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17:58 15.10.2019
Dr. Stefan Jablonski (CDU) auf seinem Grundstück in Körbiskrug. Der 40-Jährige hat im Umweltrecht promoviert. Er ist Richter am Sozialgericht in Berlin. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Der Zeesener Stefan Jablonski zog im Mai für die CDU in den Königs Wusterhausener Stadtrat ein. Der Neuling übernahm gleich eine große Aufgabe als Vorsitzender des Fachausschusses für Soziales, Bildung, Familie, Jugend, Sport und Kultur. So viele Themen muss kein anderer SVV-Ausschuss bearbeiten. Den 40-Jährigen schreckt das aber überhaupt nicht ab.

MAZ: Sie sind Richter am Sozialgericht in Berlin, Familienvater von vier Kindern im Alter von vier bis acht Jahren, Ehemann, Fußball-Nachwuchstrainer bei Südstern Senzig und jetzt auch noch ehrenamtlicher Stadtverordneter – wie schaffen Sie das bloß?

Stefan Jablonski: Ich habe das so gewollt. Es macht mir Spaß, mich neben Familie und Beruf zu engagieren. Aber mehr ist jetzt tatsächlich nicht drin.

Ihr Ausschuss deckt die halbe Stadtpolitik ab ...

... wir sind sogar noch für den Tourismus zuständig, der hat es aber nicht mehr in den Ausschuss-Namen geschafft.

Ist das nicht zu viel des Guten?

Nein, das denke ich nicht. Der Eindruck täuscht. Die Problemlagen sind überschaubar und hängen thematisch zusammen. Richtig ist, dass unsere Themen viel Gewicht haben. Bei uns werden die „Leuchttürme“ beraten, zum Beispiel, ob und wo Kitas und Schulen gebaut werden sollen. Um die konkrete Umsetzung müssen sich dann eher der Bauausschuss oder der Finanzausschuss kümmern.

Was hat der Ausschuss bisher schon erreicht?

Der Sport ist ein großes Thema, besonders der Kinder-, Jugend- und Behindertensport. Wir haben deshalb die Förderrichtlinie der Stadt so geändert, dass auch Veranstaltungen in diesem Bereich gefördert werden können. Bisher beschränkte sich das auf überregionale Großereignisse. Die sind wichtig, aber kleine Veranstaltungen der Vereine sind es auch. Wenn zum Beispiel ein Verein ein Fußballturnier veranstaltet, nehmen daran Mannschaften aus den umliegenden Orten teil. Diese Kontakte wollen wir als Stadt unterstützen und fördern.

Sportvereine klagen über die finanziellen Belastungen, die durch die Nutzung kommunaler Anlagen enstehen. Was kann die Stadtpolitik da machen?

Das ist tatsächlich ein großes Problem. Durch den starken Zuzug in den letzten Jahren wächst die Zahl der Mannschaften, die im Spielbetrieb sind. Ein Beispiel: Bei Südstern Senzig haben wir inzwischen 11 Nachwuchsmannschaften. Die Vereine brauchen deshalb mehr Hallenzeiten, da summieren sich die Kosten. Für die Stadt ist das insgesamt keine große Einnahme im Jahr, aber den einzelnen Vereinen tut das richtig weh. Wir wollen deshalb erreichen, dass Kinder, Jugendliche und Behinderte künftig kostenlos auf den städtischen Sportanlagen trainieren können.

Ab wann soll das möglich sein?

Wir hätten das am liebsten sofort umgesetzt, möchten aber dafür die fortgeschrittene aktuelle Haushaltsplanung nicht behindern. Deshalb streben wir nun die Einführung zum 1. Januar 2021 an. So kann dieser Punkt in den neuen Haushalt mit aufgenommen werden.

Eine komplette kostenlose Nutzung der Anlagen für Königs Wusterhausener Vereine ist nicht vorgesehen?

Zunächst nicht, der Nachwuchs –und Behindertensport sollte Priorität haben.

Seit drei Jahren wird um den Grundschulneubau in Senzig gestritten. Braucht der Ortsteil eine neue Grundschule?

Senzig wächst nicht so schnell wie andere Ortsteile, doch es gibt einen stetigen Einwohnerzuwachs. Wir gehen daher von einer dauerhaften Zweizügigkeit der Grundschule aus. Das jetzige Schulgebäude ist dafür viel zu klein, auch das Gelände ist winzig. Die Toiletten befinden sich auf dem Hof. Das sind schlechte Bedingungen. Wir haben das klare Ja der Stadtverwaltung, dass es einen Neubau geben soll. Die Frage ist nur, wo er entsteht. Für einen bedarfsgerechten Neubau kommt die Ringstraße nicht in Frage, dort wäre nur eine abgespeckte Variante möglich. Am Bullenberg könnte man hingegen etwas wirklich Neues schaffen, das auch das Ortsbild prägt.

Die Kommunalaufsicht hat gerade einen SVV-Beschluss vom Februar für eine neue Standortsuche in Senzig bestätigt und damit eine Beanstandung des Bürgermeisters zurückgewiesen. Geht das Schulprojekt jetzt endlich weiter?

Ich hoffe sehr, dass wir jetzt schnell zu Rande kommen und dabei gut mit dem Bürgermeister zusammenarbeiten werden. Ich wünsche mir, dass er in der einen oder anderen Frage mehr Entgegenkommen zeigt und eigene Positionen hinterfragt. Ich weiß, dass er stets die beste Lösung anstrebt, aber manchmal ist eine andere Lösung der gangbare Weg, vor allem dann, wenn eine große Mehrheit der SVV ihn gehen will.

Es gibt den Vorschlag, ein Leitbild für Königs Wusterhausen zu erarbeiten, das einen groben Rahmen für die Stadtentwicklung bis 2040 absteckt. Was halten Sie davon?

Ich denke, dass wir viel zu dynamisch sind, um einen so langen Zeitraum abbilden zu können. Kleinteilige und kurzfristige Konzepte, etwa zu Kitas, Schulen oder Jugendklubs, machen mehr Sinn. Überhaupt finde ich, dass wir schauen müssen, wie wir konkrete Projekte in der Stadt unterstützen. So werden wir das Klima nicht allein in Königs Wusterhausen retten, aber wir können Initiativen zum Umweltschutz stärker unterstützen, wie beispielsweise die Abfallstreife oder Umweltprojekte in Kitas und Schulen.

Wie erleben Sie die Debatten in der neuen SVV?

Sehr positiv. Ich habe den Eindruck, dass die Blockbildung, die es in der alten SVV gab, überwunden wurde. Die Königs Wusterhausener haben eine bunte Zusammensetzung gewählt, bei der es keinen sicheren Mehrheiten mehr gibt. Wenn ein Antrag gut ist, bekommt er die Zustimmung. Auch unsere Ausschussarbeit klappt sehr gut. Wir reden offen und kontrovers miteinander. Ich finde das sehr konstruktiv. Ich bin optimistisch, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden in der SVV. Wir können in den nächsten Jahren so viel gemeinsam erreichen. Wenn wir dann zurückblicken, schauen wir möglicherweise auf die neuen Grundschulen in Zeesen und Senzig oder auf den Campus der Gesamtschule in Königs Wusterhausen. Das wäre eine tolle Bilanz.

Von Frank Pawlowski

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