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Königs Wusterhausen Kind von AfD-Anhängern unerwünscht: So diskutiert das Netz den Tagesmütter-Fall
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22:43 25.11.2019
Serena Nimmrich (2.v.r.) mit Ehemann Peter (r.) und Söhnchen Vincent Karl sowie den Großeltern Karin und Jörg Nimmrich Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Der Fall der beiden Tagesmütter, die ein Kind von AfD-Anhängern aus Königs Wusterhausen nicht aufgenommen haben, sorgt für große Diskussionen. Der MAZ-Bericht wurde im Netz hundertfach kommentiert. Das Urteil der meisten Nutzer ist eindeutig. Sie finden die Entscheidung der Tagesmütter nicht richtig.

„Ich persönlich finde es nicht gut. Uns ist jedes Kind willkommen, egal aus welcher Familie es kommt“, schreibt zum Beispiel der Chef des Königs Wusterhausener Stadtjugendringes, Thomas Thiele, in seinem Facebook-Kommentar. Viele Nutzer reagierten entsetzt. „Es ist nicht zu fassen“, schreibt jemand. Und in einem anderen Beitrag steht: „Ich bin Anti-AfD, aber lasst die Kinder in Ruhe.“

Diesen Tenor haben viele Kommentare. „Es auf den Rücken der Kinder auszutragen, finde ich nicht gut. Allerdings muss jeder für sich entscheiden,ob er mit solchen Eltern Umgang haben möchte. Die beiden Tagesmütter möchten es nicht, diese Entscheidung muss man respektieren“, schreibt jemand. „Was können die Kleinen dafür? Es wird immer kindischer“, schreibt jemand.

„Fürchterlich, hässlich, widerwärtig“, findet hingegen ein anderer Nutzer. „Einfach nur traurig, was bei uns abgeht“, steht in einem anderen Beitrag. Von „Sippenhaft“, „Rassismus“ und „Diskriminierung“ ist die Rede. Ein weiterer Kommentator sieht es so: „Dieses traurige Beispiel zeigt deutlich auf, welche irrealen Gedankenzüge sich in der Gesellschaft wiederfinden.“ Dass jemand Probleme mit der AfD habe, sei nicht selten und begründet, schreibt eine Nutzerin. Sie fragt sich, ob später die Schulpflicht aus politischen Gründen einmal ausgehebelt wird. „So darf der Umgang mit Kindern nicht einmal erwogen werden, zumal sie sich ihre Eltern nicht aussuchen können.“

Vereinzelt gibt es Zuspruch

Vereinzelt gibt es Zuspruch: „Die Tagesmutter hat absolut richtig gehandelt“, meint ein Nutzer. Andere verweisen darauf, dass Tagesmütter als Selbstständige sich ihre Kunden aussuchen können. Auf AfD-Seiten wird eine „Strategie der Ausgrenzung“ beklagt. Kritiker der Partei weisen das zurück. In einem Beitrag heißt es: „Sind es nicht gerade AfDler, die sich aufregen, wenn ein Kind muslimischer Eltern in einen Kindergarten aufgenommen werden soll? Tja Freunde, das funktioniert eben auch andersrum.“

Die Königs Wusterhausener Eheleute Serena und Peter Nimmrich wollten sich bei zwei Tagesmüttern um einen Platz für ihren einjährigen Sohn bewerben. Doch es kam gar nicht erst zum Kennenlernen. Den Tagesmüttern missfielen offenbar Veröffentlichungen der Eltern, die AfD-Anhänger sind, im Internet. „Wir sind beide politisch anders eingestellt und haben deshalb große Bauchschmerzen“, antworteten sie per SMS. Ein Kennenlernen mache daher keinen Sinn.

Die Facebook-Profile der Nimmrichs sind nicht mehr öffentlich zugänglich. Die jungen Eltern betonten aber, keine rechtsextremen und rassistischen Beiträge veröffentlicht zu haben. Sie teilten einige AfD-Beiträge. Die Familie war von der Ablehnung der Tagesmütter so empört, dass sie den Fall öffentlich machte. Der Königs Wusterhausener AfD-Fraktionschef Jan Schenk berichtete, dass Mitglieder und Sympathisanten seiner Partei zunehmend bedrängt würden. Er selbst sei bedroht worden.

Von Frank Pawlowski

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