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Königs Wusterhausen Grünen-Chefin Baerbock besuchte Königs Wusterhausen
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17:21 27.03.2019
Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock mit Sebastian Koeppen von den Landkreis-Grünen während des Gesprächs mit den Bürgern.
Königs Wusterhausen

Grünen-Bundeschefin Annalena Baerbock reiste Dienstagabend – mit der Bahn – nach Königs Wusterhausen, um im Saal der Kavalierhäuser Fragen der Bürger rund um die Grünen-Politik zu beantworten.

Grüner Adler

Im Festsaal am Jagdschloss blieb kein Platz frei. Rund 100 Frauen, Männer und Kinder waren gekommen, um ihre Fragen loszuwerden und den Antworten von Annalena Baerbock zu lauschen. Die Grünen-Politikerin hatte dafür auf einem grünen Kreisel Stellung genommen. Im Saal hingen zahlreiche Grünen-Segel, und die Kinder spielten mit grünen Luftballons. Auf dem Stehtisch, der mit Wasser gedeckt war, schien ein grüner Adler bereit zum Abflug.

Der grüne Adler auf dem Stehtisch schien zum Abflug bereit im Festsaal der Kavalierhäuser. Quelle: Andrea Müller

Nicht alle Probleme sind zu lösten

Tatsächlich schien Annalena Baerbock abheben zu wollen. Mit Schwung ging sie auf jede Frage ein, nahm die Sorgen der Menschen ernst, räumte aber auch ein, nicht alle Probleme lösen zu können. Was sie aber vor allem machte: Sie warb für ein starkes Europa. „Wir haben mit der Europa-Wahl am 26. Mai die Möglichkeit, als Europäer gemeinsam weiter zu gehen oder zur Nationalstaatlichkeit zurückzukehren“, sagte sie eingangs. Dabei verwies sie auf das nur knapp eine Stunde entfernte Duo Frankfurt (Oder)/Słubice, das ein positives Beispiel dafür sei, wie eng man in Europa zusammen wachsen könne.

Quelle: Mittendrin im zahlreich erschienenem Publikum: Annalena Baerbock. Andrea Müller

Das Ding mit der Banane

Baerbock war aber auch klar, dass die Menschen im Saal und in der Region Dahme-Spreewald vor allem die Fragen vor Ort bewegten. Die ergriffen die gute Gelegenheit beim Schopfe, sie zu stellen. So wollte Siegfried Stolle wissen, wie sich ein Industriestaat wie Deutschland mit dem Klimaschutz vereinbaren lasse. „Das ist kein Widerspruch“, behauptete die Grünen-Chefin und sprach von dem beabsichtigten Abschalten der Kohlekraftwerke bis 2030. Hermann Diestelkamp erbat sich Argumentationshilfen für den Wahlkampf, wenn Leute meinten, ein Europa, das die Banane für zu krumm erkläre, sei doch blöd. „Da hat Europa zweifelsfrei ein wenig übertrieben“, ging Annalena Baerbock darauf ein, schlug aber sofort den Bogen zu einem wirtschaftlich starken und miteinander verwobenen Europa, in dem kein Land mehr gegen das andere Kriegen führen würde. „Europa ist eine Friedensgarantie“, sagte sie.

Hilmar Stolpe aus Teupitz stellte Annalena Baerbock die Frage nach der Vereinbarkeit von Industrieland und Klimaschutz. Quelle: Andrea Müller

Auf dem Lande abgehängt

Hilmar Stolpe wollte wissen, warum Privatleute die teuren Stromtrassen reicher Konzerne mitfinanzieren müssen und ob Spenden an politische Parteien nicht verwerflich seien. Eine junge Frau, sie arbeitet in einer Umweltgruppe in Königs Wusterhausen mit, konnte nicht verstehen, warum Landwirte Förderungen ablehnen, mit denen sie verpflichtet werden, an den Feldrainen Büsche und Sträucher zum Schutz für Vögel und Insekten anzupflanzen. Heiko Kannenberg, Architekt in der Stadt, erkundigte sich nach dem Bau mit umweltfreundlichen Materialien. Eine Krummenseer Bürgerin beklagte, im ländlichen Raum keine Infrastruktur zu haben. „Wir fühlen uns abgehängt“, sagte sie. „Sie fühlen sich nicht nur so, Sie sind es auch“, antwortete die Politikerin. Sie will sich dafür einsetzen, den Soli künftig für den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum einzusetzen.

Von Andrea Müller

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