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Königs Wusterhausen Ein Königs Wusterhausener schreibt über seine Familie
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14:00 29.12.2019
Autor Maxim Stöckigt mit seinem Buch vor dem Königs Wusterhausener Bahnhof. Einige Male im Jahr ist er zu Besuch in seiner Heimatstadt. Er lebt in Würzburg. Quelle: G.I.
Königs Wusterhausen

So tief hat wohl noch kein Königs Wusterhausener in sein Familienleben blicken lassen. Von einer geplanten Republikflucht bis zum Seitensprung reicht das Panorama, das der 36 Jahre alte Maxim Stöckigt vor den Lesern ausbreitet. Im Roman „Rhapsodie Ost“ erzählt er von seinen Großeltern, Eltern und natürlich von sich selbst.

Titel steht für zweierlei

Der Titel steht für zweierlei. Er erinnert an das Schaffen Siegfried Stöckigts, den 2012 verstorbenen Großvater des Autors. Er war einer der bekanntesten Pianisten in der DDR. Die Aufnahme von George Gershwins „Rhapsody in Blue“ gilt als eines seiner Meisterwerke. Und raphsodisch, bruchstückhaft, ist der Erzählstil des Buches, für den sich Maxim Stöckigt entschied.

Lebenswege der Familien

Es sind aneinander gereihte Porträts, die das Leben der Protagonisten in verschiedenen Jahrzehnten nachzeichnen. Allerdings erzählt der Autor das nicht chronologisch, sondern in Zeitsprüngen. So laufen die Lebenswege der Familien seiner Mutter Karin und seines Vaters Michael aufeinander zu, bis sie sich in Königs Wusterhausen treffen.

Geschichtliches und Privates

Die ostdeutsche deutsche Geschichte nach 1945 spiegelt sich darin wider. So beschreibt Maxim Stöckigt die Fluchtpläne seines anderen Großvaters Hans Gärtner aus Dresden, die auf dramatische Weise scheitern. Aber vor allem gibt er sehr Persönliches preis, zum Beispiel aus der gescheiterten Ehe seiner Eltern. Seine Mutter Karin Stöckigt arbeitete viele Jahre beim Landkreis Dahme-Spreewald, sein Vater Michael Stöckigt ist Komponist und Pianist. Selbst intime Details wie die Seitensprünge seines Vaters und seines Großvaters spart der Autor nicht aus.

Wie sich Menschen verändern

„Ich fand es spannend, wie Menschen sich verändern. Ich wollte die Geheimnisse und Zwiespälte zeigen“, sagt Maxim Stöckigt über die Arbeit an dem Buch. „Mir ging es nicht darum, jemanden schlecht zu machen.“ Er führte viele Gespräche, las Dokumente. „Ich wusste auf einmal alles über meine Familie.“ Maxim Stöckigt lebt in Würzburg, wo er als Lehrer arbeit. Er ist inzwischen selbst verheiratet und Vater einer zweieinhalbjährigen Tochter.

Die eigene Kinder- und Jugendzeit

Natürlich blickt er in dem Buch auf seine eigene Kinder- und Jugendzeit in Königs Wusterhausen zurück. Bei der MAZ machte er einst als Praktikant seine ersten journalistischen Gehversuch. Später arbeitete er als Sportreporter für verschiedene Zeitungen. Doch der Weg in seinem Traumberuf fand ein unerwartetes Ende. Wie es dazu kam, beschriebt er offen und sehr selbstkritisch.

Königs Wusterhausen damals und heute

Die Stadt Königs Wusterhausen kommt nicht gut weg in seinen Erinnerungen. Die Gegenwart sieht er mit ganz anderen Augen. „Königs Wusterhausen hat sich total verändert und zum Schönen entwickelt“, sagt er. Einige Male im Jahr ist er mit seiner Familie zu Besuch hier. Sein Bruder Alexander, seine Mutter und sein Vater leben hier. Für ihn selbst kommt eine Rückkehr derzeit nicht in Betracht, ausgeschlossen ist das für ihn aber nicht.

Eltern strichen nichts

Seine Eltern haben das Buch vor der Veröffentlichung gelesen und hatten die Möglichkeit, Passagen zu streichen. „Aber sie haben alles durchgehen lassen“, berichtet Maxim Stöckigt. In der Stadtbuchhandlung Radwer in Königs Wusterhauen sind schon einige Exemplare verkauft worden. „Rhapsodie Ost“ ist dort für 14,99 Euro erhältlich.

Von Frank Pawlowski

Maxim Stöckigt zeigt in seinem Buch „Rhapsodie Ost“ ein ungeschminktes Bild seiner Familie. Das macht es so lesenswert. Ein Urteil über seine Heimatstadt Königs Wusterhausen hat der Autor revidiert.

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