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Königs Wusterhausen Landkreis will Kita-Erzieher ausbilden
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Landkreis will Kita-Erzieher ausbilden
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14:57 13.11.2018
Am Königs Wusterhausener Oberstufenzentrum sollen zwei Fachschulen eingerichtet werden. Quelle: G.I.
Königs Wusterhausen

Der Landkreis Dahme-Spreewald will dem Erziehermangel begegnen und künftig selbst Kita-Erzieher ausbilden. Darüber informiert die Kreisverwaltung mit.

Bei einem Treffen mit Vertretern von Kitas, Horten, Krippen, Kommunen und dem Bildungsministerium einigte man sich darauf, zum kommenden Schuljahr neue Berufsfachschulen am Königs Wusterhausener Oberstufenzentrum (OSZ) einzurichten. Die Ausbildung soll berufsbegleitend sein, sagt LDS-Schuldezernentin Susanne Rieckhof. Allerdings müssen noch der Kreistag und das Bildungsministerium grünes Licht geben.

200 Erzieher werden benötigt

Anlass ist ein absehbarer Fachkräftemangel bei den Kitaerziehern. Wie die MAZ berichtete, werden im Landkreis bereits im kommenden Jahr rund 200 Erzieher benötigt, allein die Gemeinde Schönefeld, die derzeit die größte Kita Brandenburgs mit knapp 600 Betreuungsplätzen errichtet, muss etwa 100 Stellen besetzen. Aber auch in anderen Gemeinden werden Kitakapazitäten erweitert und neue Einrichtungen gebaut.

Ein Grund für den steigenden Bedarf ist der enorme Zuzug, den der Landkreis derzeit verzeichnet. Hinzu kamen zuletzt auch steigende Geburtenzahlen. Schon innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Zahl der zu betreuenden Kinder um 25 Prozent erhöht, Experten erwarten, dass die Steigerung noch einmal zunimmt. Auf dem Arbeitsmarkt sind aber kaum Erzieher zu bekommen. Deshalb will der Landkreis nun unterstützend einspringen.

Land signalisiert Hilfsbereitschaft

Beim Land hat man bereits Hilfsbereitschaft signalisiert. „Wir unterstützen den Landkreis dabei, alle Hürden aus dem Weg zu räumen, um dieses Angebot im kommenden Jahr anbieten zu können", erklärte Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher auf der Fachberatung in Königs Wusterhausen. Der Landkreis müsse aber ausreichende Schülerzahlen für die kommenden fünf Jahren nachweisen.

Eine Abfrage des kreislichen Schulverwaltungsamtes bei den Kita-Trägern im Juli hatte die wachsende Nachfrage an Personal bereits bestätigt. „Wir haben nun noch einmal sämtliche Akteure aufgefordert, uns ihre Bedarfe verbindlich zu erklären", sagt Dezernentin Rieckhof.

Ausbildung kann starten

Laut OSZ-Leiter Klaus-Ulrich Tölpe kann es zum kommenden Schuljahr mit der Ausbildung losgehen, sofern alle Voraussetzungen geschaffen sind. Zunächst sollen jeweils eine Klasse Sozialassistenten und Erzieher eingerichtet werden.

Angestellt sein sollen die Fachschüler in den jeweiligen Einrichtungen. Im OSZ soll ihnen ausbildungsbegleitend der theoretische Lernstoff vermittelt werden. Der Vorteil dieser Konstruktion: Die Fachschüler beziehen Gehalt, zahlen kein Schulgeld und stehen den Einrichtungen sofort als Mitarbeiter zur Verfügung. Eine Vollzeitausbildung, wie sie noch häufig angeboten wird, stellt dagegen viele junge Leute vor Probleme, weil sie kostenpflichtig ist, die Fachschüler aber kein Geld verdienen.

Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher lobte die Inititiative des Landkreises: „Wir benötigen in den nächsten Jahren viele neue Fachkräfte. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, wenn zusätzliche Ausbildungskapazitäten geschaffen werden“, sagte er.

Von Oliver Fischer

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