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Königs Wusterhausen Das Bergfunk-Open-Air beginnt in wenigen Tagen
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06:05 31.07.2019
Der Auftritt der Leoniden gehört zu den Höhepunkten des Festivals. Quelle: Robin Hirsch
Königs Wusterhausen

Endspurt für die Mitglieder des Vereins Stubenrausch – Musik, Kultur, leben: Am 9. und 10. August findet wieder ihr großes Bergfunk-Open-Air auf dem Königs Wusterhausener Funkerberg statt. „Wir werden auf jeden Fall Samstag ausverkauft sein“, prognostiziert Alban Gallus, einer der beiden Vorsitzenden des Vereins, schon jetzt hochzufrieden. Für den Tag, bestätigt die zweite Vorsitzende Thea Spinola, gebe es nur noch sehr wenige Karten, und auch der Vorverkauf für den Freitag läuft aus Sicht des Vereins großartig. „Es wird an der Abendkasse pro Tag noch 200 Tickets geben“, verspricht Thea Spinola dennoch. Man habe extra einige Karten zurückgehalten, damit auch Spontanentschlossene noch Glück haben können. Diese sollten dann aber wirklich zeitig vor Ort sein, empfiehlt Thea Spinola.

Viele helfen ehrenamtlich mit

Gerade, berichtet sie, laufe noch die Aufbauplanung. „Wir sind in den letzten Feinheiten.“ Etwa 120 freiwillige Helfer haben sich gemeldet, die von Stubenrausch-Mitglied Franzi koordiniert werden. Eine logistisch sehr aufwendige Aufgabe, da all die ehrenamtlichen Helfer genau wie die Vereinsmitglieder ihre Freizeit opfern, beim Aufbau des Festivalgeländes helfen, während der zwei Open-Air-Tage Stände und Bierwagen betreuen und als kleines Dankeschön aber auch die Möglichkeit bekommen sollen, ihre Lieblingsband entspannt erleben zu dürfen. Da alle Wünsche und persönlichen Zeitfenster miteinander zu vereinbaren, ist eine Mammutaufgabe. „Wenn spontan noch jemand Kapazitäten hat, gerne melden“, so Thea Spinola. Am Sonntag wird der Aufbau des Festivalgeländes beginnen.

Immer wieder ein tollen Erlebnis: Das Bergfunk-Open-Air vor dem Senderhaus 3 auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Quelle: Karen Grunow

Kooperation mit „Schöner leben ohne Nazis“

Drei Bühnen wird es am Senderhaus 3 auf dem Funkerberg geben, die übliche große, dann die vor einigen Jahren eingeführte kleinere Seitenbühne und eine Art Zeltbühne, die der in Königs Wusterhausen angesiedelte Humanistische Regionalverband Ostbrandenburg gemeinsam mit der „Schöner leben ohne Nazis“-Kampagne betreiben wird. Hat das große Festival mal eine Pause, treten dort Bands auf. Am Freitagabend Frau Rotkohl, die mit ihrem Musikkabarett nebst spontanen Lieddichtungen schon häufiger bei Stubenrausch-Veranstaltungen zu erleben waren, am Samstag dann die Band Fat Kahoona, die ehemalige Königs Wusterhausener Abiturienten gegründet haben.

Singer-Songwriterin Charlotte Brandl kommt am Freitag, dem 9. August, nach Königs Wusterhausen. Quelle: Promo

Gisbert zu Knyphausen kommt zum Festival

Sie ergänzen damit passend das große Open-Air, das am Freitagabend traditionell der Singer-Songwriter-Riege vorbehalten ist. Besonders groß ist die Freude, dass nun endlich, nach jahrelangen vergeblichen Anfragen, Liedermacher Gisbert zu Knyphausen zum Bergfunk kommen wird. Das hatte sich nicht nur Alban Gallus, der sich um das Booking der Musiker und Bands kümmert, sehr gewünscht. Trotzdem betont er: „Ich freue mich auf das komplette Festival.“ Eigentlich, sagt er, sei der Moment, wenn am Ende des zweitägigen Spektakels die vielen Besucher so allmählich und sichtbar glücklich das Festivalgelände verlassen, für ihn immer der schönste, aber zugleich auch ein bisschen ein trauriger Moment.

