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Königs Wusterhausen Stadtrundgang in 13 Minuten
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17:55 05.02.2020
Heinz Flieger erklärt Lydia Ebert, wie der „Flecken“ um 1800 aussah. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Königs Wusterhausen

„700 Jahre Königs Wusterhausen“ heißt die Sonderausstellung, die kürzlich im Dahmelandmuseum in Königs Wusterhausen in der Galerie unterm Dach eröffnet wurde und noch bis zum 17. Dezember zu sehen ist. Auf 16 Infotafeln können sich die Besucher über die Geschichte der Stadt von der Ersterwähnung am 19. September 1320 als „husto wosterhusen“ bis in die Gegenwart informieren. Neben der Kernstadt können die sieben Ortsteile erkundet werden. Der Besucher sollte sich Zeit nehmen, um die Fülle der Informationen aufzunehmen.

Das Schloss im Mittelpunkt. Quelle: Gerlinde Irmscher

Wer es aber schnell mag und vielleicht auch nicht so gerne liest, der kann sich die Stadtgeschichte in 13 Minuten anhören und dabei gleich noch sehen, wie Königs Wusterhausen um 1800 aussah. Nach einem Plan von 1801 hat Heinz Flieger vom Museumsverein eine „Ministadt“ gebaut. Jörg Hieke hat die nötige Tontechnik installiert, so dass der Besucher in der kurzen Zeit alles Wissenswerte erfährt. 1801 wurde Königs Wusterhausen als „Flecken“ bezeichnet und hatte auf 56 Feuerstellen 302 Einwohner, Handwerker und Verwaltungsangestellte.

Sogar elf Ziehbrunnen sind aufgestellt

Die Stadtgeschichte in 13 Minuten, das bedeutete für Heinz Flieger über 680 ehrenamtliche Arbeitsstunden, in denen er mit der Pinzette auf einer Fläche von 1,20 mal 1,70 Metern den „Flecken“ baute. Als Größenmaßstab diente das Schloss. Um die etwa 80 einzelnen Gebäudekörper zu gestalten, wurde rund ein Quadratmeter feste Pappe benötigt. In dem Fachwerk der unterschiedlich großen Wohn- und Nebengebäude stecken rund 800 Streichhölzer. Und mehr als 400 Zahnstocher verbaute Heinz Flieger zu Zäunen und Einfriedungen.

Vor mehr als 200 Jahren gab es auch eine Wassermühle im Ort. Quelle: Gerlinde Irmscher

Für die „weichen Dächer“ aus Schilf oder Stroh kamen gut fünf laufende Meter Grashalme zum Einsatz – für die damals 13 Ziegeldächer brauchte Flieger rund 1.000 Enden von Kaffeerührhölzern, um daraus die Dachziegeln zu fertigen. In die Gebäude hat der „Baumeister“ mehr als 300 Minifenster eingefügt. Elf Ziehbrunnen, wie sie auf dem Plan von 1801 zu sehen sind, wurden nachgestaltet. Selbst die Bäume und Sträucher wurden zum Teil in Handarbeit hergestellt – alles mit sehr viel Liebe zum Detail. Da sind unter anderem Dachdecker, wie sie gerade ein Dach eindecken, zu sehen oder Leute beim Pflaumenpflücken.

Es gab eine Zugbrücke und den Kastellanhof

Wer weiß schon, dass die Schleusenbrücke in der Schloßstraße damals eine Zugbrücke war oder auf dem Parkplatz neben dem Schloss einst der Kastellanhof befand, in dem unter anderen die Langen Kerls ihre Unterkunft hatten und wo auch eine Brauerei stand. Das und vieles mehr ist auf dem Modell zu entdecken.

Die Tischlerei Meinert & Sohn aus Kablow baute einen Tisch als Grundlage für das Modell. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse beteiligte sich an der Finanzierung des Projektes.

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Von Gerlinde Irmscher

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