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Königs Wusterhausen Er macht aus Königs Wusterhausen einen Sound
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19:53 20.06.2019
Filmkomponist Max Breetzmann von Urtonmusic in seinem Studio auf dem Funkerberg. Er wird mit seinem Geschäftspartner Morten Ottow die Alltagsgeräusche zu einer KW-Sinfonie zusammenfügen.
Filmkomponist Max Breetzmann von Urtonmusic in seinem Studio auf dem Funkerberg. Er wird mit seinem Geschäftspartner Morten Ottow die Alltagsgeräusche zu einer KW-Sinfonie zusammenfügen. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Die Orgel der Kreuzkirche ertönt. Ihr satter Klang erfüllt den Raum und zieht den Zuhörer sofort in den Bann. Allerdings passiert das nicht in der Kirche, sondern in einem kleinen Tonstudio auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Max Breetzmann spielt noch ein paar Takte auf dem Keyboard, bevor er sich dem verblüfften Besucher zuwendet. Die Orgeltöne gehören zu den ersten akustischen Puzzleteile eines einzigartigen Projekts, das der 29-Jährige mit begleitet und schließlich vollenden wird. Er macht aus Königs Wusterhausen einen Sound.

Die Initiatoren stellten ihr Projekt „Wie klingt KW?“ im Bürgerhaus vor: Wolfgang Lücke, Max Breetzmann, Rainer Suckow, Monique Ehmke und Christiana Lücke (v.l.). Quelle: Frank Pawlowski

Zum 100. Jahrestag des Rundfunks in Königs Wusterhausen im kommenden Jahr wollen der Förderverein des Sendermuseums und der Kulturbund Dahme-Spreewald der Stadt dieses besondere Geschenk machen. Sie wollen zeigen, wie Königs Wusterhausen klingt. Und die Einwohner sollen dabei mithelfen, Geräusche des Alltags einzufangen, die typisch sind für ihr Königs Wusterhausen.

Töne und Geschichten

Auf der Internetseite wie-klingt-kw.de erklären die Initiatoren das alles ausführlich. Sie sind aber nicht nur an den Tönen interessiert, sondern an den Geschichten, die Menschen damit verbinden. Sie sollen erzählen, warum ein bestimmter Klang aus dem Alltag so besonders für sie ist. Dafür werden sie extra vor Ort interviewt werden. „Das alles werden wir zu einem Klanggemälde, zu einer Sinfonie zusammenweben“, sagt Rainer Suckow vom Museumsverein. Jeder der acht Ortsteile wird sich wiederfinden. Wie das alles einmal klingt, ist noch völlig ungewiss. Zunächst hoffen die Macher auf möglichst viel Material. „Damit wir aus dem Vollen schöpfen können“, sagt Wolfgang Lücke vom Kulturbund.

Experten von Urtonmusic

Und da kommt wieder Max Breetzmann ins Spiel. Der gebürtige Wildauer komponiert und produziert hauptsächlich Filmmusik. Mit einem Studienfreund Morten Ottow gründete er vor fünf Jahren die Firma Urtonmusic. Sie arbeiteten schon für Hollywood und Netflix, die Musik zur Serie Dogs of Berlin stammt von den Beiden. Gerade komponiert Breetzmann ein Trailer-Musikalbum für Science-Fiction-Filmer. Sein Markenzeichen sind monumentale, orchestrale Klänge verschiedener Genres, oft gespickt mit klassischen Elementen vor allem aus dem Barock. Breetzmann liebt Bach. Obwohl Urtonmusic sich längst international einen Namen gemacht hat, sieht Max Breetzmann das Unternehmen nicht als Überflieger. „Wir sind immer noch in den filmmusikalischen Startlöchern“, sagt er.

Moderatorin Monique Ehmke führt vor Ort die Interviews und nimmt auf Wunsch auch Töne auf. Quelle: Frank Pawlowski

Bei ihm und seinem Geschäftspartner liegt das Königs Wusterhausener Sound-Projekt jedenfalls in den besten Händen. Welche Geräusche am Ende den Klang der Stadt ausmachen werden, darauf ist er selber gespannt. Orgeltöne der Kreuzkirche werden auf jeden Fall dabei sein. Sie sind zusammen mit anderen Klängen auf dem kurzen Einspieler zu hören, die Breetzmann für die Internetseite wie-klingt-kw.de angefertigt hat. Da bekommen Zuhörer einen Eindruck davon, wie kunstvoll er alles zusammenfügt. Die Welturaufführung des Werks ist für Juni 2020 im Rahmen einer Veranstaltung zum Rundfunkjubiläum vorgesehen. Das wird laut Rainer Suckow der Höhepunkt des ganzjährigen Festprogramms sein.

Idealer Standort Funkerberg

Urtonmusic möchte gerne auf dem Funkerberg bleiben. Das Provisorium nach dem Umzug aus Berlin hat sich als für Max Breetzmann, der inzwischen auch in Königs Wusterhausen wohnt, als Glücksfall erwiesen. „Ich kann hier wunderbar arbeiten.“ Er hofft, dass sich im künftigen Technologiepark ein Platz für das Studio finden wird. Zu gut passt das zur Geschichte des Ortes als Wiege des deutschen Rundfunks. „Was kann es Schöneres geben, als vom Funkerberg wieder Musik in die Welt zu senden.“

Von Frank Pawlowski

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