Matze Rossi eröffnet mit seinem Auftritt das zweitägige Festival. Quelle: Promo

Genehmigung einer Campingmöglichkeit gestaltet sich schwierig

Was die derzeitige Vorbereitung angehe, laufe eigentlich alles wunderbar, sagt er. Einzig das Hin und Her mit den Behörden der Stadt, was die Genehmigung eines temporären Campingplatzes am Festivalgelände angeht, kostet die Stubenrauschler derzeit einiges an Nerven. Riesig ist die Nachfrage nach einer simplen Übernachtungsmöglichkeit vor Ort für Festivalgänger zwar nicht, aber sie ist da. Und das in einem ordentlichen Rahmen auf abgestecktem Areal mit entsprechender Ver- und Entsorgung anzubieten, sei doch allemal besser, als wenn einige dann einfach wild und heimlich irgendwo am Funkerberg Zelte aufschlagen würden, argumentieren die Festivalorganisatoren. „Das ist gerade unsere Baustelle“, sagt Thea Spinola, die wie alle inständig darauf hofft, dass sich in den kommenden Tagen doch noch eine verträgliche Lösung mit der Stadt finden lässt.

Festival ist ein Markenzeichen

Das Festival ist längst ein Markenzeichen des kulturellen Lebens im Ort geworden. Im Jahr 2007 erstmals initiiert, lockt es in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Besucher, die die heimelige Atmosphäre schätzen, einfach ihren Lieblingsbands hinterher reisen oder es genießen, als Familie ein Musikfestival erleben zu dürfen. Denn seit einigen Jahren gibt es zusätzlich den Zwergfunk mit extra Unterhaltung und Aktivitäten für kleine Bergfunk-Gäste. Bobbycar-Rallye und Hula-Hoop-Show nebst Workshop sind nur einige der geplanten Aktionen. Kinder bis zu zwölf Jahren haben übrigens freien Eintritt zum gesamten Festival, und es gibt wieder einige spezielle Schutzkopfhörer, die kostenlos verliehen werden.

Noch vor dem Open-Air ist ein Bergquiz geplant

Als Auftakt des diesjährigen Open-Airs ist bereits am 8. August übrigens ein Bergquiz geplant. Bei schönem Wetter draußen, ansonsten im Maschinensaal. Der Stubenrausch-Verein macht solche Quizabende schon seit geraumer Zeit regelmäßig in einer Kneipe in Berlin-Neukölln, zweimal gab es das auch schon in Königs Wusterhausen. „Es war immer sehr gut besucht“, erzählt Thea Spinola. Etwa 20 Teams von jeweils bis zu sieben Personen können sich per E-Mail kostenlos anmelden für den Quiz-Spaß auf dem Funkerberg.

Gisbert zu Knyphausen ist mit dabei

Am Freitag kommen neben Gisbert zu Knyphausen, mit dem der Abend ausklingen wird, noch Matze Rossi, Provinz, Alex Mayr, Steiner & Madlaina, Das Paradies, Lina Maly und Charlotte Brandi. Der Samstag wird – wie seit Jahren schon – durch Inge & Heinz eröffnet. Die irrwitzigen Luckenwalder Lokalmatadoren werden neben ihrem, wie sie es nennen, „Brutal-Hard-Schlager“ sicherlich auch wieder Eierlikör in Schokobechern dabei haben. Nach ihnen kommen Hawery, Helgen, dann B 104, die Gewinner des Bergfunk-Bandcontests, danach das Berlin Boom Orchestra, Motorowl, Sookee, Gurr, Montreal, Juse Ju und Leoniden. Zwischendurch ist immer mal wieder der Berliner Kneipenchor zu hören.

Schön wird es werden

„Es wird wirklich schön werden“, sagt Alban Gallus. Er berichtet noch, dass auch eventuelle Wetterprobleme mitgeplant würden. Bisher hatten die Akteure des Stubenrausch-Vereins und ihre Helfer da fast immer Glück, selbst Regentropfen konnten die Fans nicht abhalten, ihr Lieblingsfestival zu besuchen, das von der vom sichtbaren Herzblut all der Ehrenamtler geprägten Atmosphäre lebt.

Bergfunk-Open-Air am 9. und 10. August auf dem Funkerberg Königs Wusterhausen: Alle Infos zu Programm und Tickets sind auf www.bergfunk-openair.de zu finden. Die Tageskassen öffnen am 9. August ab 15 Uhr (Programmbeginn 16 Uhr) und am 10. August ab 13 Uhr (Programmbeginn 14 Uhr).

Von Karen Grunow

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