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Königs Wusterhausen Kreis plant Riesen-Parkhaus am Jobcenter
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Kreis plant Riesen-Parkhaus am Jobcenter
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18:03 14.08.2019
Standort des geplanten Neubaus in der Max-Werner-Straße. Die schon jetzt vorhandenen Parkplätze fallen während der Bauzeit weg. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Ein knappes Jahr lang stritten sich die Kreisverwaltung und das Königs Wusterhausener Rathaus um die Zahl der Parkplätze, die der Landkreis Dahme-Spreewald am neuen Jobcenter-Standort bauen soll. Die Stadt forderte viel, die Kreisverwaltung wehrte sich lange dagegen. Doch nun überrascht der Landkreis mit einer kompletten Kehrtwende. Laut aktueller Planung will der Kreis nun doppelt so viele Parkplätze bauen, wie er eigentlich müsste.

Konkret sollen in dem Parkhaus mit Parkdeck in der Max-Werner-Straße mehr als 360 Parkplätze entstehen. Das verkündete Dietmar Licht, Chef des Liegenschaftsamtes, am Dienstag in Lübben. Die Stadt hatte bislang stets 180 Stellplätze verlangt.

Fünf Geschosse, knapp 370 Stellflächen

Zwischenzeitlich habe man sogar über eine Maximalvariante von mehr als 400 Stellflächen nachgedacht. Das Gebäude wäre dann aber höher geworden als die umgebenden Bauten. Deshalb bleibe man bei fünf Geschossen, die einer Kapazität von bis zu 370 Stellflächen entsprechen. Damit erfüllen sich auch die Hoffnungen von Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW), der erst vor wenigen Wochen noch einmal auf die Möglichkeit eines größeren Parkhauses hingewiesen hatte.

„Wir wollen und werden damit aber nicht die Parkplatzprobleme der Stadt Königs Wusterhausen lösen“, betonte Licht. Die Stellflächen seien vor allem für die kreislichen Einrichtungen gedacht, die sich in der Umgebung befinden. Neben dem neuen Jobcenter sind das das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, das Oberstufenzentrum, die Sporthalle, die Arbeitsagentur und das Gebäude der Kreisverwaltung selbst. Die Stellflächen, die dann noch übrig bleiben, müssten in jedem Fall bewirtschaftet werden, so Licht weiter. Heißt: Wer dort parken will, muss dafür bezahlen.

Stadt bestand auf weitere Parkplätze

Das Parkhaus ist Teil der Planungen für das neue Jobcenter, das der Landkreis in den kommenden Jahren an der Max-Werner-Straße errichten will. Mit den Planungen dafür wurde schon 2013 begonnen, zuletzt hing alles am Streit um die Parkplätze. Da im Jobcenter 190 Menschen arbeiten und täglich 400 Besucher erwartet werden, bestand die Stadt auf dem Bau von mindestens 64 zusätzlichen Parkplätzen. Der Kreis wollte diese nicht bauen, weil er der Stadt bereits vor einigen Jahren 77 Parkplätze zur öffentlichen Nutzung überlassen hatte. Um das Projekt letztlich nicht in seiner Gesamtheit zu gefährden, willigte der Kreis aber schließlich ein. Aus Platzgründen kam letztlich nur ein Parkhaus infrage.

So soll das neue Jobcenter aussehen. Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald

Bis das Parkhaus aber steht, dürfte sich die schon jetzt virulente Parkplatzsituation in der Königs Wusterhausener Innenstadt aber noch verschärfen. Da das Parkhaus zeitgleich mit dem Jobcenter gebaut werden müsse – eine Auflage der Stadt –, fallen während der Bauzeit die auf dem Gelände befindlichen Parkplätze weg, so Licht.

Licht: Während Bauzeit droht Chaos

Die Stadt hat zwar zwei Ausweichflächen angeboten, unter anderem in der Scheederstraße. Diese muss der Landkreis aber erst zu Parkplätzen ausbauen – und anschließend auch wieder zurückbauen. Darüber hinaus habe man selbst eine weitere mögliche Parkfläche gefunden, so Dietmar Licht. Nun soll untersucht werden, welche dieser Flächen sich am besten als Ausweichparkplatz eignen. Licht: „Wir wollen zwei dieser Grundstücke als Ausweichflächen ertüchtigen, weil ansonsten das Chaos perfekt wäre.“

Die Gesamtkosten für den Bau des Parkhauses werden derzeit auf 6,2 Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten sind 200.000 Euro für die Schaffung und den späteren Rückbau von etwa 100 Behelfsparkplätzen.

Mit dem Bau soll Anfang 2021 begonnen werden. Im August 2022 sollen sowohl das neue Jobcenter als auch das angrenzende Parkhaus stehen. Den Auftrag für den Bau des Parkhauses werde ein Generalübernehmer bekommen, der Erfahrungen mit dem Bau solcher Gebäude hat, so Dietmar Licht.

Von Oliver Fischer

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