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Königs Wusterhausen In Königs Wusterhausen gab es einmal eine Pelztierfarm
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17:19 13.07.2019
Pelz war für die Damenmode vor dem Zweiten Weltkrieg wichtig.. Quelle: Archiv Kugel
Königs Wusterhausen

Königs Wusterhausen ist nicht nur durch die Rundfunkgeschichte weltbekannt geworden, sondern auch durch die in Vergessenheit geratene Pelztierfarm auf dem Funkerberg. Sie ist Anfang der 1930er Jahre gegründet worden und soll die größte Europas gewesen sein. Die gemeinnützige Edelpelztier-Vereinigung, die unter der Leitung des Schriftstellers Freiherr von Ompteda stand und ihren Sitz in Berlin hatte, schloss einen Vertrag mit der Post ab und erwarb auf dem Funkerberg ein Gelände von etwa 30 Morgen. Auf dem Areal der Funkerstation sollten dort mehr als 4000 Tiere für die Edelpelzverarbeitung untergebracht werden.

Ziel: Stopp der Importe

Das Ziel der deutschen Pelztierzucht war die Einfuhr von ausländischen Pelzen zu stoppen. Jacken, Mäntel oder Pelzkragen waren besonders in der Damenmode sehr beliebt. Der Bau der Anlage ging zügig voran. Zwischen langen Reihen wurden die Käfige in 30 Zentimeter Höhe über dem Erdboden aufgestellt. Ihre Form und Konstruktion ermöglichte es, dem Personal die Käfige leichter zu säubern und die Tiere besser zu füttern.

1300 Tiere in der Anlage

1300 Tiere fristeten in den Käfigen aus heutiger Sicht so ein kümmerliches Dasein. Ein Nerzfell kostete bis zu 50 Reichsmark. Für einen Mantel benötigte man etwa 80 bis 100 Nerzfelle. In den 30 Freigehegen liefen bis zu 900 Silberfüchse umher. Das Ausreißen der Tiere verhinderte man, indem man einen Drahtzaun etwa 75 Zentimeter tief in dem Erdreich versenkte. Um Sommer erhielten die Tiere zweimal täglich und im Winter einmal täglich Futter. Die Zubereitung des Futters begann frühs um 5 Uhr. Es bestand aus verschiedenen Fleischsorten und Innereien, Mohrrüben, Zitronen, Milch und Eiern. Jedes Tier besaß eine Stammkarte mit dem Namen und seinem Gesundheitszustand.

Probleme im heißen Sommer

Der heiße Sommer 1934 machte den Pelztieren gesundheitlich erheblich zu schaffen. Des öfteren musste der trockene Boden in den Freigehegen durch leichte Sprengungen aufgelockert werden. So konnten die Tiere in den entstandenen Hohlräumen sich etwas Abkühlung verschaffen.

Dramatische Szenen bei Kriegsende

Besonders dramatische Szenen spielten sich auf der Farm in den letzten Kriegsmonaten von 1945 ab. Die Versorgung der Tiere brach zusammen. Viele Tiere suchten, nachdem sie sich befreien konnten, das Weite. Ältere Bürger erinnern sich vielleicht noch daran, dass Tiere auf den Straßen und Plätzen herumliefen. Und auch nur Erinnerungen sind von der Edelpelztierfarm auf dem Funkerberg geblieben.

Von Rainer Kugel

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