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Königs Wusterhausen Tempo-30-Zone für Zernsdorf kommt
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Tempo-30-Zone für Zernsdorf kommt
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17:10 23.10.2019
Peter Siegler-Jansson (l.) und Jörg Federmann sammelten 230 Unterschriften. Anwohner fordern wegen starkem Verkehr die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in Zernsdorf. Quelle: Frank Pawlowski
Zernsdorf

In Zernsdorf müssen Autofahrer nachts künftig runter vom Gas. Friedensaue und Karl-Marx-Straße werden bis zum Segelfliederdamm zur Tempo-30-Zone. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll zunächst testweise zwischen 22 und sechs Uhr gelten. Der Ortsbeirat und Anwohner hatten sich lange für ein Tempolimit eingesetzt. Es soll noch in diesem Jahr eingeführt werden.

Für Anwohner ein Erfolg

„Wir sind sehr erfreut über das Ergebnis. Das ist ein Erfolg“, sagte Peter Siegler-Jansson. Gemeinsam mit Anwohner Jörg Federmann hatte er über 200 Unterschriften im Dorf gesammelt. Tempo 30 für die Karl-Marx-Straße war eine Hauptforderung. Siegler-Jansson hofft, dass es nun wenigstens nachts etwas ruhiger wird. Der Straßenlärm raubt Anwohnern oft den Schlaf.

Peter Siegler-Jansson (l.) und Jörg Federmann sammelten 230 Unterschriften für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Ort. Ihr Einsatz war erfolgreich. Sie wollen sich aber weiter für mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm stark machen. Quelle: Frank Pawlowski

Ortsvorsteherin Karin Schwitalla ist ebenfalls zufrieden. Der Ortsbeirat hatte im März 2018 den ersten Beschluss zu einem Tempolimit gemacht. Durch die Anwohner-Initiative bekam die Forderung noch mehr Nachdruck. Eine Verkehrszählung des Landkreises Dahme-Spreewald bestätigte die Klagen der Zernsdorfer über den starken Verkehr. Fast 6300 Fahrzeuge waren damals tagsüber binnen einer Woche gezählt worden, nachts waren es 2730. Bei weiteren Zählungen in diesem Sommer wurde über einen kürzeren Zeitraum ein noch höheres Verkehrsaufkommen festgestellt. Außerdem wurde ein Lärmgutachten angefertigt.

Gutachter-Empfehlung ging weiter

Laut Kreissprecher Bernhard Schulz empfahlen die Gutachter ein generelles Tempo-30-Limit für die Ortsdurchfahrt, um den Lärm zu senken. Der Landkreis werde es zunächst für nachts anordnen. Die Umsetzung sei bis zum Jahresende vorgesehen, so Bernhard Schulz. Das neue Tempolimit gelte zunächst für ein halbes Jahr. Dann wird überprüft, ob es sich bewährt hat. Eine Ausdehnung auf den Tag sei dann nicht ausgeschlossen: „Aber das ist Zukunftsmusik.“

Noch keine Standorte für Überwege

Noch keine Entscheidung gibt es zu den Fußgänger-Überwegen, die Ortsbeirat und Anwohner ebenfalls fordern. Die Standorte seien noch nicht klar, sagte der Kreissprecher. Grundsätzlich hatte der Landkreis sich schon dafür ausgesprochen, Überwege anzulegen. Laut Ortsvorsteherin Karin Schwitalla soll es dazu ebenfalls noch Zählungen geben, unter anderem soll ermittelt werden, wie viele Grundschüler die viel befahrene Ortsdurchfahrt überqueren müssen.

Gefährliche Kurve

Sie weist außerdem auf ein weiteres Problem hin, das ebenfalls schon mit dem Kreis besprochen wurde. Es geht um die Kurve auf der Friedrich-Engels-Straße am Bahnübergang. Der unübersichtliche Bereich ist für Autofahrer und Fußgänger gleichermaßen gefährlich. „Da muss etwas gemacht werden. Aber noch ist nicht klar, wie man den Bereich sicherer machen kann“, so Karin Schwitalla.

Kampf für Lärmschutz geht weiter

Für Anwohner Peter Siegler-Jansson geht der Kampf um mehr Lärmschutz und mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer auf der Ortsdurchfahrt weiter. „Wir bleiben dran“, sagt er. Tagsüber sei es immer noch sehr laut. Und wenn er am Wochenende im Garten sitze, störe ihn der Verkehrslärm ebenfalls. Er glaubt, dass die Lärmbelastung weiter zunehmen wird. Allein durch die Zuzüge im neuen Wohngebiet Königsufer auf dem früheren Gelände des Schwellen- und Betonwerks steige die Zahl der Fahrzeuge, die im Ort unterwegs sind.

Peter Siegler-Jansson hält deshalb auch Überwege oder eine Fußgänger-Ampel weiter für notwendig. Nach den guten Erfahrungen mit dem Kreis beim Tempolimit ist er zuversichtlich, dass sich auch für dieses Probleme früher oder später eine Lösung finden wird.

Die Ortsdurchfahrt in Zernsdorf ist bei Sperrungen oder Staus auf der Autobahn A 10 eine beliebte Umleitungsstrecke. Geschwindigkeitsmessungen im vorigen Jahr ergaben, dass Autofahrer zwischen tagsüber und abends zwischen 50 und 65 km/h schnell unterwegs waren. Spitzenwert nachts war Tempo 97.

Von Frank Pawlowski

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