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Königs Wusterhausen Nasa-Mission für Brandenburger Lehrer verschoben
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16:24 29.11.2019
Einmal konnte Felix Bolling schon an Bord des Forschungsflugzeugs Sofia gehen, das war vor einigen Wochen in Stuttgart. Bis er mit der Maschine tatsächlich mit abheben darf, wird es nun aber noch bis zum Frühjahr dauern. Quelle: privat
Königs Wusterhausen

In wenigen Stunden sollte für Felix Bolling das Abenteuer seines Lebens beginnen: Eine Reise in die USA, um dort von einem Nasa-Stützpunkt in Kalifornien aus mit einem Forschungsflieger in die Stratosphäre zu starten. Daraus wird nun nichts. Zumindest vorerst.

Das Flugzeug Sofia ist wegen technischer Schwierigkeiten in den nächsten Tagen nicht einsatzbereit. Der Termin für die Forschungsreise des Gymnasiallehrers für Mathematik, Physik und Astronomie wurde auf das Frühjahr verschoben. Dabei war der 28-Jährige gerade mitten in den Vorbereitungen für den Abflug. „In dem Moment, als ich den Koffer aufmachen wollte, kam die Nachricht“, sagt Felix Bolling, der am Friedrich-Schiller-Gymnasium Königs Wusterhausen unterrichtet, betrübt. Das war am Mittwochabend.

Technische Schwierigkeiten am Forschungsflugzeug Sofia

Kurz zuvor war im mehr als 9.000 Kilometer entfernten Palmdale das Flugzeug Sofia von einem erfolgreichen Wissenschaftsflug zurückgekehrt. Im Sinkflug stellte man plötzlich ein Problem bei einem der vier Triebwerke fest. Kurzfristig konnten die Techniker dieses nicht lösen. Und auch in den folgenden Tagen konnte Sofia nicht repariert werden. Der Grund: In den USA ist Thanksgiving. Wegen dieses Feiertags beginnen die Arbeiten an der Maschine erst wieder am 2. Dezember. Selbst wenn das Problem schnell behoben werden kann, wäre das Flugzeug erst dann wieder einsatzbereit, wenn der Aufenthalt von Felix Bolling und vier weiteren Lehrern aus Deutschland schon fast wieder vorüber ist.

Bei Sofia handelt es sich um eine Maschine des Typs Boeing 747 Baujahr 1977. Die einstige Passagiermaschine wurde zu Forschungszwecken umgebaut. Quelle: privat/Felix Bolling

Und ein, bestenfalls zwei Mitflüge sind das Herzstück der Lehrer-Reisen in die USA. Dort haben sie die Möglichkeit, Wissenschaftler zu begleiten, die mit einem Infrarot-Teleskop bei einem Flug in der Stratosphäre den Sternenhimmel beobachten, um so die Geheimnisse der Sternenentstehung und ferner Galaxien zu entschlüsseln. Diese Forschungsflüge in mehr als 13 Kilometern Höhe finden im Rahmen einer Forschungskooperation der US-Raumfahrtbehörde Nasa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt statt.

Felix Bolling ist Lehrer am Friedrich-Schiller-Gymnasium Königs Wusterhausen. Die Schule ist Partner im Sofia-Projekt. Wissenschaftliche Daten, die bei den Forschungsflügen gesammelt werden, finden dort Anwendung im Astronomie-Unterricht. Quelle: Nadine Pensold

Das Hotelzimmer von Felix Bolling wurde bereits storniert, die Flüge auf Ende März 2020 umgebucht. Seine Mission soll nun vom 21. bis 29. März stattfinden. Erste Informationen hat er bereits bekommen: Sofia wird in dieser Zeit mit einem anderen Instrument ausgestattet als es aktuell der Fall ist. „Wir müssen uns nun also ganz neu einlesen“, sagt er. Schon jetzt hatte Felix Bolling wochenlang auf die Reise hingefiebert, sich mit den technischen Details und wissenschaftlichen Hintergründen beschäftigt. „Es ist sehr schade, wir sind alle enttäuscht. Wir kommen noch nach Palmdale, aber eben erst ein bisschen später“, ist der 28-Jährige optimistisch.

Anfällige Technik im fliegenden Observatorium

Trotz der Ernüchterung ist er froh, dass beim Sofia-Projekt viel Wert auf Sicherheit gelegt wird. Und er hat Verständnis dafür, dass die Reparaturen eben einige Zeit in Anspruch nehmen. „Das ist einfach anfällige Technik“, sagt er und erklärt, dass das Flugzeug schon 1977 gebaut wurde, die Konstruktion selbst aus den 1960er Jahren stamme.

Freude auf die Adventszeit

Seiner verschobenen Mission in dem fliegenden Observatorium kann er auch Positives abgewinnen. Schließlich sei gerade in der Vorweihnachtszeit in der Schule viel zu tun. Als junger Familienvater freut er sich zudem auf die Adventszeit in der Familie. Und auch die aktuelle Wetterlage in Kalifornien mindert seine Enttäuschung. Diese Woche fiel dort der erste Schnee. „Dabei hatte ich gehofft, dort auch mal eine kurze Hose tragen zu können“, sagt er und lacht. In drei Monaten stehen die Chancen dafür bestimmt wieder besser.

Von Nadine Pensold

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