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Königs Wusterhausen Diese neue Straße bringt Anwohner auf die Palme
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17:14 17.05.2019
Anwohner des Schulwegs in Königs Wusterhausen auf der neuen Straße. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Der Schulweg am Fuße des Funkerbergs gehört zu den schönsten Wohngegenden in Königs Wusterhausen. Die Wohnungsbaugesellschaft errichtete hier zwei Mehrfamilienhäuser, die schnell vermietet waren. Die ruhige, aber zentrale Lage war begehrt. Nun fürchten die Bewohner, dass aus ihrem Traum ein Albtraum wird. Schuld daran ist eine neue Straße.

Auspuff vor der Nase

Zum Termin auf der Terrasse von Jochen Klein hat sich fast die gesamte Nachbarschaft versammelt. „Setzen Sie sich da mal hin“, fordert Klaus Hubert den Besucher auf und rückt einen Korbstuhl zurecht. In der Sitzposition wird das Problem sofort deutlich. Die neue Straße, die ganz dicht an den Terrassen vorbeiführt, liegt genau auf Höhe des Gesichts. Man hat den Auspuff vorbeifahrender Autos praktisch direkt vor der Nase.

Der Schulweg macht als Straße künftig einen Bogen um den Neubau. Der Abschnitt geradeaus soll einmal ein Gehweg werden. Quelle: Frank Pawlowski

Bei den benachbarten Erdgeschossen ist der Höhenunterschied nicht ganz so schlimm. Doch Lärm und Dreck landen auch hier direkt an den Tischen in den hübschen gepflegten Vorgärten. Die Bewohner glaubten zuerst, dass nur Anlieger diese Straße befahren dürfen, sehen sich inzwischen aber eines Besseren belehrt.

Straßenbau geht weiter

Gerade wurde die Straße im Auftrag der Stadt ausgebaut, dabei verschwand ein Bürgersteig. Die Straße macht hinter den Stadtvillen einen Bogen, vorbei am Gartenweg und zurück auf den Schulweg, der am Landratsamt vorbei führt und in die Köpenicker Straße einmündet. Die Bauarbeiten sind noch nicht beendet. Derzeit wird an einer Kreuzung gebaut, der Schulweg ist eine Sackgasse. Aber wenn alles einmal fertig ist, fürchten die Anwohner, wird der Verkehr deutlich zunehmen. „Mit der Ruhe ist es dann vorbei“, sagt Klaus Hubert.

Gern genutzte Umfahrung

„Bei Stau am Berg haben wir hier schon eine Autobahn“, erzählt Detlef Strehl. Vor den Bauarbeiten bogen ortskundige Autofahrer von der Berliner Straße in den Schulweg ein, über den sie zum Kirchplatz oder zur Brückenstraße gelangen. Mitarbeiter des nahe gelegenen Landratsamtes sowie deren Besucher fahren hier ebenfalls entlang. Künftig werden die Autos nur noch an den Terrassen vorbeirollen, auf der anderen Hausseite soll der Schulweg zum Gehweg werden. Auch darüber schütteln die Bewohner den Kopf, denn dort befinden sich die Eingänge der neuen Häuser. „Schilda lässt grüßen“, sagte jemand sarkastisch.

Die neue Straße soll eine verkehsrberuhigte Zone werden, verspricht die Stadtverwaltung. Quelle: Frank Pawlowski

Die Bewohner kritisieren die Straßen-Planungen. „Hätten wir davon gewusst, wären einige von uns ganz sicher nicht hier eingezogen“, sagt Klaus Hubert. So fordern sie wirksame Maßnahmen gegen Feinstaub und Sichtschutz für die Terrassen. Außerdem schlagen sie vor, die Zufahrt zu den öffentlichen Einrichtungen im Schulweg zu verlagern und zu verhindern, dass der Schulweg als Umfahrung genutzt wird. Auf diese Weise könne die Fahrzeugfrequenz deutlich reduziert werden, meinen sie.

Das sagt die Stadtverwaltung

Die Wohnungsbaugesellschaft Königs Wusterhausen verweist auf MAZ-Anfrage auf die Zuständigkeit der Stadtverwaltung. Deren Sprecher Reik Anton teilte mit: Die Stadtverordnetenversammlung habe einen B-Plan für diesen Bereich des Schulwegs beschlossen, in dessen Rahmen Wohnhäuser durch die Wobauge errichtet wurden und von Seiten der Stadt der Straßenbau erfolge. „Nach der Fertigstellung soll im Bereich der neuen Wohnhäuser eine verkehrsberuhigte Zone eingerichtet werden, für Kraftfahrzeuge bedeutet dies Schritttempo.“ Der Schulweg werde in diesem Jahr fertig gestellt und dann auch über einen Gehweg verfügen. Dieser führe nahezu komplett von der Berliner zur Köpenicker Straße. Die Straßensanierung gehöre zur Aufwertung des Bereichs als Wohngebiet.

Untragbarer Zustand

Anwohner Jochen Klein sagt: „Wir erleben einen untragbaren Zustand. Die Nerven der Mieter liegen blank.“ Der 63 Jahre alte Schwabe hat monatelang nach einer geeigneten Wohnung gesucht. Er hofft deshalb, dass sich noch eine Lösung findet, mit der alle Seiten leben können. Ein Nachbar von ihm drückte es so aus: „Wir erwarten, dass man ins Gespräch kommt.“

Von Frank Pawlowski

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