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Königs Wusterhausen Das ist Königs Wusterhausens umstrittenster Straßenname
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00:25 19.05.2019
Die Schütte-Lanz-Straße in Zeesen. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Johann Schütte (1873-1940) war ein bekannter Ingenieur, der in Königs Wusterhausen seine Spuren hinterlassen hat. Im heutigen Ortsteil Zeesen wurden militärische Luftschiffe gebaut, die er entwickelt hat. Sein Geschäftspartner war Landmaschinenhersteller Karl Lanz. Die Schütte-Lanz-Straße erinnert an das Wirken der beiden Männer in der Region. Der Zeesener Gewerbepark wurde ebenfalls nach ihnen benannt. Ein wiederholter Anlauf, das zu ändern, ist wieder gescheitert.

Gedenktafel in der Storkower Straße, Ecke Fliederweg für das KZ-Außenlager. Wusterhausen Quelle: Frank Pawlowski

So erbittert wird seit Jahren um keinen anderen Straßennamen in Königs Wusterhausen gestritten. Denn Luftschiff-Pionier Johann Schütte war ein begeisterter Anhänger des Nazi-Regimes. NS-Opfer-Verbände fordern daher seit langem, seinen Namen aus dem Königs Wusterhausener Straßenbild zu entfernen. Dem Stadtrat lag dazu jetzt sogar eine Petition vor, mit der mehrere Unterzeichner die Umbenennung in Jurek-Becker-Straße forderten.

Als Kind im KZ-Außenlager

Der Schriftsteller Jurek Becker (1937-1997, „Jakob der Lügner“) kam als Kind ins KZ-Außenlager in Königs Wusterhausen. „Man kann ihn wohl zurecht als einen der ehrenhaftesten und bekanntesten Bewohner der Stadt bezeichnen, der es verdient hat, dass ihm eine Widmung im Stadtbild zuteil wird“, heißt es in der Petition. Schütte hat das nach Ansicht der Einreicher nicht verdient. Sie sehen ihn wegen seiner NS-Vergangenheit als „hochgradig politisch belastet“ an. Bedenklich finden sie außerdem, dass er Luftschiffe für den Kriegseinsatz produzierte.

Stadtrat lehnt Umbenennung ab

Obwohl es im Stadtrat viel Zuspruch gab, wurde die Umbenennung der Schütte-Lanz-Straße mit großer Mehrheit abgelehnt. „Das heißt aber nicht, dass wir keine Antifaschisten sind“, sagte SPD-Stadtverordneter Detlef Wenzel. Er sagte, heute wäre die Straße nicht mehr nach Schütte benannt worden. Michael Reimann (WfKW) beklagte den fehlenden Mut zur Umbenennung. Birgit Uhlworm (UFL) sagte, es hätte der Stadt gut zu Gesicht gestanden, den Namen Schütte zu entfernen.

Der Zeesener Gewerbepark ist ebenfalls nach Schütte-Lanz benannt. Quelle: Frank Pawlowski

CDU-Fraktionschef Peter Dreher findet das nicht. „Das gehört zur Geschichte der Stadt dazu, diesen Teil auszuradieren, ist nicht gut.“ Der Name sei vielmehr eine Mahnung, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. „Das ist absolut wichtig“, sagte Dreher. In dem Zusammenhang tauchte die Frage nach der Informationstafel zu den Namensgebern von Gewerbepark und Straße auf. Der Stadtrat hatte die Aufstellung schon 2012 beschlossen. Doch umgesetzt wurde das bisher nicht, ebenso wie das Denkmal- und Gedenkstättenkonzept für die gesamte Stadt. Eine Vertreterin der Stadtverwaltung begründete das mit fehlendem Personal. „Das ist nicht vergessen“, sagte sie.

Jurek Becker weiter im Gespräch

Der Name Jurek Becker ist aber weiterhin im Gespräch. „Das ist ein wunderbarer Vorschlag mit einem wichtigen Bezug zur Stadt“, sagte Detlef Wenzel. Er regte an, einmal eine der Straßen in der Nähe des früheren KZ-Außenlagers nach Jurek Becker zu benennen. Das Lager gehörte zum Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg, es befand sich an der heutigen Storkower Straße. Es wurde im Frühjahr 1944 errichtet und am 25. April 1945 befreit. Jurek Becker und seine Mutter kamen aus dem jüdischen Ghetto im polnischen Lodz nach Königs Wusterhausen. Laut der Illustrierten Stadtgeschichte von 1998 kamen in dem Lager zwei Frauen und ein Kind ums Leben.

 

Von Frank Pawlowski

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