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Königs Wusterhausen Mähen der Straßenrandstreifen ist sinnvoll
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Mähen der Straßenrandstreifen ist sinnvoll
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17:11 15.08.2019
Die Stadt Königs Wusterhausen unterstützt das Anlegen von Wild- und Bienenwiesen wie hier am Fontaneplatz. Quelle: Udo Böhlefeld
Königs Wusterhausen

Öffentliches Grün ist vor allem auch für Insekten ein wichtiger Lebensraum. Aber gilt das in allen Fällen? Das Mähen entlang der Straßenränder, von Lesern der MAZ am Lesertelefon kritisch hinterfragt, ist nicht allein aus Sicht der Autofahrer sinnvoll. Naturschutzorganisationen fordern sogar, dass die Straßenrandstreifen ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden.

Für Axel Kruschat, Geschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Potsdam (BUND), ist es erst einmal positiv, wenn die Straßenbau- und -pflegebetriebe nicht zur wirtschaftlich günstigsten Lösung greifen und Pestizide versprühen. „Wenn die Randstreifen einmal im Jahr nach der Blütezeit gemäht werden, so dass die Nährstoffe und Biomasse auch entfernt werden, ist das insgesamt besser als Pestizide einzusetzen oder die Natur an dieser Stelle sich selbst zu überlassen“, sagt Kruschat.

Froh über Sensibilität

Denn dieses Sich-selbst-überlassen lasse auch außer Acht, dass der ständige Stickstoffeintrag durch den Straßenverkehr zu einer Überdüngung führt. Oft werde auch einfach zu früh gemäht, so dass es erst gar nicht zur Blüte komme. Und Insekten, Kleintiere und Samen werden mit entfernt. „Als BUND sind wir insgesamt froh über jeden Straßenbaubetrieb, der dafür Sensibilität entwickelt”, so Axel Kruschat weiter.

Bienenfreundliche Wald- und Gewässerränder

Auf dem vom Bauernverband Südbrandenburg organisierten Imkerstammtisch in der Agrargenossenschaft Unterspreewald beschäftigte man sich im Juli dieses Jahres mit der Frage, wie die Artenvielfalt in Feld und Flur unterstützt werden kann. Dabei ging es unter anderem um die Blühstreifen, die die Landwirte entlang der Felder anlegen, oft ohne erkennbaren Übergang zum öffentlichen Straßenland und seinem im Amtsdeutsch so heißenden Straßenbegleitgrün.

„Statt viel Aufwand an stark befahrenen Straßen zu treiben, sollten wir stärker auf die Gestaltung bienenfreundlicher Wald- und Gewässerränder fokussieren“, sagt Borjana Dinewa-Zelt vom Bauernverband aus Luckau. „Das entspricht eher der natürlichen Umgebung der Bienenvölker und dort laufen die Insekten auch weniger Gefahr, an der Windschutzscheibe zu landen“, so Dinewa-Zelt weiter.

Straßenrand muss erkennbar sein

Die Stadt Königs Wusterhausen mäht entlang der Straßenränder, für die sie die Verkehrssicherungspflicht hat, ein bis zweimal im Jahr. „Das müssen wir so machen”, sagt Ursula Schlecht, die Sprecherin der Stadtverwaltung. „Wir sind dazu gesetzlich verpflichtet, dass die Straßenränder und die Leitplanken klar erkennbar sind. Aber deshalb unterstützen wir auch solche Initiativen und Vereine, die Wildwiesen für Insekten und Bienen anlegen und pflegen”, so die Stadtsprecherin.

Von Udo Böhlefeld

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