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Königs Wusterhausen Hier sind Freiwillige immer willkommen
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06:03 26.09.2019
Heide Michaelis, 76, führt die wöchentlichen Beratungen im Freiwilligenzentrum Königs Wusterhausen durch. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Heide Michaelis greift zu einem dicken Aktenordner. Sie muss nicht lange suchen, um jemanden zu finden, der Kindern etwas vorliest. Zwischen den Aktendeckeln steckt eine geballte Kraft des Ehrenamts in Königs Wusterhausen. Beim Freiwilligenzentrum in Königs Wusterhausen sind inzwischen mehr als 130 Menschen registriert, die anderen unentgeltlich helfen wollen.

Sie hat den besten Überblick

Den besten Überblick über Angebot und Nachfrage in der Stadt hat Heide Michaelis. Der 76-Jährige berät Interessenten jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr im kleinen Büro des Shia-Landesverbandes in der Bahnhofstraße 4 in Königs Wusterhausen. „Ich finde für jeden was“, sagt sie und strahlt. Heide Michaelis ist ein gut gelauntes Energiebündel. Die Liebe verschlug sie vor zehn Jahren von Bielefeld nach Königs Wusterhausen. Die frühere Rechtsanwältin arbeitet seit drei Jahren ehrenamtlich für das Freiwilligenzentrum. Außerdem engagiert sie sich noch bei den Schlosskonzerten.

Eine Pflicht, zu helfen

Für sie ist das selbstverständlich. Sie ist so von ihrer Mutter erzogen worden. „Menschen im Ruhestand haben die Pflicht, in ihrer freien Zeit der Gesellschaft etwas zurückzugeben, hat sie immer gesagt.“ Das treibt auch die Besucher ihrer Sprechstunde an. „Außerdem sagen die Leute oft, dass sie nicht vereinsamen wollen.“ So ist es für die Empfänger der Hilfe und für die Helfer selbst ein Gewinn. Im Gespräch mit den Interessenten findet Heide Michaelis schnell heraus, welche Tätigkeiten für sie geeignet sind. 30 bis 40 Einrichtungen und Verbände arbeiten mit dem Freiwilligenzentrum zusammen, von der Grundschule bis zum Altenheim.

Shia-Vorsitzende Birgit Uhlworm (l.) und Renate Grupe, Vorsitzende des Seniorenbeirates, mit dem Plakat zur ersten Ehrenamtsbörse 2018. Quelle: Gerlinde Irmscher

Gerade erkundigte sich eine gelernte Ernährungsexpertin nach einer Aufgabe. Heide Michaelis vermittelte sie direkt zum Carisatt-Laden in der Gorkistraße. Ein ehemaliger Gärtnermeister bot ebenfalls seine Hilfe an. Er wird nun Hochbeete für die Bewohner eines Altenheims bauen. Ein Mann, der im Bau tätig war, wollte sich gern handwerklich betätigen. Ihn vermittelte Heide Michaelis zum Sendermuseum auf dem Funkerberg. Immer wieder melden sich auch Studenten, die in den Semesterferien ehrenamtlich in der Region arbeiten wollen.

Alle Altersgruppen und Lebenslagen

Für alle Altersgruppen und Lebenslagen findet Heide Michaelis die passenden Helfer. In Königs Wusterhausen sind es übrigens vor allem Frauen, die sich engagieren. Die Männer sind noch deutlich in der Unterzahl. Vielleicht ändert sich das etwas mit zweiten Ehrenamtsbörse, die am 2. November im Rathaussaal in der Schlossstraße stattfindet. Von 10 bis 13 Uhr präsentieren sich dort Einrichtungen der Stadt, in denen Freiwillige immer willkommen sind. Zu den Ausstellern gehören unter anderem die Blindenschule, das Dahmelandmuseum und mehrere Wohlfahrtsverbände.

Besuch der Börse lohnt sich

Veranstalter der Börse sind das Bündnis für Familie, das Freiwilligenzentrum und der Seniorenbeirat. Die Schirmherrschaft hat Königs Wusterhausens Bürgermeister inne. Shia-Landesvorsitzende Birgit Uhlworm legt Interessenten einen Besuch ans Herz. „An diesem Tag sind viele Ansprechpartner an einem Ort versammelt. So können die Besucher sich aus erster Hand informieren und sofort vergleichen“, sagt sie. Ob die angebotenen Tätigkeiten zu ihnen passt, lässt sich so schnell feststellen.„Die Freiwilligen sollen Freude am Ehrenamt haben. Es soll nicht zur Last werden.“ Eine Frage, die oft gestellt werde, ist für registrierte Helfer des Freiwilligenzentrums geklärt. Sie seien Haftplicht- und unfallversichert,betont Birgit Uhlworm.

Sehr flexible Einsatzmöglichkeiten

In der Sprechstunde von Heide Michaelis kommt es gelegentlich vor, das Freiwillige um eine andere Aufgabe bitte. Das sei überhaupt kein Problem. „Wenn die Chemie nicht passt, finden wir etwas anderes“, sagt sie. So unterschiedlich wie die Einsätze kann übrigens auch deren Dauer sein. „Keiner muss dass ewig machen.“ Manche wollen nur einmal aushelfen, andere bieten ihre Hilfe regelmäßig an. Heide Michaelis versichert aber, dass es immer ein schönes Gefühl ist, zu helfen. „Das kann ich nur jedem empfehlen.“

Von Frank Pawlowski

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