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Königs Wusterhausen „Schach von Wuthenow“: DDR-Filmemacher plaudern über Fontane und Starallüren
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen „Schach von Wuthenow“: DDR-Filmemacher plaudern über Fontane und Starallüren
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00:56 17.03.2019
Regisseur Richard Engel und Schauspielerin Petra Kelling (Mi.) im Gespräch mit der Filmhistorikerin Katrin Sell (r.). Quelle: Josefine Sack
Königs Wusterhausen

Es ist schwer, zu sagen, was unterhaltsamer war: der DDR-Fernsehfilm „Schach von Wuthenow“ selbst oder die Anekdoten, die Regisseur Richard Engel und Schauspielerin Petra Kelling zum Besten gaben. Anlässlich des Fontane-Jahrs hatte der Kulturbund Dahme-Spreewald am Freitag zu der Filmvorführung in die Stadtbibliothek Königs Wusterhausen geladen.

Filmvorführung des DDR-Films "Schach von Wuthenow" (nach Fontane) in der Stadtbibliothek Königs Wusterhausen mit Regisseur Richard Engel, Darstellerin Petra Kelling und Filmhistorikerin Katrin Sell. Quelle: Josefine Sack

Engel hatte den Film 1977 für das Fernsehen der DDR mit Michael Gwisdek, der polnischen Schauspielerin Beata Tyszkiewicz und Petra Kelling in den Hauptrollen gedreht. Er beruht auf der gleichnamigen Erzählung Fontanes von 1882.

Film handelt vom Niedergang der Preußen

Die Geschichte spielt 1806, kurz vor der Niederlage Preußens gegen Napoleon. Der Protagonist, ein preußischer Offizier namens Schach von Wuthenow, gilt als Frauenheld. Er umwirbt die Witwe Josephine von Carayon. In einem Moment romantischer Gefühlsverwirrung verführt er deren Tochter Victoire, die als junges Mädchen eine Schönheit war und deren Gesicht nach einer Pockenkrankheit entstellt ist.

Die Mutter, Josephine von Carayon, drängt auf eine Heirat und wird sogar beim preußischen König vorstellig. Friedrich Wilhelm III. erinnert Schach an seine Pflicht. Als königstreuer Offizier gehorcht Schach. Er erschießt sich jedoch kurz nach dem Eheschluss, weil er glaubt, den Spott seiner Regimentskameraden nicht ertragen zu können.

An die 70 Zuschauer kamen am Freitag zur Filmvorführung des DDR-Films "Schach von Wuthenow" in die Stadtbibliothek Königs Wusterhausen. Quelle: Josefine Sack

Erzählung beruht auf historischen Tatsachen

Von der Filmhistorikerin Katrin Sell, erfahren die Zuschauer, dass die Erzählung auf einer wahren Geschichte beruht: Der preußische Major Otto Friedrich Ludwig von Schack entschloss sich aus Geldnot, die wohlhabende, jedoch unansehnliche Victoire von Crayen zu heiraten. Schack erschoss sich vor der Hochzeit.

Fontane verknüpft den Untergang des Majors mit dem Niedergang der preußischen Armee“, sagt Sell. Obwohl es sich um einen hochpolitischen Roman handele, vergesse Fontane nie die menschliche Situation, so die Filmhistorikerin.

Schwieriger Dreh zu DDR-Zeiten

„Wonach bewertet man Menschen, nach welchen Konventionen: Diesen Zugang wollten wir mit dem Film finden“, erläutert Regisseur Engel. Die innere Zerrissenheit Schachs dokumentierte er in minutenlangen Close-ups. Der Zuschauer ist gezwungen, sich in die Dramatik der Figur hineinzuschauen.

Der Dreh sei nicht leicht gewesen, erzählt Petra Kelling. Sie spielte die pockenvernarbte Victoire. Über den Hollywoodstar Beata Tyszkiewicz verrät die Über-70-Jährige: „In der Pause saß Beata im Bademantel da. Sie hat sich mit Micha halb tot geflirtet.“

Michael Gwisdek habe „einen jungenhaften Spaß“ beim Dreh gehabt. Er wollte aufs Pferd und hantierte stolz mit der Pistole, erzählt Engel. „Je älter der Film wird, umso besser gefällt er mir“, so der Regisseur.

Von Josefine Sack

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