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Königs Wusterhausen Schulabschluss im Strandbad: 450 Kinder in Neue Mühle
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Schulabschluss im Strandbad: 450 Kinder in Neue Mühle
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15:27 18.06.2019
Am Strandbad in Neue Mühle erleben Kinder aus Königs Wusterhausen und Wildau ihren letzten Schultag vor der Ausgabe der Zeugnisse am Mittwoch.
Am Strandbad in Neue Mühle erleben Kinder aus Königs Wusterhausen und Wildau ihren letzten Schultag vor der Ausgabe der Zeugnisse am Mittwoch. Quelle: Andrea Müller
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Neue Mühle

Mehr als 450 Kinder aus den Schulen in Königs Wusterhausen samt Ortsteilen sowie aus Wildau kamen am Dienstag in das Strandbad in Neue Mühle. Am Tag vor der Zeugnisausgabe hieß es dort schon mal: Spaß und Vorfreude auf die Sommerferien.

Trubel an der Kasse

Helga Werner an der Kasse hatte schon am frühen Morgen alle Hände voll zu tun. Dort drängten sich die Kinder fast den ganzen Vormittag. Erst gegen elf wurde es deutlich ruhiger an ihrem kleinen Häuschen hinter dem Eingangstor.

Helga Werner ist die gute Seele an der Kasse im Strandbad Neue Mühle. Schon 33 Jahre macht sie diesen Job. Quelle: Andrea Müller

Spaß im Wasser und an der Rutsche

Dafür nahm der Trubel auf der Wiese, an der Rutsche und im Wasser des Krimnicksees deutlich zu. Jede Klasse hatte sich ihre eigene Ecke auf dem Gelände gesucht. Allein aus der Erich-Kästner-Grundschule in Königs Wusterhausen seien 73 gekommen, so Lehrerin Jana Müller, die mit zwei weiteren Pädagoginnen versuchte, die „wilde Bande“ im Griff zu behalten. Bisher seien sie nur immer mit den sechsten Klassen zum Schulabschluss ins Strandbad Neue Mühle gekommen. Dieses Mal waren schon die Schüler aus der Fünften dabei.

Gute Freunde

Zu ihnen gehörten Daria, Hagen und Kris, drei Freunde, die auch diesen Tag gemeinsam verbringen wollten. Obwohl die Ferien mit der Zeugnisausgabe am Mittwoch erst beginnen, dachten sie schon an das Schuljahr danach, wenn sie in der sechsten Klasse sein werden. Hagen und Daria streben nach Bestnoten, denn sie wollen später unbedingt im Gymnasium weiter lernen. Kris hat darauf keine Lust. Nach kurzer Überlegung meinte er: „Ich will Automechaniker werden!“ Dafür brauche er kein Abi.

Freund soll mit aufs „Schiller“

Hagen indes wollte ihn nicht so einfach aufgeben. Der Freund solle möglichst mit aufs „Schiller“. Kris aber sträubte sich. „Warum?“, erkundigte er sich. „Weil du klug bist“, war ihm Hagen um keine Antwort verlegen. Er selbst möchte mal Wissenschaftler werden, „so ein verrückter Doktor“, erklärte er lachend. Daria will unbedingt einmal Anwältin werden. „Da kriegt man viel Kohle“, glaubt sie.

Erstmal haushalten

Im Strandbad allerdings musste das Trio mit den „Kröten“ auskommen, die ihnen die Eltern für den Tag überlassen haben. Es kaufte sich Pommes mit Bock- oder Currywurst. Fast eine Stunde mussten die Kinder auf die Stärkung warten.

Am Vormittag kamen nur wenige erwachsene Badegäste, und die Kinder hatten eher keine Lust, die Zeit an Tischen zu verplempern. Quelle: Andrea Müller

Schlange stehen für Pommes

Denn am Strandcafè war die Hölle los. Die Kinder standen Schlange. Inzwischen waren auch Eltern mit kleineren Kindern im Bad eingetroffen – auch sie meldeten ersten Hunger an. Die beiden Frauen hinter der kleinen Glasscheibe holten unermüdlich Nachschub, gaben das Essen aus, frittierten die Pommes. Cindy Bischler-Starke und ihre Kollegin kamen kaum dazu, mal Luft zu holen. „An guten Tagen bedienen wir bis zu 1500 Gäste“, verriet die Chefin. Lange reden konnte sie nicht. Die Kollegin verlangte nach Verstärkung. Und zwischendurch musste ja auch noch das schmutzige Geschirr abgewaschen werden.

Eltern halfen

Im Nu war der Vormittag vorbei. Ein Teil der Kästner-Schüler hatte die Erlaubnis, mit dem Fahrrad zu kommen und wieder nach Hause oder zur Schule zu fahren. Die Kinder wurden von zwei Müttern begleitet. Nicol Krzyzanski und Anja Czyzewsky hatten sich den Vormittag freigehalten, um die Lehrerinnen mit zu unterstützen. Die beiden waren mindestens genauso gespannt wie ihre Kinder auf die Zeugnisse, die die Kinder am Mittwoch mit nach Hause bringen werden.

Eltern begleiteten die Lehrerinnen. Anja Czyzewsky (li.) und Nicol Krzyzanski begleiteten die Kinder, die mit dem Fahrrad gekommen waren. Quelle: Andrea Müller

Kein Beinbruch

„Wir kommen alle in die Sechste“, waren sich Hagen und Kris ganz sicher. In ihrer Klasse hätten alle das Lernziel geschafft. „Wenn es nicht so wäre, wäre es auch kein Beinbruch“, meinte Nicol Krzyzanski.

Von Andrea Müller