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Königs Wusterhausen Wie der Bullenwinkel seinen Namen bekam
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Wie der Bullenwinkel seinen Namen bekam
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09:04 28.07.2019
Eine alte Ansicht des Bullenwinkels. Quelle: Archiv Kugel
Königs Wusterhausen

Unsere historische Wanderung durch das alte Königs Wusterhausen führt uns zum sogenannten Bullenwinkel. Viele, besonders die neu zugezogenen Bürger, werden sich fragen, wo dieser sich befindet. Dieser Winkel befand sich auf dem Gebiet des heutigen Gerichtsgebäudes in der Gerichtsstraße.

Seidenweberhaus stand dort, wo heute das Gericht ist

Bevor 1914 der Neubau des Gerichts seiner Bestimmung übergeben wurde, stand an dieser Stelle ein Seidenweberhaus. Es bewohnte George Gottfried Götze. Er hatte auf königlicher Order vom 16. März 1760 das Grundstück vom Preußenkönig Friedrich II. (Regierungszeit: 1740-1786) mit einer Kaufsumme von 200 Talern und einer jährlichen Pacht von 60 Talern erworben. Auf diesem Areal sollte eine Maulbeerplantage entstehen, um teure Seidenstoffe nicht mehr importieren zu müssen. Daher sind in unmittelbarer Nähe Maulbeerbäume angepflanzt worden. Der Besitzer hatte das Recht, auch auf den Friedhöfen in Zeesen, Schenkendorf, Miersdorf, Schulzendorf, Kiekebusch und Blossin Maulbeerbäume anzupflanzen. Die Pacht erhielt die Geistlichkeit.

Brauerei befand sich an der Stelle des VdN-Denkmals

Zurzeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (Regierungszeit 1713-1740) befand sich auf dem Gelände des heutigen VdN (Verfolgte des Naziregimes)-Denkmal eine Brauerei und Brennerei. Am 9. Dezember 1834 übergab der damalige Besitzer der Herrschaft Königs Wusterhausen, Herr Menken, dieses Grundstück, die dazugehörigen Ländereien und Wälder in einer Größe von 270 Morgen, 138 Quadraturen an den Ziegeleibesitzer August Viebeg. Die Pacht betrug 350 Taler im Jahr. Nach dessen Tod hörte die Erbpacht auf und alles wurde wieder dem Gut zurückgegeben.

Früher Viehmarkt

Im Volksmund erhielt es nun den Namen Bullenwinkel. Der Name kommt daher, dass dort von Gebäuden umschlossen ein Markt stattfand. Hier wurde früher ein Viehmarkt abgehalten. Büxte ein Tier aus, konnte es an der Ecke gleich wieder eingefangen wurden. Bereits Georg Gottfried Götze hielt auf diesem Gelände schon damals den Gemeindebullen.

Zweiter Name Plundermatz-Umkehr

Eine zweite Bezeichnung Plundermatz-Umkehr existiert auch im Volksmund. Sie geht darauf zurück: Früher kamen vom Berliner Berg (Berliner Straße) und aus Gräbendorf zwei Fuhrleute mit ihren Planwagen und kauften Lumpen auf. Auf ihr Pfeifen hin kamen Jugendliche und brachten das was ihnen die Mütter mitgegeben hatten. Die meisten verzichteten auf ihr Geld und nahmen dafür lieber unechte Ringe und Ketten. Besonders beliebt jedoch waren die bunten Bilderbögen von Gustav Kühne aus Neuruppin. In dieser Ecke muste dann aber das Gefährt wenden. Daher stammt der Name Pluntermatz-Umkehr.

Von Rainer Kugel

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