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Königs Wusterhausen Autobahnabfahrt kommt frühestens in neun Jahren
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16:46 14.08.2019
Die A 113 bei Kiekebusch. Quelle: Josefine Sack
Kiekebusch

Auf der geplanten Autobahnabfahrt Kiekebusch ruhen derzeit große Hoffnungen. Die Anschlussstelle, auf die viele politische Entscheidungsträger drängen, gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region, weil sie den Verkehr auf vielen Straßen von Schönefeld deutlich entspannen könnte.

Zum einen soll sie die rund 1.000 Lkw auf die Autobahn leiten, die bald täglich vom Hof des neuen Amazon-Sortierzentrums in Kiekebusch rollen werden. Gleiches gilt für die Lieferfahrzeuge der anderen Unternehmen, die sich ebenfalls in dem Gewerbepark rund um Amazon ansiedeln werden. Zum anderen soll die Auffahrt die vielen Pendler aus Zeuthen, Schulzendorf und Eichwalde auf die A 113 abführen und auf diese Weise verhindern, dass das kleine Örtchen Waltersdorf täglich von tausenden Fahrzeugen geflutet wird. Das Problem dabei ist nur: Eigentlich bräuchte man die Anschlussstelle jetzt. Aber so schnell, wie viele in der Region hoffen, wird es nicht gehen.

Neun Jahre sind optimistisch

Torsten Schulz, Geschäftsführer vom Planungsbüro PST und seit Jahren mit der Verkehrsplanung in Schönefeld betraut, stellte am Dienstag im Kreisentwicklungsausschuss erstmals eine Zeitschiene für den Bau der Auffahrt vor. Demnach wird die Anschlussstelle frühestens im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Darin einberechnet sind schon die Tatsachen, dass bereits eine Brücke über die Autobahn vorhanden ist, die nur noch verbreitert werden müsste, und dass sich die Gemeinde Schönefeld auch schon ein Grundstück gesichert hat, über das die Zufahrten gebaut werden könnten. „Und neun Jahre sind optimistisch und nur zu halten, wenn keine Klagen kommen und die Planfeststellung glatt durchgeht“, so Torsten Schulz.

Amazon baut in Schönefeld-Kiekebusch ein riesiges Logistikzentrum. Ende des Jahres soll der Betrieb aufgenommen werden. Quelle: Josefine Sack

Dabei zeigte sich Schulz, der seit Jahren die Verkehrsplanung in der Gemeinde Schönefeld begleitet, durchaus zufrieden mit den jüngsten Entwicklungen. Das Bundesverkehrsministerium habe erst in dieser Woche seine Förderzusage bekräftigt. Bis zu drei Viertel der Bausumme von schätzungsweise zehn Millionen Euro wird demnach vom Bund bezahlt. Dafür müsse das Land aber einen umfangreichen Förderantrag einreichen, zu dem unter anderem eine Machbarkeitsstudie, eine Umweltprüfung und eine verkehrliche Untersuchung mit Verkehrssimulation gehören. Allein das in die Wege zu leiten, werde etwa ein Jahr dauern.

Waltersdorfer sind Leidtragende

Zu den Leidtragenden gehören die Waltersdorfer. Sie werden sich damit noch mindestens neun Jahre lang mit einem massiven Durchgangsverkehr arrangieren müssen. Schon heute fahren täglich rund 18.000 Fahrzeuge durch den kleinen Ortsteil. Das Büro PST hat errechnet, dass es im Jahr 2025 rund 23.000 Fahrzeuge sein werden, darunter viele Pendler, Ikea-Kunden und Lkw von Amazon und anderen Unternehmen. „Und die Zahlen werden weiter ansteigen. Es wird nicht besser“, so Torsten Schulz.

Zahl der Fahrzeuge erhöht sich weiter

Deshalb werden die Verkehrsprobleme dort auch mit Eröffnung der Anschlussstelle Kiekebusch nicht gelöst sein. Zwar werden dadurch rund 10.000 Pendler aus Schulzendorf, Zeuthen und Eichwalde aus dem Ort gezogen. Torsten Schulz weiter: „Bis dahin dürfte sich aber die Zahl der Fahrzeuge im Ort so weit erhöht haben, dass immer noch rund 20.000 Fahrzeuge durch Waltersdorf fahren.“

Die Gemeinde Schönefeld erwägt deshalb den Bau einer Ortsumfahrung. Aber auch dafür haben noch nicht einmal die Planungen begonnen. Das Verfahren ist allerdings weniger kompliziert. Ziel sei es, die Ortsumfahrung deutlich früher als im Jahr 2028 fertigzustellen, so Schulz.

Von Oliver Fischer

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