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Königs Wusterhausen So machen es die Nachbarn mit ihren Jugendclubs
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen So machen es die Nachbarn mit ihren Jugendclubs
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00:21 02.06.2019
Gruppenbild am Billardtisch zur Eröffnung des Jugendclubs in Prieros. Die Gemeinde Heidesee bezahlte den knapp 300000 Euro teuren Neubau aus eigener Tasche. Quelle: Gerlinde Irmscher
Königs Wusterhausen

Innen hui, außen pfui. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der Königs Wusterhausener Jugendclubs. Für die inhaltliche Arbeit gab es Bestnoten, der bauliche Zustand der Gebäude wurde als miserabel eingeschätzt. Er entspreche „nicht ansatzweise“ den Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendarbeit in Dahme-Spreewald.

Wer soll das bezahlen?

Seither diskutieren die Stadtpolitiker darüber, wie das geändert werden kann. Alle sind sich einig, dass etwas passieren muss. Gebäude wie das Jugendzentrum Weinert im KWer Neubaugebiet sind auf dem Stand der frühen 1990er Jahre. Strittig ist aber die Frage, wer beispielsweise die Sanierung oder Neubauten bezahlt. Die Stadtverwaltung sieht den Landkreis Dahme-Spreewald in der Pflicht. Aber vielleicht kann sich Königs Wusterhausen auch etwas bei Nachbarorten abgucken.

Das Jugendfreizeitzentrum Weinert in der Erich-Weinert-Straße in Königs Wusterhausen ist baulich so marode, dass es geschlossen werden sollte, empfiehlt ein Experte. Quelle: Frank Pawlowski

So lohnt sich zum Beispiel ein Blick nach Heidesee. Im Ortsteil Prieros hat die Gemeinde zu Beginn des Jahres einen neuen Jugendclub eingeweiht; knapp 300.000 Euro ließ sich Heidesee das kosten. Der alte Club im früheren Gemeindeamt war nicht mehr zeitgemäß. Dieses Vorhaben ist besonders, weil der Club direkt neben die Feuerwehr gebaut wurde. Er ist praktisch ein Teil des Gerätehauses. Das war so gewollt. Durch die räumliche Nähe erhoffte sich die Jugendfeuerwehr mehr Zulauf. So ist es inzwischen auch gekommen, wie Ortsvorsteher Kersten Haase berichtet. Außerdem liegt der Sportplatz direkt vor der Tür. Haase spricht von „wesentlich besseren Bedingungen“, die Prieroser Kinder und Jugendliche jetzt bei der Freizeitgestaltung haben.

Faire Arbeitsteilung

In Bestensee ließ die Gemeinde das Jugendzentrum in der Waldstraße vor einigen Jahren sanieren. Das Gebäude ist zwar auch nicht mehr taufrisch, bietet aber ordentliche Bedingungen, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos). Es stehen neue bauliche Veränderungen an, eine Kita soll wieder einziehen. Der Club soll in eine obere Etage umziehen. „Baulich machen wir das, der Landkreis investiert in die Arbeitskräfte. Das ist eine faire Arbeitsteilung“, sagt Quasdorf.

Haus der Jugend und Vereine

Die Nachbarstadt Wildau sanierte vor einigen Jahren mit großem Aufwand ein früheres Verwaltungsgebäude in der Eichstraße, so wurde es zum Haus der Jugend und Vereine. Der Jugendclub verfügt über schicke Räume, im Obergeschoss haben Vereine ein Domizil gefunden. „Das Haus ist eng an die Stadtfinanzen gebunden“, sagt der Finanzausschussvorsitzende des Stadtrates, Mark Scheiner (CDU). Das sei die einzige Möglichkeit, derartige Angebote zu erhalten. Nach seiner Ansicht muss offen darüber diskutiert werden, was Kommunen die Jugendarbeit wert ist.

Investoren an Kosten beteiligen

Laut Scheiner sollten Kommunen aber auch private Investoren an den Kosten für Freizeitangebote beteiligen, zum Beispiel für Jugendliche. „Bei der Entwicklung von Wohngebieten müssen freiwillige Leistungen mit an erster Stelle betrachtet werden“, sagt er. Es gebe Investoren, die diesen sozialen Aspekt anerkennen und einen Mehrwert für die Gemeinde schaffen wollen.

Beschlüsse wurden beanstandet

In Königs Wusterhausen beschloss der Stadtrat in der letzten Sitzung vor der Wahl, den Bau eines Hauses der Jugend und eines Hauses des Sports zu prüfen. Der Bürgermeister beanstandete das wegen der prekären Finanzlage der Stadt. Darüber muss nun die neue Stadtverordnetenversammlung befinden.

Von Frank Pawlowski

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