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Königs Wusterhausen Sechs neue Mietshäuser im September bezugsfertig
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Sechs neue Mietshäuser im September bezugsfertig
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01:15 27.04.2019
Die Genossenschaft lässt als neues Mietangebot für Familien derzeit sechs Reihenhäuser in der Straße Am Hockeyplatz in KW errichten. Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

Mit 1410 Wohnungen klein aber oho – das ist die Wohnungsgenossenschaft Königs Wusterhausen eG, die hinter dem mehr als dreimal so großen kommunalen Wohnungsbetrieb in der Stadt manchmal fast ein wenig ins Hintertreffen gerät. Zu Unrecht, wie nicht nur ihre 1783 Mitglieder finden. Auch sie unternimmt zahlreiche Anstrengungen, um in der Stadt den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu lindern sowie die Wohnqualität insgesamt zu erhöhen.

Jüngstes Beispiel ist der im vorigen Jahr begonnene Bau von sechs Reihenhäusern in der Straße Am Hockeyplatz in Königs Wusterhausen. Mit Wohnflächen von 131 bis 150 Quadratmetern schafft die Genossenschaft dort vor allem für Familien ein neues Mietangebot. „Nicht jeder träumt von einem Eigenheim“, sagt Vorstand Ralf Kneller. In einer immer flexibleren Arbeitswelt nehme auch die Anzahl der Familien zu, die nur für eine befristete Zeit ein Zuhause in Königs Wusterhausen suchen. Der Bezug der Reihenhäuser ist für September 2019 geplant, wobei sich die Kaltmiete auf 9,25 Euro pro Quadratmeter belaufen wird. „Wir sind ziemlich sicher, dass wir mit der Vermietung dieser Reihenhäuser ebenso wie mit den 51 schon 2016 fertiggestellten Wohnungen in den Heinrich-Heine-Höfen keine Probleme kriegen“, zeigt sich Kneller optimistisch. Zumal sie sich in bester Stadtlage in unmittelbarer Nähe zu Kita, Schulen und Einkaufszentrum befinden. Vier Interessenten gibt es dem Vorstand zufolge bereits.

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Vorstand Ralf Kneller. Quelle: Franziska Mohr

Ausbau von Dachgeschossen wird geprüft

Zwei weitere ehrgeizige Projekte für die nächsten drei bis fünf Jahre befinden sich in der Vorplanung. So lässt die Genossenschaft derzeit prüfen, in welchen Häusern mit Giebeldach wie in der Fontanestraße oder im Kirchsteig planungsrechtlich und bautechnisch die Voraussetzungen gegeben sind, um die Dachgeschosse in Zwei-Zimmer-Wohnungen zu verwandeln. In der Johannes-R.-Becher-Straße fanden auf diese Weise schon vier Singles und junge Paare ein Zuhause.

Außerdem plant der Vorstand im gleichen Zeitraum, die Anzahl der mit einem Fahrstuhl erreichbaren Wohnungen von derzeit 30 auf 50 Prozent zu erhöhen. „Aktuell sind 16 Prozent unserer Mitglieder 80 Jahre und älter. Schon das allein zwingt uns, unsere Gebäude altersgerechter zu gestalten“, so Kneller. Lifte, die auf der halben Treppe halten, bringen da meist nicht den gewünschten Effekt. Das Projekt der Genossenschaft sieht daher vor, dass die Treppenhäuser herausgezogen werden, sodass der Aufzug tatsächlich auf der Wohnetage hält. Allerdings ist diese Lösung nicht nur kostenintensiv, sondern bedeutet auch, dass die Treppenhäuser in der Bauphase 14 Tage nicht betreten werden können. Dies ist eine logistische Herausforderung, weil die Genossenschaft in der betroffenen Zeit für alle Mieter ein Ausweichquartier finden muss. All diese Investitionen will die Genossenschaft bei Mietstabilität tätigen. Kneller:„Wir sind stolz darauf, dass die Kaltmieten in der Genossenschaft in den vergangenen 25 Jahren unverändert geblieben sind. Nur bei Sanierungen mussten die Bewohner moderate Mieterhöhungen verkraften“.

Hintergrund

1783 Mitglieder sind in der Wohnungsgenossenschaft Königs Wusterhausen eG registriert. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 59 Jahren. Sie haben ein Geschäftsguthaben von 1,7 Millionen Euro eingezahlt.

1410 Wohnungen sind Eigentum der Genossenschaft. Mit 698 sind fast die Hälfte von ihnen Drei-Zimmer-Wohnungen.

5,65 Euro beträgt die durchschnittliche Kaltmiete in der Genossenschaft. 0,4 Prozent ist die aktuelle Leerstandsquote.

670 000 Euro Jahresüberschuss erzielte die Genossenschaft im Jahr 2018.

Sanierungsarbeiten werden fortgesetzt

Zur Balance zwischen Neubau und Bestandspflege gehört auch, dass die Genossenschaft zur Freude der Mieter im vorigen Jahr in der Heinrich-Heine-Straße neue Balkone anbauen ließ.

2018 wendete das Unternehmen für die Instandhaltung insgesamt über 1,9 Millionen Euro auf. Das sind über 23,50 Euro pro Quadratmeter. Ein Kurs, den der Vorstand mit Ralf Kneller und René Sperber 2019 unter anderem mit der Strangsanierung in der Fontanestraße 14 bis 16 sowie in der Erich-Weinert-Straße 30 bis 32 kontinuierlich fortsetzt. Dabei tauschen die Handwerker aber nicht nur die Wasserrohre aus, sondern verlegen in die Wohnungen auch neue Kabel für die Telekommunikation.

Für den Abbau der Wartelisten, die sich übrigens auf alle Wohnungstypen beziehen, verfügt die Genossenschaft im Kirchsteig hinter dem Gedenkstein für die Opfer des Flugzeugabsturzes noch über ein freies Grundstück. „Eine mögliche Bebauung ist dort allerdings noch Zukunftsmusik“, räumt Immobilienkaufmann Kneller ein.

Von Franziska Mohr