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Königs Wusterhausen Bahnstreik legt Bahnhof lahm
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Bahnstreik legt Bahnhof lahm
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18:17 10.12.2018
Die S 46 fuhr am Montag ab 9 Uhr weitgehend wieder. Auf anderen Linien kam es noch bis zum Mittag zu Verspätungen und Zugausfällen. Quelle: Josefine Sack
Königs Wusterhausen

Vom Warnstreik bei der Deutschen Bahn waren am Montag auch Reisende am Bahnhof Königs Wusterhausen betroffen. Bis zum Mittag mussten Pendler mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

Arbeitgeber wurde informiert

Kevin Päplow aus Königs Wusterhausen hatte Glück im Unglück: Sein Arbeitgeber gab ihm spontan frei, als am Montagmorgen nichts mehr fuhr. Päplow arbeitet als Einzelfallhelfer in der „Schule am Waldblick“ in Mahlow und nimmt normalerweise um 6.40 Uhr die Regionalbahn 22 (in Richtung Golm) nach Schönefeld. Dort steigt er in den RE 7 nach Wünsdorf-Waldtstadt. Als er jedoch um 6.25 Uhr am Bahnhof Königs Wusterhausen ankam und merkte, dass ihn in den nächsten Stunden kein Zug zu seiner Arbeitsstätte bringen würde, blieb ihm nichts übrig, als seinen Arbeitgeber zu informieren und wieder nach Hause zu gehen.

Wissenschaftler kamen zu spät

Auch Pendler aus Berlin hatten es am Montagmorgen schwer, nach Dahme-Spreewald zu kommen. So kam der Leiter des Deutschen Elektronen-Synchrotron (Desy), Christian Stegmann, nach Aussage seiner Sekretärin am Morgen mit einiger Verspätung ins Büro. Wie viele Wissenschaftler, die auf dem Campus in Zeuthen arbeiten, kommt Stegmann mit der S-Bahn aus Berlin. Im Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen hingegen, wo die Frühschicht um 6 Uhr beginnt, waren die Mitarbeiter offenbar auf den Streik vorbereitet. Laut Sprecherin Ragnhild Münch haben es die meisten rechtzeitig zum Dienst geschafft.

Hauptbahnhof war eigentlich Ziel

Eineinhalb Stunden harrte Saskia Schütze aus Zernsdorf bereits auf dem Bahnhof aus. „Eigentlich hätte ich nach Berlin an den Hauptbahnhof gemusst. Dort treffen wir uns alle zu einer Seminarfahrt nach Libusa. Jetzt fahre ich wohl direkt nach Elbe-Elster. Wenn ich hier weg komme“, sagt die junge Frau, die gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Termin mit den Pinguinen geplatzt

Seinen Termin verpasst hatte auch Paul Dahms aus Berlin. „Um 11  Uhr wollten wir in den Spreewelten in Lübbenau sein. Dort werden die Pinguine gefüttert“, sagt der Berliner. „Dafür haben wir extra ein Urlaubstag genommen“, sagt Partnerin Anke Wilhelms verärgert.

Ab 9 Uhr fuhren die S-Bahnen der Linie 46 wieder

Aufgrund des bundesweiten Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) stand der Zugverkehr von 5 bis 9 Uhr still. Bis zum Nachmittag kam es in der Region noch zu Verspätungen und Zugausfällen. Die S-Bahnen der Linie 46 verkehrten ab 9 Uhr weitgehend wieder im regulären 20-Minuten-Takt. Betroffen waren auch die Züge der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg).

Odeg durch Infrastruktur der Bahn trotzdem betroffen

Laut Sprecherin Dietmute Graf kam es auf den Linien in Richtung Königs Wusterhausen zwischen 6.20 und 8.30 Uhr zu Zugausfällen. „Es fuhren nur vereinzelt Züge“, sagte sie. Die Züge waren in den Morgenstunden zum Teil restlos überfüllt. Zwischen Königs Wusterhausen und Cottbus konnten hingegen alle Verbindungen der Odeg normal bedient werden. Dass der Warnstreik bei der Bahn auch Auswirkungen auf die Linien der Odeg hatte, begründete die Sprecherin damit, dass das Unternehmen „von der Infrastruktur der Bahn abhängig“ sei.

Bahnhofskiosk profitierte

Der „Spar Express“ im Bahnhof profitierte sogar vom morgendlichen Verkehrschaos: Eine Mitarbeiterin bestätigte, dass es in dem Backshop am Montagmorgen „voller als üblich“ war. Nach dem Motto „Abwarten und Tee trinken“ reagierten die Pendler größtenteils gelassen auf die Einschränkungen bei der Bahn. Viele gönnten sich erst einmal einen Kaffee.

Von Josefine Sack und Julia Marchand

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