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Königs Wusterhausen Stimmen zur Wahl: Das sagen Gewinner und Verlierer
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01:17 30.05.2019
Hinter dieser Tür tagt die Königs Wusterhausener SVV.
Hinter dieser Tür tagt die Königs Wusterhausener SVV. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Von zerknirscht bis euphorisch reichen die Reaktionen auf den Wahlausgang in Königs Wusterhausen. Für die Zusammenarbeit in der neuen Stadtverordnetenversammlung wird aber übereinstimmend ein guter Vorsatz geäußert – die Grabenkämpfe sollen der Vergangenheit angehören.

Gegenseitige Achtung

„Die Achtung vor dem Anderen ist die Grundlage für eine ordentliche Politik in Königs Wusterhausen“, sagte Stefan Lummitzsch, Vorsitzender und künftiger Stadtverordneter der Freien Unabhängigen Wählergemeinschaft Königs Wusterhausen (FWKW). Sie zählt zu den Gewinnern des Wahlsonntags, holte bei ihrer ersten Teilnahme an einer SVV-Wahl auf Anhieb vier Mandate. Für Stefan Lummitzsch haben die Wähler mit diesem Ergebnis zugleich die „sehr gute Arbeit“ von Bürgermeister Swen Ennullat honoriert, der bisher der einzige FWKW-Vertreter im Stadtrat war. Lummitzsch sprach sich für einen offenen Umgang in der SVV aus. „Wir haben keine Berührungsängste.“

Grüne aus dem Häuschen

Ihr Glück kaum fassen können die Bündnisgrünen, die erstmals seit vielen Jahren wieder in der SVV vertreten sind, und das gleich mit dem bisher besten Ergebnis. „Wir sind mehr als zufrieden“, sagte der Vorsitzende des bündnisgrünen Stadtverbandes, Sebastian Koeppen. Die Partei hatte mit zwei Sitzen in der SVV geliebäugelt, am Ende sind es drei geworden. Hinzu kommen noch Mandate in vier Ortsbeiräten. Mit Ausnahme der AfD wollen die Bündnisgrünen mit allen Fraktionen zusammenarbeiten, ohne sich dabei zunächst fest zu binden. „Wir wollen entlang der Sachfragen entscheiden“, sagte Koeppen.

SPD und Linke nicht zufrieden

Der SPD saß am Montag der Schreck noch in den Gliedern. Zwar gewannen die Sozialdemokraten die Wahl trotz großer Verluste und stellen wieder die stärkste Fraktion. „Aber als Gewinner fühlen wir uns nicht. Dieses Ergebnis kann uns nicht zufrieden machen“, sagte der bisherige Fraktionschef Ludwig Scheetz. Auf künftige Kooperationen in der SVV legt er sich nicht fest. „Wir reden mit allen, aber nicht mit der AfD“. Für die Linken, die drei Sitze verloren, gab es ebenfalls nichts zu beschönigen. „Das ist eine herbe Niederlage für uns“, sagte der Vorsitzende des Stadtverbandes, Michael Wippold. Die Fraktion stehe vor einem Neuanfang.

AfD dankbar für Vertrauen

Als Wahlgewinner in Königs Wusterhausen fühlt sich die AfD, die ihren Stimmenanteil fast verdreifachte und nun zweitstärkste Fraktion ist. „Das ist ein riesengroßer Vertrauensvorschuss, dafür sind wir dankbar“, sagte Jan Schenk, der gewählt wurde. Die Fraktion werde sich „als Stimme der Vernunft“ in der SVV einbringen. „Wo sinnvolle Lösungen entstehen, ist eine Zusammenarbeit im demokratischen Rahmen möglich.“

Einzelbewerber will vermitteln

Mit Dirk Marx schaffte es erstmals ein Einzelbewerber in die SVV, er bekam sogar mit die meisten Stimmen. Darüber sei er selbst „total überrascht“ gewesen. Zugleich mache ihm das Mut, sich weiter für Verständigung einzusetzen. Seine Rolle in der SVV sieht er als Vermittler.

Von Frank Pawlowski