittenwalder kennen den Platz und ernteten für sich selbst nach Bedarf. „Die Äpfel sind für alle da. Die wachsen so, wie sie möchten.“ Besondere Pflege erfahren die Bäume nicht. „Das stört keinen und behindert keinen“, sagt Hedda Dommisch.

Erhard Domke hat dennoch Hoffnung, dass die übrigen Früchte geerntet und an die Schul- und Kita-Kinder verteilt werden. „Ich kenne das aus Berlin, dass viele Mütter ihren Kindern kein Obst mitgeben können, weil es für sie zu teuer ist.“

Von Michaela Grimm

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