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Königs Wusterhausen Das Bahnhofshotel: Ein Saal mit langer Geschichte
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17:39 30.03.2019
Der große Saal im Bahnhofshotel in Königs Wusterhausen Quelle: Archiv Rainer Kugel
Königs Wusterhausen

Der große Saal des ehemaligen Bahnhofshotels, dem heutigen Event-Center, war bereits in der DDR der „Kulturtempel“ von Königs Wusterhausen. Feuerwehrbälle, Karnevalsveranstaltungen, Laubenpieperbälle, Einschulungs- und Jugendweihefeiern erfreuten sich großer Beliebtheit. Spielten bekannte Beatgruppen zum Tanz auf, reisten sogar viele Berliner nach Königs Wusterhausen. Die Volkspolizei war dabei stets in Alarmbereitschaft, denn der übermäßige Alkoholgenuss führte schon damals oft zu Handgreiflichkeiten. Eine Saalschlacht auf politischer Ebene fand am 3. November 1932 im großen Saal des Bahnhofshotels statt. Die SPD von KW lud zu einer öffentlichen Versammlung ein. Es waren aber auch circa 50 SA-Leute anwesend. Ein SPD-Mann schwang große Reden und verbreite angeblich Lügen. Das verbat sich jedoch ein SA-Mann und so kam es zu einem schwerwiegenden Wortgefecht. Die SPD-Mitglieder stimmten die „Internationale“ an und die SA-Männer das Horst-Wessel-Lied. Dabei gingen sie mit Stühlen und Biergläsern auf die SPD-Männer los. Alles endete in einer schweren Saalschlacht und einer Niederlage für die SPD. Sie wurden durch Türen und Fenster gejagt. Parteimitglieder der SPD waren erheblich verletzt. Ein unbekannter Protokollschreiber notierte die Ereignisse und hielt das Chaos im Saal fotografisch fest. Einen Tag später nach dem großen Aufräumen hatte die NSDAP eine Versammlung. Dabei soll es ruhig gewesen sein. Die SPD war nicht anwesend.

Von Rainer Kugel

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