Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Waldbrände wegen Waldparkern? Anwohner sind besorgt
Lokales Dahme-Spreewald Waldbrände wegen Waldparkern? Anwohner sind besorgt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:18 05.07.2019
Ulrich Rigoll mit seinem selbstgemalten Warnschild. Quelle: Oliver Fischer
Klein Köris

50 Autos werden es gewesen sein, schätzt Ulrich Rigoll, die meisten Berliner. Sie alle parkten am Sonnabend links und rechts entlang der Zufahrt zum Badestrand des Tonsees. Ab zehn Uhr reihte sich eines ans andere. Am Sonntag dann das gleiche Bild. Am Montag kamen sie später, aber ab 17 Uhr war wieder alles voll. „An warmen Tagen sieht es immer aus“, sagt Rigoll.

Sein Problem dabei: Die Autofahrer bleiben mit ihren Fahrzeugen nicht auf dem breiten Sandweg. Sie stellen sich auf Wiesen. Sie fahren ins Gebüsch. Sie parken direkt auf den Kiefernzapfen, auf den trockenen Nadeln, auf dem Totholz, dass von den jüngsten Baumarbeiten noch im Wald herumliegt. Und das auch bei 37 Grad Celsius, bei wochenlanger Trockenheit, bei Waldbrandwarnstufe fünf. „Die kommen aus Berlin, haben 50 Kilometer Fahrt hinter sich. Die Katalysatoren sind heiß und damit stellen sie sich in den Wald, weil sie dort einen Schattenplatz haben“, sagt Rigoll und greift sich an den Kopf. „Das Holz ist so trocken, das explodiert.“

Gefahr für sein Haus und die der Nachbarn

Ulrich Rigolls Problem dabei ist nicht nur, dass er sich angesichts der Waldbrände der vergangenen Wochen um den Wald sorgt. Sein Grundstück liegt an eben jenem Weg, sein Haus, sein Garten. Er lebt dort, genau wie rund zehn weitere Familien. Und in den parkenden Autos sieht er eine Gefahr für sein Haus und die Häuser seiner Nachbarn. „Dass es wegen der Autos brennt, will keiner hier erleben“, sagt er.

Der Pensionär hat sich deshalb am Wochenende ein Schild gemalt und es an den Wegesrand gestellt, direkt dort, wo der Wald beginnt. Es war ein knallrotes Schild, es zeigte eine große fünf. Rigoll schrieb dazu, dass es sich dabei um die aktuelle Waldbrandwarnstufe handelt, die fünfte von fünf. Messbarer Erfolg: keiner. Mindestens 15 Autos standen auch am Sonntag wieder direkt auf Waldboden. „Einige sogar hinter Schildern, die das Befahren ausdrücklich verbieten“, sagt Rigoll.

Förster: Das bedarf einer Regelung

Der zuständige Revierförster Thomas Schumacher kennt das Problem – und er sieht die Forstbehörde in einer Zwickmühle. Die Zufahrt zum See sei bislang nicht offiziell als Waldweg ausgewiesen, geparkt werde dort traditionell seit vielen Jahren. Es sei auch geduldet worden. „Aber das bedarf einer Regelung“, sagt er. Einerseits freue man sich über Touristen, die in die Region kommen. „Dann muss man ihnen aber andererseits auch Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Schutz des Waldes sichern.“

Schumacher hat bereits das Gespräch mit der Polizei gesucht, die in dieser Woche auch schon vor Ort war und Knöllchen verteilte. Er selbst versuche, auch einmal täglich in Klein Köris zu sein und dort Autofahrer zu notieren, die regelwidrig parken. „Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht aber, wenn die Gemeinde ein Konzept erstellen und auf einem Stück der Zufahrt einen offiziellen Parkplatz für Badegäste einrichten würde. Dafür könnte dann der Rest des Weges für Autos gesperrt werden“, so Schumacher.

Bürgermeister: „Mich ärgert das genauso“

Auch bei der Gemeinde wäre man da durchaus willig. „Mich ärgert das genauso“, sagt Bürgermeister Marco Kehling. Die Gemeinde habe aber keine Flächen, um kurzfristig für Abhilfe zu sorgen. „Es ist nicht einfach, aber wir müssen uns da mit dem Amt und der Forst zusammensetzen, um eine Lösung dafür zu finden.“ Zumal die Badestelle auch gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. „Selbst aus Berlin ist sie gut mit dem Zug erreichen. Da wäre es natürlich schön, wenn das mehr genutzt würde.“

Ulrich Rigoll hat derweil den Rasen vor seinem eigenen Grundstück so weit gemäht, dass Autos dort parken konnten. „Das haben sie auch gemacht“, sagt er. Aber die Fläche reicht vielleicht für drei Autos. Nicht für 50.

Die aktuellen Waldbrandgefahrenstufen sind im Internet einzusehen https://mlul.brandenburg.de/wgs/text

Von Oliver Fischer

Am 18. August soll der große Tag sein. Dann will Peter Macky seinen Kaiserbahnhof in Halbe nach langjähriger Sanierung wieder eröffnen. Dazu erwartet der Neuseeländer auch zahlreiche Gäste vom anderen Ende der Welt.

02.07.2019

Zum zweiten Mal haben die Einwohner von Märkisch Buchholz Unterschriften gegen den Abbau eines Geldautomaten im Ort gesammelt. Bei der Sparkasse zeigt man Verständnis – und verweist auf Online-Banking.

02.07.2019

Es könnte eine längere Atempause für die Feuerwehrleute in Brandenburg sein: Sinkende Temperaturen und ein wenig Regen haben die Situation in einigen Waldbrandgebieten entspannt – auch beim Großbrand in der Lieberoser Heide.

01.07.2019