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Königs Wusterhausen Die Posaunen der Stadt erklingen in der Partnerstadt Hückeswagen
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06:00 06.11.2019
Der Posaunenchor mit Ensembleleiter Karsten Kalz (l.) vor der Kreuzkirche in Königs Wusterhausen. In der Bildmitte Horst Kalz, der schon 70 Jahre dabei ist.
Königs Wusterhausen

Wenn die Bläser des Posaunenchores Königs Wusterhausen (PCKW) an Sankt Martin sowie dem Ewigkeitssonntag auftreten, wissen sie, ob sich die Mühe all ihrer Proben in den vergangenen Monaten gelohnt hat.

40 Auftritte pro Jahr

Und dies seit ihrer Gründung 1930 seit nunmehr fast 90 Jahren. Dann nämlich – zu Beginn der Advents- und Weihnachtszeit – müssen auf Trompete, Posaune, Horn und Tuba Stücke wie „Jauchzet dem Herren, alle Welt“, „Es ist ein Ros entsprungen“ oder „Macht hoch die Tür“ gemeinsam erarbeitet sein. Stehen den Bläsern in dieser Zeit doch ungefähr die Hälfte der jährlich insgesamt etwa 40 Auftritte bevor.

Tradition endet

Die inzwischen über die Region hinaus bekanntesten sind das schon seit 1991 stattfindende Turmblasen an den Adventssonntagen sowie seit 1993 auch Heiligabend auf dem Funkerberg. Eine Tradition, die in diesem Jahr allerdings nicht fortgesetzt wird. Zum Bedauern des Posaunenchores müssen die Königs-Wusterhausener dann seit vielen Jahren erstmals auf das Erklingen so bekannter Weihnachtslieder wie „Oh du fröhliche“ oder „Stille Nacht, heilige Nacht“ von dem 1910 bis 1912 erbauten, 33 Meter hohen Wasserturm verzichten.

Private und gesundheitliche Gründe

Die Turm-Café-Betreiberin und Lebenspartnerin des Eigentümers Stefan Burkert, Anja Pregitzer, begründete dies nur „mit schon seit Monaten bekannten privaten und gesundheitlichen Gründen.“ Stefan Burkert selbst war gestern nicht erreichbar. Bei Insidern heißt es in der Stadt, dass er den „Turm“ verkaufen will.

Dennoch Höhepunkte in der Weihnachtszeit

Dennoch schaffen die Mitglieder des Posaunenchores aber in der Weihnachtszeit Höhepunkte für die Königs Wusterhausener und ihre Gäste. Einer davon findet am Vorabend des dritten Advent (14. Dezember) ab 16 Uhr in der Kreuzkirche statt. Dort lassen die Bläser bei freiem Eintritt gemeinsam vielen anderen Akteuren wie der Chor- und Instrumentalgruppe des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums und dem katholischen Chor der St.-Elisabeth-Gemeinde Weihnachtsmusik aus verschiedenen Jahrhunderten erklingen.

„Früher sind wir Bläser Heiligabend früh noch durch Königs Wusterhausen gezogen“, erinnert sich Horst Kalz, der dem Ensemble seit 1950 – stolze 70 Jahre – die Treue hält. Geblieben ist dem Posaunenchor in all den Jahren das Motto „Gott loben, das ist unser Amt“. Mit 86 Jahren ist Horst Kalz das älteste, seine Enkelin Rebekka mit 13 das jüngste Ensemblemitglied.

Übernahme der Ensemble-Leitung

„Wir verstehen unsere Musik als eine besondere Gabe, andere Menschen zu unterstützen, ihnen zu helfen“, betont Karsten Kalz, der von seinem Vater nicht nur den stadtbekannten Metallbaubetrieb, sondern 2004 auch die Ensemble-Leitung übernahm. Daher findet der Unternehmer mit seinen Bläsern Jahr für Jahr auch noch die Zeit, die Gemeinde nicht nur durch das komplette Kirchenjahr zu begleiten, sondern obendrein Patienten in Kliniken oder Senioren in Altenheimen musikalisch zu erfreuen.

Willkommen ist jeder

Dabei verhehlt Karsten Kalz nicht, dass er die Musik des Posaunenchores auch als eine niederschwellige Art der Verkündigung versteht. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Bläser konfessionell gebunden sein muss. Willkommen ist jeder Musikfreund, unabhängig von Weltanschauung und Religion. Zu den Bläsern gehören Apotheker ebenso wie Schüler, Krankenschwestern, Angestellte, Zerspaner oder Schlossermeister. Sie alle vereint die Freude an der Musik, die die Bläser auch auf zahlreichen Schloss- und Stadtfesten bis hin zum Brandenburg-Tag mit der legendären von Horst Kalz vorgetragenen Amboss-Polka unter Beweis stellten.

Festmusik im nächsten Jahr

Einfach allerdings gestaltete sich die 90-jährige Geschichte des Posaunenchores nicht, die am 2. Mai 2020 mit einer Festmusik gefeiert wird, zu der Leiter Karsten Kalz schon heute alle Königs Wusterhausener und ihre Gäste in die Kreuzkirche einlädt. Mit dabei sind dann auch Bläser aus anderen Landesteilen, mit denen die Königs Wusterhausener durch ihre Teilnahme an Landesposaunentagen, Kirchentagen oder Deutschen Bläsertagen seit Jahren verbunden sind.

Emotionaler Moment

Ein Ehrenplatz gebührt dabei Karsten Kalz zufolge den Bläsern des Posaunenchores Scheideweg in Hückeswagen im Bergischen Land, zu denen die Kirchengemeinde schon seit den 1970er Jahren eine intensive Partnerschaft pflegt. „Als uns die Scheideweger 1988 anlässlich ihres 100. Bestehens 1992 nach Hückeswagen eingeladen haben, konnten wir als DDR-Bürger nur müde lächeln. Nicht ahnend, dass wir einige Jahre später mit ihnen gemeinsam beim Aufstellen eines Berliner Mauerstücks in Hückeswagen das Deutschlandlied spielen würden“, erinnert sich Horst Kalz noch heute an diesen emotionalen Moment.

Viele Facetten

Zugleich ist das Chorjubiläum aber auch Anlass, um an den schweren Wiederanfang nach dem Krieg mit alten, oft mühevoll reparierten Instrumenten und stets fehlenden Noten zurückzudenken, wo ohne die Hilfe aus westlichen Kirchengemeinden kaum etwas ging. Bis heute unvergessen ist auch das Diktat der DDR-Oberen, die dem Posaunenchor in den 1950er zeitweilig Auftritte außerhalb des Kirchengeländes verboten. Im Krankenhaus sowie im benachbarten Gefängnis würde die Musik stören, hieß es. Pfiffig wie die Bläser waren, brachten sie dann eben dem Pfarrer und Gefängnisseelsorger Max Werner an Festtagen ein Ständchen auf dem Kirchhof, sodass die Gefangenen im benachbarten Gefängnis doch noch in den Genuss der Musik kamen. Nur eine von vielen Facetten einer Bläsertradition, die Königs-Wusterhausen nun schon seit 90 Jahren prägt.

Von Franziska Mohr

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