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Königs Wusterhausen Paddeln und golfen mitten in der Stadt
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01:17 29.04.2019
Ahoi: Birgit Aubert aus Tübingen im Kajak auf dem Nottekanal in Königs Wusterhausen. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Birgit Aubert reibt sich dick mit Sonnencreme ein. Gleich steigt sie ins Boot und paddelt los. Für drei Stunden hat sie es beim Königsboot-Verleih am Nottekanal gemietet. Sie will zum Zeuthener See fahren. Es ist Mittagszeit. Die Sonne scheint, es ist sommerlich warm. „Ich liebe das Wandern im Kajak“, sagt sie erwartungsfroh.

Die 45-Jährige kommt aus Tübingen. Sie hat beruflich in der Gegend zu tun, quartierte sich für einige Tage in Berlin ein. Sie schaute im Internet nach Ausflugsmöglichkeiten im Umland. So kam sie auf Königs Wusterhausen. „Das lag einfach am schönsten“, erzählt sie. Besonders die Seenlandschaft hat es ihr angetan. Das gibt es bei ihr Zuhause nämlich nicht. Da gibt es nur den Neckar. „Von See zu See zu paddeln ist aber viel schöner“, sagt sie.

Marion und Olaf Hadler mit den Enkeln Fynn und Tom auf dem Tretboot. Die Berliner waren von der Ausfahrt total begeistert. Quelle: Frank Pawlowski

Besucher, aber auch Einheimische lieben diesen Freizeitspaß. „In der Hauptsaison sind wir immer ausgebucht“, berichtet Königsboot-Chef Detlef Wenzel. Die beginnt im Juni, doch auch jetzt schon gibt es kaum noch freie Boote. Wenzel übernahm den Verleih vor drei Jahren und hat daraus einen Publikumsliebling gemacht. Die Kundschaft ist inzwischen international. Gerade erst waren Gäste aus Russland und Irland da. Aber auch in Berlin, Brandenburg und im übrigen Deutschland hat sich das Freizeitangebot herum gesprochen.

Wasserkarte mit nützlichen Tipps

Kajaks, Kanus, Tretboote können gemietet werden. Es gibt auch ein Kajütboot für fünf Personen. Wenzel will die Flotte jetzt erweitern, weil die Nachfrage so groß geworden ist. Kunden bekommen eine Wasserkarte mit auf den Weg. Sie enthält Tipps, wo sie unterwegs einkehren können. Außerdem ist verzeichnet, welche Zeit eingeplant werden sollte. Bis hinauf nach Schmöckwitz sind es zum Beispiel dreieinhalb Stunden. Fast genauso lange dauert es in der anderen Richtung bis zur Badestelle am Zernsdorfer Lankensee.

Königsboot-Chef Detlef Wenzel will die Flotte wegen der großen Nachfrage vergrößern. Quelle: Frank Pawlowski

Es geht natürlich auch kürzer. Anderthalb Stunden dauert es bis zum Strandbad in Neue Mühle, und eine halbe Stunde hinüber zum Königs Wusterhausener Hafen. Marion und Olaf Hadler legen gerade mit ihrem Tretboot wieder an. Das Paar aus Berlin war mit den Enkeln Fynn und Tom auf dem Nottekanal in Richtung Mittenwalde unterwegs und ist total begeistert. „Es ist wunderschön, weil das Wasser so schön ruhig ist. Für die Kinder ist das perfekt,“, schwärmt Marion Hadler. Kein Vergleich zum Gewusel auf der Spree. Es war sogar ein bisschen abenteuerlich. Denn bei der Fußgänger-Brücke an der Festwiese mussten sich alle im Boot hinlegen, um hindurch zu kommen.

Wasserspielplatz war eine Entdeckung

Hadlers hatten bei einem früheren Besuch in Königs Wusterhausen den Wasserspielplatz auf der Mühleninsel entdeckt. Sie finden ihn wunderschön und sind deshalb mit den Enkeln noch einmal in die Stadt gekommen. Den Weg aus der Berliner Ost-City haben sie gerne in Kauf genommen. „Dafür lohnt es sich, hier rauszufahren.“

Verkehrsgarten und Minigolf im Kiebitzpark

Ein weiteres beliebtes Freizeitangebot in der Stadt ist der Kiebitzpark in der Brückenstraße, der donnerstags bis sonntags geöffnet ist. Die Straßenbaustelle ist derzeit ein kleines Hindernis, Besucher können die Minigolf-Anlage und den kleinen Verkehrsgarten für Kinder dennoch gut erreichen. „An den Wochenenden ist immer etwas los“, sagt Pamela Klose. Sie und ihr Kollege Ferdinand Werwigk haben ausnahmsweise den Dienst übernommen, ein Kindergeburtstag wird gefeiert. Dafür wurde gleich der ganze Park gemietet. Sonst sind die Beiden bei der Mittenwalder Draisinenbahn tätig, das Unternehmen betreibt auch den Kiebitzpark.

Pamela Klose und Ferdinand Werwigk am Freitag im Kiebitzpark. Sie erwarten die Gäste eines Kindergeburtstags. Die Mini-Autos sind sehr beliebt. Nebenan kann Minigolf gespielt werden. Quelle: Frank Pawlowski

Sehr gefragt sind hier die kleinen Autos mit 4-Takt-Benzinmotoren, auf denen Kinder ihre Runden drehen. Wer alles richtig macht, bekommt einen Kinderführerschein.

Noch viel zu tun am Nottekanal

Detlef Wenzel von Königsboot kann sich noch viel mehr touristische Angebote vorstellen. „Wir müssen uns als Region begreifen und noch viel mehr tun“, sagt er. Biwakplätze am Kanal auf dem Weg nach Mittenwalde schweben ihn vor. Auch Rundfahrten würde er gerne anbieten wollen. Und für Königs Wusterhausen wünscht er sich mehr Anlegemöglichkeiten für Boote am Nottekanal. So könnten Gäste endlich auch vom Wasser aus die Innenstadt erreichen.

Beeindruckt von Königs Wusterhausen

Sein Bootsverleih macht Besuchern jedenfalls Lust, die Region besser kennenzulernen. Birgit Aubert aus Tübingen war schon beim Gang vom Bahnhof durch die Stadt sehr angetan. „Das ist total niedlich hier. Es ist eine Wohltat, hier rauszukommen.“ Sie schlenderte über den Wochenmarkt und sammelte viele gute Eindrücke. „Ich denke, ich werde mal für einen Urlaub herkommen“, sagt sie, bevor sie in ihrem Kajak nach Zeuthen aufbricht.

Übrigens können Besucher neuerdings noch auf andere Weise erkunden. Seit kurzem gibt es Fahrradtaxi, das für Ausflüge mit und ohne Fahrer gebucht werden kann.

Von Frank Pawlowski

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