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Königs Wusterhausen Kommen die Ferienhäuser auf der Seebrücke Senzig?
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Kommen die Ferienhäuser auf der Seebrücke Senzig?
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00:22 27.10.2018
So könnte es einmal aussehen. Acht kleine Ferienhäuser sollen auf der Seebrücke errichtet werden.
So könnte es einmal aussehen. Acht kleine Ferienhäuser sollen auf der Seebrücke errichtet werden. Quelle: Floating Houses
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Senzig

Der Dornröschenschlaf der Seebrücke Senzig könnte bald zu Ende sein. Mit der Offenlegung eines weiteren Bebauungsplanes rückt die Umsetzung des Projekts einer Ferienhaussiedlung in greifbare Nähe. Ende 2019 könnte der Baubeginn sein. „Wenn alles gut läuft“, sagt Ulf Baither einschränkend. Er ist ein Geschäftsführer der Firma Floating House aus Berlin, die das 16.000 Quadratmeter große Gelände entwickelt.

Ferienhäuser an Land und auf dem Wasser sollen bis 2020 an der Seebrücke in Senzig entstehen. Investor Floating House hat schon viele derartige Projekte realisiert. Die Fotos zeigen, wie es einmal aussehen könnte und wie es heute an der Seebrücke aussieht.

Baither ist vorsichtig mit Prognosen. Seit Floating House vor drei Jahren den Zuschlag von der Stadt erhielt, hat sich nicht viel getan. „Das ist ein sehr zähes Verfahren, bei dem man mit unendlichen Schwierigkeiten rechnen muss“, sagt Baither. Gemeint sind damit vor allem die strengen Umweltauflagen. Nach Einwänden und Hinweisen von Senzigern gab es aber auch zahlreiche Änderungen am Projekt. „Wir sind weitestgehend auf die Wünsche der Senziger eingegangen“, wie Baither betont.

Erweiterung auf dem Wasser

Aber auch die Investoren selbst änderten ihre Pläne. Zunächst war vorgesehen, 17 Bungalows auf dem Gelände zu errichten. Weitere acht so genannte Bikerhäuser sollen auf der Seebrücke entstehen. Das sind kleine Unterkünfte für Touristen. Aus wirtschaftlichen Gründen sei das Projekt dann um acht weitere schwimmende Ferienhäuser und eine schwimmende Gaststätte erweitert worden, wie Stadtplanerin Kerstin Koffke unlängst im Königs Wusterhausener Stadtrat berichtete.

Gebäude werden abgerissen

Dafür muss nun noch das Baurecht hergestellt werden, ursprünglich war das nicht vorgesehen. Die Seebrücke bekommt vorne einen weiteren Steg, der parallel zum Ufer verläuft. Die größeren schwimmenden Häuser werden dort zur Seeseite hin angedockt, acht an der Zahl. An der Uferseite wird es noch zwei weitere, kleinere Ferienhäuser geben. Die Aufbauten auf der Brücke und auf dem Gelände sollen abgerissen werden. Ein Servicehäuschen mit Toiletten für Randwanderer und Räumen für einen Hausmeister ist laut Baither statt dessen an Land geplant.

So trostlos sieht es heute an der Seebrücke aus. Quelle: Frank Pawlowski

„Wir hoffen, dass es jetzt endlich in die Gänge kommt. Das kann ja so nicht weiter gehen“, sagt Ulf Baither. Das wünschen sich auch die Senziger selbst. Ulrich Marcy setzte sich mit der Bürgerinitiative Seebrücke erfolgreich für eine touristische Nutzung der Seebrücke und für deren weiteren öffentlichen Zugang ein. „So ist das im B-Plan festgelegt. Wenn wir merken, das funktioniert nicht, werden wir wieder mobil“, sagt er.

Musterhäuser sind zuerst zu sehen

Mit Interesse und einer gewissen Skepsis verfolgt die frühere Ortsvorsteherin Hannelore Gabriel das Geschehen. Sie hat schon viele Pläne und Projekte für die Seebrücke gesehen. „Ich hoffe, es ist kein Flop“, sagt sie. Für Ulf Baither kann davon keine Rede sein. Sobald es Baurecht gibt, sollen zwei Musterhäuser und ein schwimmendes Haus aufgestellt werden. Floating Houses verkauft die Ferienhäuser, die von den Eigentümern dann an Urlauber vermietet werden.

Von Frank Pawlowski