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Königs Wusterhausen Geschichtsstunde mit „Gundermann“ im Kino Capitol
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Geschichtsstunde mit „Gundermann“ im Kino Capitol
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01:16 13.04.2019
Andreas Dresen, Dietmar Schultke und Stephan Loge (v. l.) erzählten von ihren Erfahrungen in der DDR. Quelle: Heidrun Voigt
Königs Wusterhausen

Für mehr als 100 Jugendliche vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen und vom Oberstufenzentrum in Schönefeld stand am Mittwochvormittag ein ganz besonderer Geschichtsunterricht auf dem Programm. Sie sahen im Kino „Capitol“ Andreas Dresens Film „Gundermann“.

Über Gundermann

Der Film thematisiert die Verstrickungen des Lausitzer Baggerfahrers und Songpoeten Gerhard Gundermann mit der Staatssicherheit. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Mensch, der für seine Überzeugung kämpft und dabei immer wieder aneckt.

Podiumsdiskussion im Anschluss

Im Anschluss an den Film gab es eine Podiumsdiskussion mit Andreas Dresen und Landrat Stephan Loge (SPD), moderiert von Dietmar Schultke. Der Jugendreferent für historische Bildung im Landkreis Dahme-Spreewald hat die Veranstaltung organisiert. Zu Beginn erzählte er kurz von der DDR. Die Schüler erfuhren unter anderem, dass ein Brötchen fünf Pfennig gekostet hat und Chris Gueffroy 1989 bei der Flucht erschossen wurde.„Der Regisseur hat das sehr gut gemacht. Man konnte mit den Personen mitfühlen, sich in sie und ihre verzwickte Lage hineinversetzen“, sagte Felix (16) vom Schiller-Gymnasium. Seine Mitschülerin Nele (15) fand beachtenswert, dass der Film zwischen Tätern und Opfern die Waage gehalten habe.

Regisseur und Landrat reden über Stasi-Anwerbungen

In der Podiumsdiskussion berichteten Regisseur und Landrat, wie Mitarbeiter der Staatssicherheit versucht hätten, sie anzuwerben. Stephan Loge erzählte, dass bei seinem Vorstellungsgespräch beim Reichsbahnamt ein Mann dabei gewesen sei, der ihn später anrief und sich mit ihm über seine „verantwortungsvolle Arbeit“ unterhalten wollte. „Nach dem dritten Gespräch merkte ich, hier ist irgendetwas nicht Eisenbahn. Beim letzten Treff, einen Tag vor meinem Urlaub, hatte ich nur noch Angst und habe eine Verpflichtungserklärung unterschrieben“, offenbart der Landrat. Da er mit seinem Gewissen nicht klarkam, zog er nach seinem Urlaub per Einschreiben seine Unterschrift zurück. „Es war eine Liaison, die nie eine war“, betonte Loge, der sich auch nicht für die SED hatte werben lassen.

Er hat Angst gehabt

Andreas Dresen wurde von einem Stasimitarbeiter aus dem Unterricht an der Filmhochschule geholt und sollte über seine Seminargruppe berichten. Auch er habe Angst gehabt, so Dresen. Sein Glück sei gewesen, dass es sich um einen „unbedarften Stasimann“ gehandelt habe. Wäre dieser besser psychologisch geschult gewesen, hätte er vielleicht unterschrieben, räumte der Regisseur ein. „Es gibt auch den alltäglichen kleinen Opportunismus, wo sich jeder fragen kann, wo fängt heute Verrat an“, stellte Dresen fest.

Die Schüler bekamen ausführlich Antworten auf ihre Fragen in der anschließenden Diskussion.

Von Heidrun Voigt

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