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Königs Wusterhausen Sie ist die erste Frau an der Spitze von Frankonia Wernsdorf
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11:17 08.02.2020
Sabine Berg im Wernsdorfer Stadion. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Sabine Berg steht vor verschlossenen Türen. Aber das Problem ist schnell gelöst. Ein kurzer Anruf, und im Nu ist Vorstandskollege Fred-Michael Lantzke mit dem Schlüssel für das Vereinsheim an der Niederlehmer Chaussee zur Stelle. Die neue Vorsitzende von Frankonia Wernsdorf will sich an diesem Nachmittag mit ihren Begleitern die Räumlichkeiten genauer anschauen. Pläne für einen Umbau werden geschmiedet.

Überraschung bei der Wahl

Sabine Berg packt gerne gleich an, was sie sich vorgenommen hat. Den Vereinsvorsitz hat die 58-jährige Geschäftsfrau, die bisher im erweiterten Vorstand mitarbeitete, nicht angestrebt. Doch auf der Mitgliederversammlung wurde sie von so vielen Teilnehmern vorgeschlagen, dass sie kandierte und die Wahl zu ihrer eigenen Überraschung gewann. In der 100-Jährigen Wernsdorfer Fußballgeschichte ist sie damit die erste Frau an der Spitze des örtlichen Vereins.

Der neue Vorstand von Frankonia Wernsdorf: Fred-Michael Lantzke, Christian Dederke, Sabine Berg, Christian Markert, Petra Sakowski, Mandy Pekar, Mark Mandrek (v.l.). Quelle: Jan Beck

In der Männer dominierten Fußballwelt ist das ein Novum. „Aber für mich gibt es da keinen Unterschied. Ich bin genauso fußballverrückt wie ein Mann“, sagt Sabine Berg. Sie ist eingefleischter Fan von Union Berlin. „Der Ultra-Block ist mein Zuhause.“ Ihr Berliner Unternehmen für Finanzdienstleistungen ist Sponsor des Bundesligisten. Sabine Berg saß einige Jahre im Wirtschaftsrat des Klubs. Zwischen den beiden Vereinen liegen Welten, doch sie ticken ähnlich, findet Sabine Berg. „Frankonia hat ein großes Herz.“ Es geht ihr um Verbundenheit. „Bei Union nennt man das Fußballkultur. Das wollen wir auch bei Frankonia weiterentwickeln.“

Rockige Vereinshymne

2018 fand im Wernsdorfer Stadion erstmals ein Weihnachtssingen statt, nach dem berühmten Vorbild in der Alten Försterei. Zum 100. Fußball-Jubiläum im vorigen Jahr wurde eine Vereinshymne vorgestellt. „Frankonia Wernsdorf, meine Liebe, Frankonia Wernsdorf, hier will ich sein“ heißt es im Refrain des rockigen Songs, der eigens für den Verein komponiert wurde. Die Hymne erklingt bei den Heimspielen der Landesliga-Mannschaft.

„Das trägt mit dazu bei, die Frankonia-Identität zu fördern“, sagt Sabine Berg. Traditionen wie den Sportlerball oder das Eisbein-Essen mit Sponsoren will sie fortführen, andere möchte sie gerne wiederbeleben. So gab es in Wernsdorf einst Fußballturniere, bei denen die Väter gegen die Söhne spielten. Eine Neuauflage kann sie sich gut vorstellen.

Verstärkte Nachwuchsarbeit

Der Ausbau der Kinder- und Jugendabteilung ist ein Hauptziel für die kommenden zwei Jahre. „Das geht nur mit Attraktivität, einem regen Vereinsleben und Herzlichkeit“, sagt Sabine Berg. Bei den Heimspielen der ersten Männermannschaft sollen künftig Kinder mit aufs Feld laufen. Ihre guten Kontakte zum Nachwuchszentrum von Union sollen ebenfalls helfen, mehr junge Leute anzulocken.

Wenn sie darüber spricht, strahlt sie stets. Als Belastung sieht ihr neues Amt nicht an. Sie hat die Verantwortung auf viele Schultern verteilt. Im siebenköpfigen Vorstand ist jedes Mitglied für eines der neu geschaffenen Ressorts zuständig, vom Erwachsensport bis zur Kommunikation. „Damit werden wir viel mehr schaffen und obendrein noch Zeit sparen.“ So führt Sabine Berg erfolgreich ihr Unternehmen, gut organisieren musste sie aber vorher schon. „Als Mutter von drei Kindern lernt man das.“

100 Jahre Fußball in Wernsdorf

Der SV Frankonia Wernsdorf 1919 wurde am 27. August 1919 gegründet als Nachfolger des Sportclubs Freiheit Wernsdorf von 1913. Der erste Frankonia-Vorsitzende war Emil Schölk.

Die Vereinsnamen wechselten in den Jahrzehnten danach: Interessengemeinschaft Sport Gosen/Neu Zittau/Wernsdorf; Sportverein Crossinsee Wernsdorf, BSG Chemie Grünau-Schmöckwitz 3; Einheit Wernsdorf; BSG Medizin Nordost; BSG Chemie Köpenick; SG Frankonia Wernsdorf 1919; BSG Chemie Grünau und seit 30. September 1990 SV Frankonia Wernsdorf 1919.

In der Chronik zum 100. Jubiläum werden die Vorsitzenden Manfred Buley, Klaus Pickert, Erhard Pietruscka und Michael Beyes sowie Schatzmeister Fred-Michael Lantzke besonders gewürdigt. Sie haben die jüngste Geschichte des Vereins maßgeblich geprägt.

Zusammengestellt wurde die Chronik von Erhard Pietruscka und Sabine Berg.

Sie übernimmt bei Frankonia ein gut bestelltes Feld. „Der bisherige Vorstand hat eine tolle Arbeit geleistet. Der Verein steht so gut da wie nie zuvor. Darauf können wir super aufbauen.“ Die nächsten Herausforderung stehen schon vor der Tür. Frankonia ist Tabellenführer der Landesliga Süd und nimmt Kurs auf die Brandenburg-Liga. Für den möglichen Aufstieg muss der Verein die wirtschaftlichen Voraussetzungen schaffen. Neue Mitglieder und Sponsoren sollen gewonnen werden. Und das Vereinsheim braucht dringend eine Modernisierung.

Sabine Berg zählt das mit einer freudigen Entschlossenheit auf. Frankonia Wernsdorf hat für sie das Zeug, ein Zentrum des Fußballs in der Region zu werden. „Wir wollen der Treffpunkt für Fußball-Begeisterte und Fußball-Liebhaber sein.“

Von Frank Pawlowski

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