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Königs Wusterhausen Ein Stück Schmiedegeschichte von Königs Wusterhausen verschwindet
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05:00 31.03.2019
Die ehemalige Nagelschmiede in der Berliner Straße 22 in Königs Wusterhausen. Quelle: Archiv Kugel
Königs Wusterhausen

Wer in diesen tagen als älterer Königs Wusterhausener-Bürger die Berliner Straße entlang geht, verweilt einen Augenblick vor den Ruinenresten des Hauses Nummer 22 und denkt vielleicht an jene Zeit zurück, als in der Toreinfahrt noch zwei Tanksäulen standen.

Willy Ott und sein Frau Else versorgten Tag und Nacht die Autos bis 1950 mit dem nötigen Kraftstoff. Unsere Heimatgeschichte beginnt noch viel früher. Bereits 1700 befand sich in dem alten Gemäuer, das direkt an das Wohnhaus grenzt, eine Nagelschmiede, die Jahre später in eine Hufschmiede umgebaut worden ist. Wer der erste Meister war, konnte nicht ermittelt werden. Nachweisbar ist, dass ein späterer Besitzer nebenbei auch mit königlicher Genehmigung das Hütungsrecht für eine Kuh besaß.

Die Namen einiger Schmiedemeister, wie zum Beispiel Hübner, Bergmann, Unrat und Emil Leuther sind bekannt. Leuther wurde am 13. September 1875 in Königs Wusterhausen geboren, bestand seine Meisterprüfung am 16. März 1904 in Berlin mit „gut“. Er übernahm nur für kurze Zeit die Schmiede, musste sie aus gesundheitlichen Gründen an seinen Nachfolger Herrn Riedemann verkaufen. Riedemann veräußerte das Anwesen wiederum an eine Familie Reichert. Die Geschicke der Schmiede übernahm in der Zeit von 1926 bis 1931 Max Ott.

Viele Bauern aus der näheren Umgebung gehörten zu seiner Kundschaft. 12 Mark musste ein Bauer für das „Besohlen“ seines Ackergauls berappen.

Die auf dem Hof existierende Stellmacherei war ebenfalls in Besitz der Familie Ott. Es gibt viel zu tun, denn die damaligen Straßenverhältnisse waren nicht gerade die besten. Reparaturen von Reisekutschen und Jagdwagen wurden auch ausgeführt.

Die Arbeit am Schmiedefeuer machte sehr durstig und der Meister schickte seinen Gesellen dann gleich nebenan in das Lokal „Zum goldenen Adler“. Der sollte einen Landwehrtopf (alte Bezeichnung für einen großen Bierkrug) gefüllt mit einem Liter Bier holen.

Neue Schmiedegenerationen übernahmen den Handwerksbetrieb. 2018 kam dann das Aus für die auf dem Hof noch anwesende Schlosserei. Die Mieter des alten Hauses sind mittlerweile ausgezogen oder verstorben.

Nun entsteht ein neues Kapitel der Stadtgeschichte und auf dem Areal sollen neue Wohnhäuser gebaut werden.

Von Rainer Kugel

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