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Königs Wusterhausen Er sammelt warme Sachen für Obdachlose
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19:55 04.12.2019
Steven Lieberuks, 33, aus Königs Wusterhausen im katholischen Jugendklub Profete. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Mit einem Kumpel zog Steven Lieberuks vor ein paar Jahren los, um Obdachlosen zu helfen. Die beiden Königs Wusterhausener verteilten Tee und Suppe. Inzwischen ist die private Hilfe noch umfangreicher und auch zur Tradition geworden. Lieberuks sammelt seither alljährlich warme Sachen für Obdachlose und Bedürftige. Am kommenden Dienstag, den 10. Dezember, ist es wieder soweit.

Der Jugendklub als Kleiderkammer

Dann wird der katholische Jugendklub Profete in der Friedrich-Engels-Straße 6 in Königs Wusterhausen zur Kleiderkammer. Bis Donnerstag, den 12. Dezember, nimmt Steven Lieberuks dort Spenden entgegen. Der 33 Jahre alte Familienvater opfert dafür seinen Feierabend, ist an den drei Tagen von 17.30 bis 21 Uhr vor Ort. Unterstützt wird er von einigen Helfern.

Isomatten und Schlafsäcke

Gebraucht werden Isomatten, Schlafsäcke, warme Unterwäsche, dicke Socken, Schals, Wolldecken, Winterschuhe. Kurz –alles, was im Winter schön warm hält. Schon am Freitag werden die Spenden zur Tee- und Wärmestube und zum Carusatt-Laden in Königs Wusterhausen sowie zur Berliner Stadtmission gebracht. Die beiden Einrichtungen in Königs Wusterhausen stehen zum ersten Mal auf der Empfängerliste.

„Das ging total durch die Decke“

Im Vorjahr fand die Spendensammlung erstmals in größerem Rahmen in der Profete statt. „Das ging total durch die Decke“, berichtet Steven Lieberuks, der als Sozialpädagoge in einem Familienzentrum in Berlin-Kreuzberg arbeitet. Am Ende waren ein großer VW Caddy und ein Transporter prall gefüllt mit Sachen. „Wir waren total überrascht, dass es so viel geworden ist.“ Oft erkundigten sich Besucher, die eine Spende abgaben, nach Obdachlosen. Viele wollten wissen, wie sie selbst noch privat helfen können. Über dieses Interesse hat sich Steven Lieberuks besonders gefreut. „Ich möchte mit meiner Aktion ein Bewusstsein schaffen und erreichen, dass sich die Leute mit diesem Thema auseinandersetzen.“

Aufruf auf Facebook

Seinem Aufruf auf Facebook hat er ein Zitat von Albert Schweitzer vorangestellt. „Wer die Ärmsten dieser Welt gesehen hat, fühlt sich reich zu helfen.“ Diese Worte treffen für Steven Lieberuks den Nagel auf den Kopf. „Gerade in der Vorweihnachtszeit merken wir, dass es uns verdammt gut geht“, sagt er.

Wenige Obdachlose in der Stadt

Wie viele Menschen in Königs Wusterhausen obdachlos sind, ist nicht bekannt. Experten schätzen, dass es sich nur um Einzelfälle handelt. Einige Obdachlose kommen im Winter in die Tee- und Wärmestube, um sich ein bisschen aufzuwärmen. Steven Lieberuks glaubt, die meisten Obdachlosen aus der Region würden nach Berlin fahren, um zu übernachten. „Ab und zu schläft einer in der Sparkasse in der Bahnhofstraße“, sagt er.

Auch Kinderbekleidung ist willkommen

In diesem Jahr sollen die Spenden aber auch Menschen helfen, die zwar eine Wohnung haben, sich sonst aber nichts leisten können. Deshalb will Steven Lieberuks die Sachen an die beiden Königs Wusterhausener Einrichtungen geben. Kinderbekleidung ist deshalb ebenfalls willkommen. Lieberuks betont, dass Spenden auch direkt zur Tee- und Wärmestube und zum Carisatt-Laden gebracht werden können.

Rührender Kommentar

Aus der Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe im Schenkenländchen wurden schon zehn Kartons angekündigt, die am Dienstag im Profete-Klub abgegeben werden. Rührend war ein Kommentar zum Aufruf im Internet. Eine Nutzerin schrieb: „Ich habe selbst nur so viel, um überleben zu können.“ Aber sie sehe an jedem Arbeitstag in Berlin einen Obdachlosen, der von ihr eine Süßigkeit oder eine Zigarette bekommt.

Von Frank Pawlowski

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