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Königs Wusterhausen Vor 100 Jahren wurde das Tabakshäuschen abgerissen
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14:05 29.07.2019
Eine Illustration des Tabakshäuschens. Quelle: repro: archiv kugel
Königs Wusterhausen

Große Berühmtheit erlange das „Tabakshäuschen“ am Nottekanal und füllt ein Kapitel der Königs Wusterhausener Geschichte. Viele Wanderer entlang des Nottekanals, die in Richtung Schenkendorf oder Mittenwalde gehen, fragen immer wieder: Wo stand denn nun eigentlich die „Bretterbude“, in der der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) nach seinen anstrengenden Staatsgeschäften Erholung und Entspannung fand? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter?

Anhöhe war als „Königsberg“ bekannt

Der König ließ in dieser sumpfigen Landschaft eine Anhöhe aus Sand errichten. Die Notte war damals noch nicht begradigt. Diese Anhöhe ging in die Heimatgeschichte als Königsberg ein. Bei schönem Wetter saß der Monarch auf einem Holzschemel neben der Eingangstür vor dem 3,5 mal vier Meter großen Tabakshäuschen, rauchte gemütlich sein Pfeifchen und leerte dabei manchen Humpen Bier. Nur seine engsten Freunde wie Fürst von Anhalt Dessau, alias der Alte Dessauer, empfing der König, um über politische Weltgeschichte, höfische Intrigen der europäischen Großmächte zu diskutieren. Er schmiedete in dieser Runde auch die Hochzeitspläne seiner Kinder.

Witterung setzte dem Haus zu

Die Witterung setzte im Laufe der Jahre dem Haus immer mehr zu und die Bausubstanz wurde maroder. Am Montag, dem 29. Juli 1919, verkündete der hiesige Forstmeister öffentlich, dass an diesem Tag um 11 Uhr das Tabakshäuschen zum Abbruch meistbietend verkauft werden sollte. Der Tischlermeister Krause aus der Luckenwalde Straße kaufte einen Großteil zur Wiederverwendung auf. In der Ausgabe des „Intelligenz-Blatts“ vom 2. August 1920 wurde eine Lesermeinung veröffentlicht: „Wegen des Abrisses des Tabakshäuschens fehlen mir die Worte. Fand sich denn wirklich kein Mensch in ganz KW, der gegen den Vandalismus Einspruch erhob. Es hat niemand genützt und niemand geschadet. Aber jeder hatte Freude an diesem Überbleibsel aus der anspruchslosen Zeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und für manch Einheimischen ist wohl damit die Erinnerung an seine Jugendzeit entschwunden.“ Der Protest kam leider zu spät.

Hier war der Standort

Doch wo stand nun eigentlich dieses Holzhäuschen? In einem Wanderbuch für die Mark Brandenburg aus dem Jahr 1903 steht: Zu erreichen ist es nur 0,7 Kilometer vom Schloss aus am Südufer des Nottekanals. Wer heute die verlängerte Goethestraße in Richtung Kanal entlang spaziert, stößt auf eine Grünfläche, von der aus links und rechts ein gepflasterter Weg in Richtung Kanal führt und in die Mitte dieser grünen Oase stand wie bereits erwähnt, das legendäre Tabakshäuschen. Wie es einst aussah, kann man nur erahnen, aber auf einem 1920 herausgegebenen Notgeldschein fand er seine Verewigung.

Von Rainer Kugel

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