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Königs Wusterhausen Sorge um Bahnhofstraße
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07:11 13.11.2019
Beim Kebap-Laden sind die Fenster verhangen, der Edeka ist geschlossen. Die Bahnhofstraße macht derzeit einen traurigen Eindruck. Quelle: Oliver Fischer
Königs Wusterhausen

Die Königs Wusterhausener Innenstadt hatte in diesem Jahr einige Verluste zu beklagen. Der Bekleidungsladen Ernsting’s Family etwa zog im März aus der Bahnhofstraße 17 aus.

Zwar verlegte er seinen Standort nur gut 100 Meter weiter in eine neu gebaute Immobilie, ließ dabei aber das prägnante Geschäftsgebäude in der Bahnhofstraße verwaist zurück. Dort prangt nun schon seit Monaten die Werbung eines Döner-Ladens. Wann der eröffnen soll, ist aber nach wie vor unklar.

Im September schloss dann das vegane Bistro „Alge“ seine Pforten, das sich als anspruchsvolle Alternative zu den Restaurants und Fastfood-Angeboten in der Innenstadt etabliert hatte. Und Ende Oktober schließlich verabschiedete sich auch der Edeka aus dem „Schmalen Handtuch“ und mithin der einzige Lebensmittelhändler. Was zurückbleibt, ist bei vielen Kunden und Einwohnern das dumpfe Gefühl, dass es bergab geht mit der Innenstadt.

Fünf Märkte in der Luckenwalder Straße, keiner in der Bahnhofstraße

Das zeigen auch Debatten im Internet, genauso wie Leserreaktionen. Etwa die von MAZ-Leserin Christa Walter. Sie schreibt: „Durch die Schließung des Edeka-Marktes haben viele Kunden, insbesondere die Bewohner des Kirchsteigs und Nebenstraßen die einzige nahegelegene Möglichkeit zum Einkauf verloren.“ Während in der Luckenwalder Straße Rewe, Norma, Lidl, Kaufland und Aldi einträchtig nebeneinander wirtschaften, bleibe die Bahnhofstraße, die immer noch als Haupteinkaufsstraße gesehen wird, unversorgt. Das sei ein Problem.

Diese Klagen kennt auch Karin Spengemann. Sie ist seit Anfang des Jahres Vorstandsvorsitzende des Vereins Citypartner Königs Wusterhausen, der sich um die Entwicklung der Innenstadt bemüht. In den Sprechstunden, die der Verein regelmäßig anbietet, seien zuletzt viele ältere Menschen gewesen, die das Edeka-Aus beklagt hätten, sagt sie.

Citypartner-Vorsitzende: „Sehe positive Dynamik“

Grundsätzlich bewerte sie die Entwicklung der Bahnhofstraße aber nicht so schlecht, wie viele sie haben wollen. „Ich sehe eine positive Dynamik. Dass Rossmann gekommen ist, war ein wichtiges Signal. Auch der Wochenmarkt wird immer attraktiver“, sagt sie. Das Manko sei aber, dass die Belegung der Läden derzeit etwas unkoordiniert ablaufe. „Und das Schlimmste ist Leerstand. Deshalb wäre es enorm wichtig, dass ins ,Schmale Handtuch’ wieder ein Lebensmittelladen kommt.“

Daran hat man auch bei der Stadt ein Interesse, zumal man dort den Supermarkt als wichtigen Kundenmagnet für andere Geschäfte sieht, wie es im derzeit überarbeiteten Einzelhandelskonzept heißt. „Bislang gibt es aber noch keine konkreten Aussagen, wer sich in den Laden einmietet“, sagt der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses von Königs Wusterhausen, Tobias Schröter (SPD). Gespräche soll es gegeben haben, hinter den Kulissen sollen viele Beteiligte wirbeln. „Aber es wird noch eine Zeit brauchen“, so Schröter.

Stadt: Haben mit A10-Center große Konkurrenz vor der Haustür

Stadtsprecher Reik Anton weist derweil darauf hin, dass die Stadt Königs Wusterhausen selbst kaum einen Einfluss auf die Ansiedlungen in der Innenstadt hat. Sie könne nur einen Rahmen schaffen – und auch das nur bedingt. „Unser Stadtzentrum muss mit der besonderen Herausforderung zurechtkommen, im A10-Center eine starke Konkurrenz direkt vor der Haustür zu haben. Diese Entwicklung wurde vom Land in Kauf genommen“, sagt er. Die Stadt mache, was in ihrer Macht steht. Sie saniere das Bahnhofsumfeld, fördere Veranstaltungen und sorge dafür, dass die Innenstadt mit Hilfe von Landesförderung verschönert wird, so Anton. Wichtig sei dabei aber die Initiative der Hauseigentümer und Gewerbetreibenden. „Nur mit ihrer Bereitschaft zur Investition kann sich die Innenstadt weiterentwickeln.“

Die Gewerbetreibenden wollen dabei gern helfen. „Wir wollen Verwalter und Eigentümer dabei unterstützen, attraktive Mieter für Geschäfte zu finden“, sagt Karin Spengemann. Auf diesem Gebiet werde der Verein Citypartner im kommenden Jahr aktiver werden. „Denn ich glaube durchaus, dass in Königs Wusterhausen auch das Kundenpotenzial für ein hochwertiges Angebot vorhanden ist.“

Von Oliver Fischer

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