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Königs Wusterhausen So wurde 1945 die Wernsdorfer Brücke gerettet
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00:30 11.05.2019
Die alte Brücke führte direkt an der Wernsdorfer Schleuse vorbei. Das Straßenpflaster ist noch erhalten geblieben. 1945 wurde die Sprengung der Brücke verhindert, später wurde sie durch einen Neubau ersetzt. Quelle: Frank Pawlowski
Wernsdorf

 Was genau in den letzten Apriltagen des Kriegsjahres 1945 in Wernsdorf geschah, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Fest steht, dass eine Gruppe von Antifaschisten die Brücke an der Schleuse gerettet hat. Einer von ihnen war Johannes Paucka. Er bezahlte mit seinem Leben dafür. Die SS erschoss ihn, er wurde 48 Jahre alt.

Sprengsätze im letzten Moment entschärft

Die Brücke sollte gesprengt werden, um den Vormarsch der Roten Armee auf Berlin an dieser Stelle zu stoppen. Doch die Sprengsätze wurden im letzten Moment entschärft. Der Heimatverein Wernsdorf-Ziegenhals erinnerte an die mutige Aktion, an der außerdem eine Wernsdorfer Familie sowie zwei Männer und eine Frau beteiligt waren. Am Grab von Johannes Paucka auf dem Wernsdorfer Friedhof wurden Blumen niedergelegt. Auf dem Friedhof gibt es auch ein Sammelgrab für 28 deutsche Soldaten, die Gefallenen der Roten Armee sind in Erkner beigesetzt worden.

Wolfgang Riedel, Michael Wippold und Wolfgang Schwartz(v.l.) vom Heimatverein am Grab von Johannes Paucka. Er gehörte zu den Brücken-Rettern und wurde 1945 von der SS erschossen. Quelle: Frank Pawlowski

Paucka war ein Kommunist aus Berlin. Er war im Widerstand gegen das NS-Regime aktiv, saß Mitte der 1930er Jahre im Zuchthaus. In Wernsdorf versteckte er sich ab März 1945 vor den Nazis. Sein Name steht auf der Kreuzberger Gedenktafel, die 100 Opfern des Naziregimes aus dem Berliner Bezirk gewidmet ist. In der Cuvrystraße in Berlin wurde außerdem ein Stolperstein für ihn verlegt.

Alte Brücke gibt es nicht mehr

Die alte Brücke gibt es inzwischen nicht mehr. Aber das Straßenpflaster ist noch da, auch Reste des alten Brückengeländers sind erhalten geblieben. Unweit von hier führt jetzt die neue Straße samt Brücke über den Oder-Spree-Kanal. Für den Heimatverein geht es bei der Paucka-Ehrung um mehr, wie Michael Wippold sagt. „Wir besinnen uns auf unsere Aufgabe, die Geschichte des Ortes zu bewahren.“ Dazu soll ein Projekt beitragen, das gemeinsam mit dem Kirchbauverein und anderen Vereinen im Ort in Angriff genommen werden soll.

Die neue Brücke unweit der Schleuse. Quelle: Frank Pawlowski

Dazu sollen alte Wernsdorfer befragt werden. „Wir wollen sie einfach reden lassen über unser Dorf“, sagt Wippold. Das wird dann dokumentiert. Die Befragungen sollen zu bestimmten Themen stattfinden, im Herbst könnte es damit losgehen. Der Heimatverein will auf die Zeitzeugen zugehen. Wippold weiß, dass zum Kriegsende in Wernsdorf viel passiert ist. „Da könnte man Bände darüber schreiben“, sagt er. Aber auch die frühere Ortsgeschichte findet er interessant. So gab es viele Reeder-Familien, die Schubschiffe besaßen. Das Geschäft florierte, bis die Schiffe nach dem Krieg von den Russen als Entschädigung eingezogen wurden.

Kurzer Abriss der Ortsgeschichte

Einen kurzen Abriss der Ortsgeschichte hat der Heimatverein auf seiner Internetseite veröffentlicht. Grundlage ist ein Buch des früheren Ortsvorstehers Peter Janz, das 2005 erschien. Es trägt den Titel „Einst und Jetzt“, ist aber nicht mehr erhältlich.

Von Frank Pawlowski

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